Neue Modelle Mitsubishi L200: Leichter Transportspezialist

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

SUVs mit Pritsche bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gewinnen auch in Deutschland bei den Gewerbetreibenden immer mehr Freunde. Mitsubishi will am Zuwachs des Pick-up-Segments partizipieren und bringt offiziell am 26. September den neuen L200 in Deutschland auf den Markt.

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Der Mitsubishi L200 hat im September in Deutschland seinen Marktstart. Der neu entwickelte Pick-up ist die fünfte Generation des L200 und wird in Thailand produziert.
Der Mitsubishi L200 hat im September in Deutschland seinen Marktstart. Der neu entwickelte Pick-up ist die fünfte Generation des L200 und wird in Thailand produziert.
(Foto: Mitsubishi)

Der Pick-up ist in den USA erfolgreich. Und das nicht, weil er laut, stark und irgendwie supercool ist, sondern weil er meist gebraucht wird als Nutzfahrzeug. Mitsubishi hat deshalb beim L200 der fünften Generation einen „Gang“ zugelegt. Zu den Neuheiten des Pick-ups zählen der permanente Allradantrieb mit sperrbarem Mittendifferenzial und Geländeuntersetzung - laut Hersteller einzigartig in dem Segment, ebenso der 2,4-Liter-Dieselmotor aus Aluminium, den es mit 113kW/154 PS und 133 kW/181 PS Leistung gibt. Neue Getriebe von japanischem Hersteller Aisin, das Sechsgang-Schaltgetriebe und die Fünfgang-Wandler-Automatik, übernehmen die Kraftübertragung des 380 Newtonmeter beziehungsweise 430 Newtonmeter maximalen Drehmoments. Spürbar ist der Raumgewinn beim Innenraum, sowohl beim L200 mit Doppelkabine als auch in der Club-Cap-Version – die jetzt mit Portaltüren den Einstieg in die zweite Sitzreihe erleichtert.

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Leichter als der Wettbewerb

Für den Einsatz sind die Verlängerung der Ladefläche auf 1.520 mm und 1.850 mm bei der Club-Cab-Version ebenso wichtig, wie die Erhöhung der Bordwand auf 475 mm. Der L200 darf je nach Ausstattung 935 kg bis 960 kg zuladen und präsentiert sich mit drei Tonnen und 3,1 Tonnen gebremster Anhängelast in Club-Cab- beziehungsweise Doppelkabinen-Version als Transportspezialist in einer Top-Position. Deutlich macht er dies auch durch sein Leergewicht von 1.895 kg bis 1.950 kg, das sich laut Mitsubishi von den 1.950 kg bis 2.400 kg der Wettbewerber deutlich abhebt. Ebenso habe mit 11,8 Metern der L200 den kleinsten Wendekreis der Fünfmeter-Pick-up-Klasse und bietet mit der neuen Lenkübersetzung ein verbessertes Handling. Bei allen Nutzfahrzeug-Attributen, etwa Fahrgestellrahmen und schwerlasttauglicher hinterer Starrachse an Blattfedern, lässt sich der L200 fahren wie ein SUV mit selbsttragender Karosserie. Das gilt für die Einstiegs-Version (113kW/154 PS) mit Frontantrieb und bei Bedarf zuschaltbarem Allradantrieb, ebenso wie für die leistungsstärkste Ausführung mit permanentem Allradantrieb „Super Select 4WD II“.

Neu gestalteter Innenraum

Im Innenraum sticht die Neugestaltung von Armaturentafel, Mittelkonsole und Türverkleidungen hervor. Der Einsatz von wertigen Materialien und Applikationen in Chrom- und Klavierlackausführung prägt den ansprechenden Gesamteindruck. Das Zündschloss sitzt wie beim Porsche links vom Lenkrad und was sofort beim Fahren auffällt, ist das geringe Innenraumgeräusch des neuen Pick-ups. Selbst bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn entspricht es dem Niveau eines guten Pkw. Die Sitze mit vergrößerten Polsterabmessungen und stärker konturierter Seitenführung machen sich positiv bemerkbar. Dagegen könnte der Bereich des höhen- und tiefenverstellbaren Lenkrads größer ausgeführt werden.

„Sparmeister“ in seinem Segment

Doch „Klassenbester“ heißt es laut Mitsubishi bei der Aerodynamik, wo der L200 mit einem Luftwiderstandsbeiwert (cW) von 0,40 glänzt. Dies und das Start-Stopp-System (AS&G) – in allen Versionen mit Schaltgetriebe serienmäßig, helfen den neuen Pick-up zum „Sparmeister“ in seinem Segment zu machen. So liegt der Verbrauch des Turbo-Diesels mit Direkteinspritzung je 100 Kilometer im NEFZ-Normzyklus in handgeschalteten Versionen bei jeweils 6,4 Litern und in denen mit Automatik bei 7,2 Litern – entsprechender CO2-Ausstoß 169 g/km respektive 189 g/km. Die Wettbewerber liegen laut Mitsubishi im NEFZ-Verbrauch weit darüber. Der Diesel-Verbrauch der L200-Versionen mit 133-kW- und 113-kW-Motorisierungen kam mit Spurts von null auf 100 km/h in 10,4 Sekunden bis 12,2 Sekunden (Firmenangabe) und in Streckenabschnitten mit rund 180 km/h bis 170 km/h Höchstgeschwindigkeiten laut Bordanzeige auf 11 l/100 km.

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Sinnvolle Ausstattung

Der neue L200 hat eine reichhaltige Ausstattung, bietet etwa Spurhalteassistent, Gespannstabilisierung und Berganfahrhilfe. Es gibt unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sowie Rückfahrkamera und Lenkrad-Schaltwippen bei den Automatikversionen. Der Pick-up wird angeboten in den Ausstattungsversionen L200, L200 PLUS sowie L200 Top (nur mit Doppelkabine). Die Preise reichen von der Einstiegsversion L200 2.4 DI-D Club Cab mit Sechsgang-Schaltgetriebe für 26.290 Euro (netto 22.093 Euro) bis zum L200 2.4 DI-D+ Top mit Doppelkabine und Automatikgetriebe für 40.290 Euro (netto 33.858 Euro). Zur Markteinführung gibt es zusätzlich drei Editionsmodelle, die den L200 stärker individualisieren.

Für Werner H. Frey, Geschäftsführer von Mitsubishi Motors Automobile in Deutschland, schlägt der neu entwickelte Mitsubishi L200 ein neues Kapitel im deutschen Eintonner-Pick-up-Segment auf. Mit dem Newcomer wird der letztjährige L200-Absatz von mehr als 1.000 Fahrzeugen erhöht werden, so Frey, der 2015 für das Pick-up-Segment mit rund 15.000 Neuzulassungen rechnet. Im Wettbewerb bei den Pick-ups sieht der Mitsubishi-Deutschland-Chef 2015 Ford und Volkswagen mit jeweils rund einem Drittel der Neuzulassungen weiter vorn.

Starkes Segment

Mit dem überraschenden Wachstum des Segments um rund 13 Prozent auf 14.340 Neuzulassungen in Deutschland gegenüber 2013, gab es 2014 mit dem Ford Ranger auch ein Wechsel an der Spitze. Konnte der VW Amarok 2011 in Deutschland noch vom Marktstart an die Zulassungsspitze fahren, avancierte der Ranger mit 4.578 Verkäufen 2014 zum Bestseller bei den Pick-ups, wo 4.200 Amarok den zweiten Rang beim Absatz belegten. Diese Fahrt hält an, denn mit insgesamt 2.605 neu zugelassenen Ranger im ersten Halbjahr 2015 führt der Ford-Pritschenwagen das Segment der Pick-ups in Deutschland weiter an.

Trotz anziehendem Absatz herrscht in der Pick-up-Branche noch Ruhe vor dem Sturm. Der Mitsubishi L200 hat jetzt seinen Marktstart und 2.000 Verkäufe sind für 2016 in Deutschland geplant, das auch das Jahr ist, in dem die neuen Versionen von Nissan Navara, Toyota Hilux und auch vom Ford Ranger Akzente setzen können. Und 2017 kommt ein neuer Wettbewerber hinzu: der Mercedes Pick-up.

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