Suchen

FTE Motorradsparte aufgelöst

| Redakteur: Jan Rosenow

Der Zulieferer FTE Automotive aus Ebern hat bereits am 1. Mai 2008 seine Zweiradsparte aufgelöst. Damit endete nach über 20 Jahren die eigenständige Entwicklung von Motorrad-ABS-Systemen bei FTE.

Firmen zum Thema

Die Aktivitäten werden in die zugehörigen Fachabteilungen eingegliedert, die die verbliebenen Serienaufträge für BMW, Peugeot und Piaggio weiterführen sollen. Die Fertigung für BMW (K 1200 LT) läuft dieses Jahr aus, das Roller-ABS für Piaggio und Peugeot soll aber noch mehrere Jahre weiterproduziert werden.

Den Grund für die Entscheidung des ABS-Pioniers erläuterte Entwicklungsleiter Michael Müller gegenüber »Automobil Industrie« so: „Die Nachfrage nach ABS-Systemen, die speziell für Motorräder entwickelt wurden, ist stark zurückgegangen. Heutige Motorrad-ABS sind meist von Auto-Systemen abgeleitet, die in hohen Stückzahlen und damit zu niedrigen Kosten produziert werden. Damit konnten wir nicht mehr konkurrieren.“

Erstes Motorrad-ABS

Das Unternehmen hatte 1988 das erste Motorrad-ABS überhaupt entwickelt und zusammen mit BMW in Serie gebracht. Höhepunkt der Entwicklung war das Integral-ABS mit Bremskraftverstärker, das 2001 auf den Markt kam. Es bot zwar viele Funktionen, kam aber auch durch mysteriöse Ausfälle im Jahr 2005 ins Gerede. BMW setzt bei seinen neuen Modellen auf technisch einfachere ABS-Systeme von Continental und Bosch. Zu den besten Zeiten liefen in Ebern 70.000 Einheiten pro Jahr vom Band. In diesem Jahr werden es nur 8.000 sein.

Trotz dieses starken Produktionsrückganges will FTE keine Arbeitskräfte abbauen, sondern die betroffenen Ingenieure und Arbeiter in anderen Unternehmensbereichen einsetzen.

(ID:262533)