Fahrbericht Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid: Der Bestseller

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Jens Scheiner

Mitsubishi will mit dem Outlander Plug-in-Hybrid einen sparsamen Teilzeit-Elektro-SUV bieten. Das Fahrzeug ist weniger als zwei Jahre auf dem Markt und verkaufte sich in Europa bereits 40.000 Mal. Auf unseren Testfahrten zeigte der Japaner, wieviel Elektro in ihm steckt.

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Mitsubishi will mit dem Outlander Plug-in-Hybrid einen sparsamen Teilzeit-Elektro-SUV bieten.
Mitsubishi will mit dem Outlander Plug-in-Hybrid einen sparsamen Teilzeit-Elektro-SUV bieten.
(Foto: Mitsubishi)

Das SUV ist die Cashcow der Autoindustrie. Die meist nicht billigen und mit viel Ausstattung und starken Motoren aufgemöbelten Wagen verkaufen sich prächtig. Die Kehrseite der Medaille ist der deutlich höhere Kraftstoffverbrauch der SUV und Geländewagen gegenüber vergleichbaren Limousinen. Die Hersteller von SUVs arbeiten daran, dass deren hoher Anteil nicht die CO2-Ziele ihrer Fahrzeugflotten durchkreuzt und sich der Absatz-Boom zum Fluch wandelt. Denn das SUV hat in Deutschland das Zeug zum „Volkswagen“, immerhin meldeten im letzten Jahr in Deutschland 14 Prozent mehr Käufer einen neues Fahrzeug dieses Segments an. Beim Anteil an den Neuzulassungen rangieren nun hinter der Golfklasse mit 26,4 Prozent SUV und Geländewagen mit insgesamt 17,4 Prozent und 529.000 Fahrzeugen, noch vor den überholten Kleinwagen mit 15,1 Prozent.

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Starke Konkurrenz

Mitsubishi fördert den Plug-in-Hybrid und offeriert den 2001 eingeführten und seit 2013 in der dritten Generation gebauten Outlander weltweit als erstes sogenanntes „Plug-in-Hybrid Electric Vehicle" (PHEV) mit Allradantrieb. Der Kompakt-SUV ASX soll ebenfalls zum Stecker-Hybrid werden, damit beide der E-Mobilität in dem boomenden Segment einen Schub verpassen. Denn auch die Konkurrenz hat ihre Hausaufgaben gemacht. Volvo kommt im Herbst mit dem wuchtigen Volvo CX90 2.0 T8 Twin Engine auf den Markt, der 40 km rein elektrisch schaffen soll. Audi im Frühjahr 2016 mit dem Q7 E-Tron Quattro, dessen E-Maschine den Diesel-Hybrid-SUV 56 km weit antreiben soll. Beide Neulinge haben im EU-Testzyklus NEFZ einen Verbrauch je 100 km von 2,5 l (Volvo) und 1,7 l (Audi) entsprechend 49 g/km und 46 g/km CO2-Emission. Laut Werksangaben soll der Outlander PHEV mit 1,9 l und 44 g/km CO2-Ausstoß in einem ähnlichen Bereich liegen.

Meist fährt der Outlander Plug-in-Hybrid im Stadtbetrieb als Elektroauto. Das Laden der 12-kWh-Lithium-Ionen-Akkus an der 230-Volt-Steckdose über Ladekabel ist problemlos. Die On-Board-Batterieanzeige informiert über die Zeit der Vollladung im Test zwischen fünf Stunden bis sechs Stunden. Die optimale Stromnutzung und den effizienten Fahrbetrieb übernimmt die Antriebssteuerung. Wenn die Automatik den Fahrbefehl über den Schaltknopf im Joystick-Stil erhalten hat, startet das Fahrzeug immer elektrisch.

Ausreichende Antriebsenergie

Die Front- und Hinterachse des SUV-Plug-in-Hybrids treiben zwei E-Motoren mit jeweils 60 kW/82 PS Leistung an. Der Vierzylinder-Benziner mit 89 kW/121 PS Leistung übernimmt im Fahrbetrieb meist den Betrieb des angekoppelten 70-kW-Generators, der die Li-Ionen-Batterie lädt. Die liefert den Strom, der bei höherer Last, etwa beim plötzlichen Beschleunigen und bei Überholvorgängen benötigt wird. Zum SUV mit permanentem Allradantrieb wird der Outlander durch ein elektronisches Regelsystem, das die Funktion der kombinierten drei Motoren und den Allradantrieb mit den Traktions- und Sicherheitsfunktionen gewährleistet. Er „darf“ auch ins Gelände, weil das 12-kWh-Akku-System durch eine neue wasserdichte Konstruktion geschützt ist.

Maximale Reichweite schwankt

Der Plug-in-Hybrid-SUV der oberen Mittelklasse mit Platz für fünf Personen und ausreichendem Ladevolumen hat ein üppiges Leergewicht von 1,9 Tonnen. Das Reichweiten-Versprechen von rund 50 km ist da nur schwer einlösbar. Mal erreichte der Testwagen 48 km, ein andermal nur 26 km. Bei Autobahnfahrten mit vollen Li-Ionen-Akkus am Start und 45 Litern Benzin im Tank, soll nach Angaben des Herstellers eine maximale Reichweite 827 km möglich sein. Bei hohem Leistungsbedarf, etwa auf der Autobahn, übernimmt der Verbrenner den Hauptantrieb über die Vorderräder. Im Bedarfsfall unterstützen beide E-Maschinen den Benzinmotor, wobei der gekoppelte Generator zusätzliche Energie zur Erhöhung der Antriebseffizienz erzeugt. Insgesamt erreicht der Plug-in-Hybrid eine Leistung von 149 kW/203 PS und ein maximales Drehmoment von 332 Newtonmeter.

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Der Outlander ist gut ausgestattet und überzeugt auch als Plug-in-Hybrid mit üblichen Assistenzsystemen durch hohe Sicherheit, gute Fahreigenschaften und das Mitsubishi-Antriebskonzept. Ansprechend ist die Bedienung, die Sitz- und Innenraum-Gestaltung sowie der Komfort – wobei die straffe Federung in Kürze „weicher“ werden soll. Allerdings fehlten uns die obligatorischen Parksensoren. Überraschend, denn das Testfahrzeug hatte sogar eine Rückfahrkamera.

Einstiegspreis bei 39.990 Euro

Doch hat das elektrische fast geräuschlose Fahren auch seinen Preis. Bei durchschnittlich 0,29 Euro/kWh an der 230-Volt-Steckdose kosteten die Strom-Testfahrten 7,00 Euro/100 km, umgerechnet in Super entsprechen das rund 4,7 l/100 km. Auf Stadtfahrten ohne anfänglich volle Batterie konsumierte der Hybrid-SUV 6,3 l/100 km, bei Autobahnfahrten schluckte er im Test maximal 8,3 l/100 km. Bei Preisen von 39.990 Euro bis 49.990 Euro für die drei Ausstattungs-Versionen des Mitsubishi Plug-in-Hybrid Outlander, offeriert sich das SUV als Alternative zum Elektroauto. Das Testauto in der „Plus“-Version kostet 44.990 Euro und hat zusätzlich zum Basis-PHEV etwa Touchscreen-Kommunikationssystem mit Navi und Digital-Radio sowie Rückfahrkamera und Xenon-Scheinwerfer.

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