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Motorsport Engineering

Porsche stellt neuen 911 GT3-Rennwagen vor

| Autor/ Redakteur: Harald Gallinis / Wolfgang Sievernich

Der neue Porsche 911 GT3 R wird für die Kundenteams ab 2016 ausgeliefert und kostet 429.000 Euro. Der Hersteller will bis zu 30 Fahrzeuge in der ersten Saison ausliefern.

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Mit dem neuen Porsche 911 GT3 R der Modellgeneration 991 kommt endlich der Nachfolger des Modell 997 zu den Kunden.
Mit dem neuen Porsche 911 GT3 R der Modellgeneration 991 kommt endlich der Nachfolger des Modell 997 zu den Kunden.
(Foto: Porsche)

Porsche hat anlässlich der 24 Stunden Rennen am Nürburgringdie neueste Version seines GT3-Modells 911 GT3 R vorgestellt. Der Wagen soll der Konkurrenz von Audi, Mercedes, BMW und all den anderen GT3 Herstellern ab 2016 wieder Paroli bieten. Der aerodynamisch deutlich weiterentwickelte Wagen kann ab sofort für einen Preis von 429.000 Euro zuzüglich landesspezifischer Mehrwertsteuer bestellt werden. Porsche beabsichtigt in der Saison 2016 20-30 Autos zu verkaufen.

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Deutlich mehr Abtrieb

Der von den Entwicklungspiloten Jörg Bergmeister und Patrick Pilet enthüllte Wagen ist um eine Achillesferse des bisherigen 911´ers erleichtert worden. Erstmals gibt es einen zentralen Kühler statt deren zwei in den Kotflügeln. Ausfälle aufgrund von Kühlerschäden nach rustikalen Kontakten mit Kontrahenten oder Streckenbegrenzungen sollen damit deutlich seltener vorkommen. Dass Level des Abtriebs wurde durch intensive aerodynamische Feinarbeit noch mal deutlich gesteigert. „Der Wagen hat mehr Abtrieb als unser GTE“ verriet Bergmeister, „Und der hat schon nicht wenig!“ Porsche Motorsportchef Dr Steffen Walliser ergänzte: “Bei einem GT3 kommt es für einen Renneinsatz heute entscheidend darauf an wie sich die Fahrbarkeit für die Privat- und Amateurpiloten gestaltet. Erst wenn die Am-Piloten in einem Team komfortabel schnell fahren können, dann ist auch das gesamte Team schnell und erfolgreich. Daher stand das Handling bei der Entwicklung des Wagens im besonderen Fokus und die Aerodynamik ist da ein entscheidender Baustein.“

Verlängerter Radstand

Der Radstand des neuen Wagens wurde um 8,3cm verlängert. Konsequenter Leichtbau bei Karosserie, Anbauteilen und Fahrwerk ermöglichte es den Ingenieuren, die Schwerpunktlage des GT3 R gegenüber dem Vorgängermodell noch einmal zu optimieren. Angetrieben wird der neue 911 GT3 R von einem 4,0 Liter-Sechszylinder-Boxermotor, der weitgehend identisch mit dem Serienaggregat des straßenzugelassenen 911 GT3 RS ist. Für einen besonders effizienten Umgang mit dem Kraftstoff sorgen die Benzindirekteinspritzung, die mit Drücken bis zu 200 bar arbeitet, sowie eine variable Nockenwellenverstellung. Gleichzeitig bietet der Saugmotor eine gegenüber dem Vorgängeraggregat deutlich verbesserte Leistungsentfaltung und ein breiter nutzbares Drehzahlband. Die Kraft des Heckmotors wird mittels eines sequenziellen Porsche-Sechsgang-Klauengetriebe an die 31cm breiten Hinterräder übertragen. Wie bei den GT-Straßenmodellen des 911 betätigt der Fahrer zum Schalten der Gänge eine Wippenschaltung am Lenkrad.

Mehr Tankvolumen

Auch das Bremssystem des 911 GT3 R wurde weiter optimiert und eignet sich dank besserer Steifigkeit und einer präziseren Regelung des Antiblockiersystems noch besser für Langstreckenrennen. An der Vorderachse sorgen Sechskolben-Aluminium-Monobloc-Rennbremssättel in Kombination mit innenbelüfteten, geschlitzten Stahlbremsscheiben mit 380 Millimeter Durchmesser für brillante Verzögerungswerte. An der Hinterachse sind Vierkolben-Sättel und Scheiben mit 372 Millimeter verbaut.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt war die Sicherheitsausstattung des GT3 R. Der gegenüber dem Vorgängermodell um 12 auf 120 Liter vergrößerte FT3 Sicherheitstank wurde verstärkt und verfügt über ein „Fuel-Cut-Off“ Sicherheitsventil. Die Türen sowie die Seitenscheiben sind abnehmbar. Die Rettungsluke im Dach wurde vergrößert. Der neue Rennschalensitz bietet den Piloten im Falle eines Aufpralls noch besseren Schutz. Eine beheizbare Frontscheibe zählt zwar nicht unbedingt zur Sicherheitsausstattung, soll den Wagen aber für den Einsatz bei besonders kühlen und verregneten Rennen prädestinieren.

Abgerundet wird das Design durch einen Heckflügel mit maximalen zwei Meter Breite und bis zu 40 cm Tiefe.

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