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E-Auto Mia Nettopreis unter 20.000 Euro

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Dienstleister Conenergy hat die E-Auto-Sparte von Heuliez übernommen. Die weiteren Pläne zur Einführung des Mia erläutert Oliver Bussick im Interview.

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Herr Bussick, Conenergy und die Kohl-Gruppe haben von Heuliez die E-Auto-Sparte samt Mia übernommen. Wann kommt das Elektroauto Mia auf den Markt?

Oliver Bussick: Wir beginnen mit dem Verkauf des Mia in Deutschland und in Frankreich im zweiten Quartal 2011.

Haben Sie bereits ein Händlernetz?

Wir sind gerade im Aufbau eines Vertriebsnetzes und führen diverse Gespräche. Da wir den Mia vor allem an gewerbliche Kunden verkaufen wollen, ist das Thema wichtig, aber es hat noch etwas Zeit.

Welche gewerbliche Kunden wollen Sie erreichen?

Es gibt unter den gewerblichen Nutzern einen signifikanten Anteil, der die Fahrzeuge vor allem lokal und mit weitestgehend planbaren Reichweiten nutzt. Dazu gehören die vor Ort agierenden Stadtwerke und kommunalen Fuhrparks genau so wie die Liefer- und Serviceketten im Bereich der „letzten Meile“. Diese wollen wir mit unserem Angebot ansprechen.

Wie viele Aufträge haben Sie bereits?

Da wir noch nicht alle verkaufsrelevanten Abstimmungen getroffen haben, nehmen wir momentan noch keine Aufträge entgegen. Aber es gibt zahlreiche Voranmeldungen, vor allem von großen Fuhrparks. Das Interesse unserer Kunden entspricht etwa der ersten Jahresproduktion.

Können Sie dies in Zahlen benennen?

Unser Ziel ist es, im zweiten Halbjahr 2011 rund 5.000 Einheiten zu verkaufen. 2012 wollen wir unseren Absatz auf 10.000 Elektroautos erhöhen.

Wie viel soll der Mia kosten?

Der genaue Preis steht noch nicht fest. Auf jeden Fall soll der Nettopreis unter 20.000 Euro liegen.

Wo sehen Sie ihre Wettbewerber – eher im Think City oder eher im Nissan Leaf?

Weder noch, der Mia ist kein umgebautes konventionelles Auto, sondern ein eigenständiges Elektromobilitätskonzept. Er richtet sich ganz speziell an lokale Mobilität. Das kommt zum Beispiel durch die Schiebetüren zum Ausdruck.

Ursprünglich wollten Sie mit dem Mia bereits im zweiten Halbjahr 2010 auf den Markt kommen. Warum hat dies nicht geklappt?

Die Insolvenz der Muttergesellschaft Heuliez hat den Prozess verzögert. Das Unternehmen wurde auf gespalten: Das traditionelle Geschäft mit Dach- und Auftragsfertigung hat ein französisches Konsortium übernommen, wir haben die E-Auto-Gesellschaft gekauft, die nicht insolvent war.

Was gehört zu dem Paket Ihrer Investition?

Das Paket umfasst den Mia in seinem heutigen Entwicklungsstand. Zudem haben wir das Werk für E-Autos und rund 150 Mitarbeiter übernommen. Hier können wir problemlos die von uns angestrebte Absatzmenge produzieren. Insgesamt bestehen Kapazitäten für bis zu 20.000 E-Autos.

Conenergy ist bislang als Dienstleister in der Energiewirtschaft aktiv. Inwiefern können Sie von ihrem bisherigen Kerngeschäft profitieren?

Conenergy hat direkten Zugang zur Energiewirtschaft auf kommunaler Ebene. Hier sehen wir unsere Kunden. Nach unserer Einschätzung spielt sich die E-Mobilität zunächst auf dieser Ebene ab. Schließlich finden auch hier die meisten Fahrten statt. Wir wollen also die praktische Umsetzung im lokalen Umfeld und nicht das theoretische diskutieren über Reichweiten von bis zu 500 Kilometern.

Wollen Sie ihr Portfolio ausdehnen?

Wir sind sehr flexibel, sowohl mit der Mannschaft als auch mit der Struktur. Natürlich haben wir noch weitere Ideen, aber die stehen heute nicht im Vordergrund. Wir kümmern uns zunächst um die Einführung des Mia 2011.

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