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Mercedes CL Mobiler Sicherheitstrakt

| Redakteur: Jürgen Goroncy

Der neue Mercedes-Benz CL vereint als Technologieträger die neusten Schutztechniken in sich.

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Mithilfe des Nachtsicht-Assistenten vergrößert sich die Sichtweite des Autofahrers auf bis zu 200 Meter.
Mithilfe des Nachtsicht-Assistenten vergrößert sich die Sichtweite des Autofahrers auf bis zu 200 Meter.
( Archiv: Vogel Business Media )

Prominentester Gefahrenkiller ist das aus der S-Klasse bekannte passive Schutzsystem Presafe. Es funktioniert wie ein Reflex, mit dem sich Lebewesenintuitiv vor Gefahren schützen. Den Automatismus nutzt Mercedes für das Automobil, denn die Erkenntnisse der modernen Unfallforschungzeigen, dass mehr als zwei Drittel aller schweren Unfälle kritische Fahrmanöver vorausgehen. Diese gilt es zu erkennen, damit die Reflexe (Gegenmaßnahmen)einsetzen können.

Im CL liefern die Fahrdynamikdaten des ESP und der 77-Gigahertz-Fernradardes Abstandsregeltempomaten sowie der 24-Gigahertz-Nahbereichsradardie Informationen über kritische Fahrsituationen. Die Elektronik wertet sie aus und stellt als Reflex die passiven Rückhaltesysteme auf einen möglichen Crash ein:

• Anpassung der Höhen- und Längseinstellung sowie der Kissen- und Lehnenneigung deseifahrersitzes, damit der Gurt und die Airbags ihre volle Wirkung entfalten.

• Druckaufbau in den Luftpolsternder optional erhältlichen Multikontursitze, die Fahrer undeifahrer besser abstützen.

• Schließen der vorderen Seitenscheiben und des Schiebedachs, damit die Insassen nicht ausdem Fahrzeug geschleudert werden und keine Fremdkörper eindringen. Außerdem können sich die Windowbags an den Seitenscheibenbesser abstützen.

• Berechnung des optimalen Bremsdrucks und sofortige Bereitstellung, wenn der CL-Fahrer auf das Bremspedal tritt.

• Reagiert der Fahrer nicht auf die vom System erkannte Gefahr, verzögert der Bremsassistent nach Warnhinweisen an den Fahrerautomatisch mit bis zu 0,4 g. Umgerechnet sind das etwa vier Meter pro Sekundequadrat oder 40 Prozent der maximalen Bremsleistung. Dieser deutliche und letzte Warnhinweis fordert den Fahrer auf, endlich selbst mit maximaler Kraft zu verzögern.

Der Bremsassistent und die Presafe-Bremsfunktion sind als Bestandteile des Wunsch-Ausstattungspakets Distronic erhältlich.

Durchblick bei Dunkelheit soll das aktive Nachtsichtsystem von Bosch schaffen. Es stützt sich auf zwei aktive Scheinwerfer im Frontend, die für den Menschen unsichtbares Infrarotlicht aussenden. Die von Gegenständen reflektierten Strahlen fängt eine an der Innenseite der Frontscheibe eingebaute Kamera auf. Der CMOS-Sensor (Complementary Metal Oxide Semiconductor) und die Infrarot-Kamera schwächen dabei störende Blendlichter elektronisch ab und heben gleichzeitig andere Bildinhalte hervor, sodass selbst Details gut zu erkennen sind.

Im detaillierten Graustufenbild sieht Mercedes-Benz einen besonderen Vorteilgegenüber der von BMW bevorzugtenpassiven Infrarottechnik. Auf dem Display im Kombiinstrument seien Verkehrszeichen, Fußgänger, Radfahrer, verlorene Ladung oder andere Gefahrenquellen bis in maximal 200 Meter Entfernung sichtbar, heißt es aus Stuttgart. In dieser Informationsfülle liegt zugleich ein Schwachpunkt des Systems. Mit einem kurzen Blick auf das Display sind die Gefahrenquellen nur sehr schwer auszumachen. Längeres Studieren des Bildes oder häufigere Blicke verbietet aber die Verkehrssicherheit.