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Automobilzulieferindustrie Netzwerk der Ost-Autozulieferer

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Die ostdeutsche Automobilzulieferindustrie sucht nach neuen Kooperationsmöglichkeiten, um im Wettbewerb um Aufträge der Autokonzerne besser bestehen zu können.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die ostdeutsche Automobilzulieferindustrie sucht nach neuen Kooperationsmöglichkeiten, um im Wettbewerb um Aufträge der Autokonzerne besser bestehen zu können. "Ein Netzwerk der vielfach mittelständischen Firmen ist im Entstehen", sagte der Geschäftsführer des Vereins der Automobilzulieferer Thüringens (AZT), Michael Lison. Ein erstes Treffen habe es im Frühjahr in Brandenburg gegeben, ein weiteres sei im Juni in Meckenburg-Vorpommern geplant. Allein der Thüringer Verein vertritt nach eigenen Angaben 88 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von etwa zwei Milliarden Euro.

Ziel sei es, eine Art Interessengemeinschaft der Branche mit einer eigenen Organisationsstruktur zu schaffen, "in der die Unternehmen das Wort haben", sagte Lison. Das Netzwerk sei auch eine Reaktion auf den Kostendruck, den Zwang zu ständigen Neuentwicklungen und den Trend zur Lieferung von Komponenten und Baugruppen statt Einzelteilen. Die Automobilindustrie, die seit Anfang der 90er Jahre Milliarden in neue Werke investiert hat, gehört zu den wichtigsten Industriearbeitgebern in den neuen Ländern. Fachleute schätzen, dass sie mehr als zehn Prozent des ostdeutschen Industrieumsatzes erwirtschaftet.

Automobilzulieferverein in Thüringen

Der Automobilzulieferverein in Thüringen hatte sich in diesem Jahr neu organisiert. Die Mitgliederzahl stieg binnen Jahresfrist um mehr als ein Fünftel. "Der AZT versteht sich als unabhängige Unternehmerorgansiation, die ihren Mitgliedern vor allem Serviceleistungen von Beratung über Weiterbildung bis zu gemeinsamen Messeauftritten anbieten will", sagte der Geschäftsführer. Der Verein will auch als Vermittler zwischen Firmen und Hochschulen sowie Autoherstellern und -zulieferern auftreten.

Das Angebot reiche bis zum Projektmanagement, sagte Lison. "Oft sind Projekte so groß, dass sie die Anforderungen an Kapazität und Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Firmen übersteigen." EineMöglichkeit, "um große Aufträge zu stemmen", sei die Organisation von Netzwerken. Die Thüringer Automobilindustrie beschäftigt nach offiziellen Angaben mehr als 10.000 Mitarbeiter, hinzu kommen mehrere 1000 in anderen Branchen. In den neuen Ländern insgesamt sind es etwa 38.000 Beschäftigte.

Die Zahl der Thüringen Firmen, die zumindest teilweise als Zulieferer agieren, stieg in den vergangenen Jahren auf etwa 350. Nahezu die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Branche mit Exporten.