Neue Mobilität

Moia startet Fahrdienst in Hamburg mit eigens entwickeltem E-Kleinbus

| Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Das sechs Meter lange Elektrofahrzeug wurde auf der Basis des Transporters Crafter eigens für den Moia-Dienst entwickelt und bei VW in Osnabrück in Kleinserie produziert.
Das sechs Meter lange Elektrofahrzeug wurde auf der Basis des Transporters Crafter eigens für den Moia-Dienst entwickelt und bei VW in Osnabrück in Kleinserie produziert. (Bild: Moia)

Der VW-Fahrdienst Moia geht in Hamburg Mitte April mit 100 elektrisch angetriebenen Kleinbussen an den Start. Das Experiment in Sachen urbane Mobilität lassen sich die Wolfsburger einiges kosten.

VW-Fahrdienst Moia steht in Hamburg vor dem Regelbetrieb: 100 E-Kleinbusse sollen ab dem 15. April in der Hansestadt unterwegs sein und Fahrgäste transportieren. Bis zum Ende des Jahres sollen rund 500 Moia-Fahrzeuge auf den Hamburger Straßen unterwegs sein und einen Großteil des Stadtgebietes nördlich der Elbe abdecken, teilten die Geschäftsführer Ole Harms und Robert Henrich am Donnerstag (14. März) in der Hansestadt mit. Erste Erfahrungen hat Moia bereits in Hannover gesammelt; dort sind jedoch noch umgebaute benzingetriebene Transporter im Einsatz, die mittelfristig durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden sollen. Dort gehört der Fahrdienst auch schon zum öffentlichen Betrieb.

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Der Start in Hamburg ist für den VW-Konzern ein starker Aufschlag im Markt der Mobilitätsdienstleistungen in Großstädten. Es handele sich bei Moia nicht einfach um eine App, sondern um ein hochkomplexes Produkt, betonte Henrich. Rund 150 IT-Entwickler arbeiten in Hamburg an den Algorithmen und dem zugrundeliegenden Gesamtsystem. Moia hat bereits 400 Fahrer fest angestellt und will bis zum Ende des Jahres in Hamburg insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Moia: Hamburg ist das Leuchtturmprojekt

Das sechs Meter lange Elektrofahrzeug wurde auf der Basis des Transporters Crafter eigens für den Moia-Dienst entwickelt und bei VW in Osnabrück in Kleinserie produziert. VW lässt sich das Experiment mehrere 100 Millionen Euro kosten. „Hamburg ist unser Leuchtturmprojekt und die Vorbereitung für alle weiteren Schritte in die Zukunft“, sagte Harms. Moia wolle nicht in Konkurrenz mit dem öffentlichen Nahverkehr treten, sondern ihn ergänzen.

Das Unternehmen verstehe sich als Teil eines Netzwerkes, das künftig urbane Mobilität sicherstellen werde und werde daher auch über die nächste Auflage der Switchh-App buchbar sein. In dem Projekt Switchh bündelt Hamburg diverse Mobilitäts-Angebote, von U- und S-Bahnen über Leih-Fahrräder, Mietwagen, Carsharing bis hin zu den Sammeltaxis. Der Benutzer soll mit einer einzigen Anwendung in seinem Smartphone den schnellsten und günstigsten Weg finden, seine Mobilität in der Stadt sicherzustellen, ohne ein eigenes Auto zu benutzen. Ähnliche Pläne gibt es in Berlin mit der App Jelbi.

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Moia ist weder ein Taxi noch ein Linienbus, sondern etwas dazwischen. Der Kunde, der sich zuvor die entsprechende App auf seinem Smartphone installiert hat und mit seiner Kreditkarte registriert ist, gibt seinen Fahrwunsch ein. Die App teilt ihm den Fahrpreis mit sowie den nächstgelegenen Haltepunkt für ein Moia-Sammeltaxi und ein Zeitfenster. Der Kunde wird nicht an der Haustür abgeholt, sondern muss einen von rund 10.000 virtuellen Haltepunkten im Stadtgebiet aufsuchen, der jedoch höchstens 150 Meter entfernt sein soll. Während der Fahrt können andere Passagiere aus- und zusteigen, die eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen. Der Fahrpreis soll im Durchschnitt bei sechs bis sieben Euro je Fahrt liegen. Moia will an Werktagen von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts fahren, an Wochenenden oder Feiertagen durchgehend.

Das Geschäft mit der Mobilität

Urbane Mobilität ist für viele Auto-, Mobilitäts- und Internetunternehmen ein wichtiges Thema der Zukunft. Am Start sind national und international unter anderem Uber (Taxi-Startup), Car2Go/Drivenow unter der neuen Marke Share Now (Carsharing von BMW und Daimler), BlaBlaCar (Mitfahrzentrale), Lyft (Fahrdienst), Ioki (On-Demand-Angebot Deutsche Bahn) sowie weitere. Auch klassische Taxi-Unternehmen wie Hansa-Taxi und Mytaxi bieten Ride-Sharing an, also geteilte Fahrten zu günstigeren Preisen.

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