Elektromobilität Nanoflowcell präsentiert Quant F in Genf

Redakteur: Thomas Günnel

Nanoflowcell stellt auf dem Genfer Automobilsalon 2015 den Quant F der Öffentlichkeit vor. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des rein elektrisch angetriebenen Quant E – und wartet mit einigen imposanten Daten auf.

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Nanoflowcell präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon 2015 den neuen Quant F. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des rein elektrisch angetriebenen Quant E.
Nanoflowcell präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon 2015 den neuen Quant F. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des rein elektrisch angetriebenen Quant E.
(Foto: Nanoflowcell)

Die viersitzige Elektro-Sportlimousine mit der sogenannten Nanoflowcell Antriebstechnik ist die Weiterentwicklung des Quant E aus dem Jahre 2014, dem ersten vom TÜV zugelassenen Automobil mit Flusszellenantrieb. „Der neue Quant F ist komplett re-engineered und re-designed. Mit seinem neu entwickelten 2-Gang-Automatikgetriebe, haben wir ein neues Antriebssystem entwickelt, das es so bislang noch nicht gab“, sagt Nunzio La Vecchia, Technischer Leiter der Nanoflowcell AG.

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Kurzzeitig bis zu 1.090 PS

Die imposanteste Weiterentwicklung ist der Leistungswert: „Wir erreichen aktuell mit dem Fahrzeug kurzzeitig 1.090 PS/801,69 kW und ein Maximum der Nennspannung von 735 Volt (vorher 600 Volt). Das stellt eine massive Erhöhung für ein Elektrofahrzeug dar. Wichtig ist mir an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es nicht um das Hochtreiben von PS-/kW-Werten geht, sondern für uns Forscher darum, was technisch machbar ist. Für einen zukünftigen Normalbetrieb wird die Nennspannung aus technischen wie ökonomischen Gründen beim Quant F bei circa 400 Volt liegen“, verdeutlicht La Vecchia weiter. Die Kraftübertragung auf die Straße übernehmen vier Elektromotoren – die entsprechend angesteuert auch reinen Heckantrieb ermöglichen. Mit weit über 300 km/h gibt Nanoflowcell die Spitzengescgwindigkeit des Quant F an.

Nanoflowcell Quant E
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Kontinuierliche Stromleistung von 50 Ampére

Die weiterentwickelte sogenannte Flusszelle liefert kontinuierlich über 50 Ampere Stromleistung in das neu entwickelte Puffersystem des Fahrzeugs. Dieses Pufferstem generiert wiederum bei Bedarf kurzfristig über 2.000 Ampere Stromleistung. „Unseres Wissens nach hat noch niemand im Automobilbereich ein System mit über 2.000 Ampere Stromleistung in einem PKW auf die Straße gebracht. Das ist einmalig. Wir schaffen dies durch die Kombination aus unserer Flussbatterie und dem neuen Puffersystem. Dieses System ist für die Zukunft der Elektromobilität eine riesen Chance", sagt La Vecchia. Neben den außergewöhnlichen Leistungsdaten und Designs verfügt das Fahrzeug laut Hersteller über eine eindrucksvolle Reichweite: 800 Kilometer rein elektrisch verspricht der Hersteller.

Die Funktionsweise der Flusszelle

Die Flusszelle als alternative Antriebsform wird mit einer ionischen Flüssigkeit betrieben. „Statt mit Wasserstoff und Sauerstoff wie bei einer herkömmlichen Brennstoffzelle arbeiten wir mit zwei ionischen Flüssigkeiten, eine positiv und eine negativ geladen“, erklärt La Vecchia. Insgesamt 500 Liter Tankvolumen fasst das Fahrzeug, in zwei 250-Liter-Tanks, die im Unterbau des Quant untergebracht sind. „Wir sind hier erst am Anfang unserer Entwicklungen. Da wir die Energie für unseren Antrieb in einer Flüssigkeit speichern, haben wir enorme Vorteile gegenüber bisherigen Systemen in der Elektromobilität. Wir können sämtliche Hohlräume im Fahrzeug zum Transport der ionischen Flüssigkeit nutzen. Da diese nicht brennbar und zudem toxikologisch unbedenklich ist, sind wir damit aus unserer Sicht auf dem absolut richtigen Weg“, ist sich La Vecchia sicher.

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Serienfertigung angestrebt

Der Quant F soll, wenn es nach seinem Hersteller geht, die Homologation für die Serienfertigung erreichen. Dazu hatte das Unternehmen Ende vergangenen Jahres bereits eine eigene Produktionsfirma gegründet. „Das Exterieur des neuen Quant F entspricht technisch bereits zu 100 Prozent den Anforderungen der Serien-Homologation. Das Interieur ist zu circa 90 Prozent homologationsfähig. Offen sind aktuell unter anderem noch die Homologation für das Fontdisplay, die Airbags, die Crashtests sowie formale Prüfungen und Dokumentationen“, erklärt La Vecchia.

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