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Fraunhofer IAO Netzwerk für intelligente Werkstoffe

| Redakteur: Bernd Otterbach

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat das Innovationsnetzwerk iWerk für intelligente Werkstoffe ins Leben gerufen.

Zwei Drittel aller Innovationen in Deutschland basieren auf Werkstoffweiter- oder -neuentwicklungen. Intelligente Werkstoffe, also Werkstoffe deren Eigenschaften sich passiv aufgrund von Umweltbedingungen oder aktiv durch Energiezufuhr verändern, stellen dabei ein besonderes Innovationspotenzial dar. Dieses Potenzial für Unternehmen zu erschließen ist das Ziel des Innovationsnetzwerks Intelligente Werkstoffe - kurz iWerk - des Fraunhofer IAO.

Großes Potenzial

Intelligente Werkstoffe sind bereits heute in zahlreichen Produkten im Einsatz: Das Einsatzspektrum reicht von Piezo-Werkstoffen in Einspritzventilen für hocheffiziente Motoren über mikroverkapselte Latentwärmespeicher in Häuserfassaden bis hin zu Lebensmitteletiketten für die Überwachung von Kühlketten. Das Potenzial sei jedoch ungleich größer, so das Fraunhofer-Institut IAO. Derzeit arbeiten Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft beispielsweise an Lacken, deren Farbton sich beliebig verändern lässt, an Oberflächen, die im einen Moment von Wasser benetzt werden und im anderen Moment Wasser abstoßen, an Polymeren, die unter Spannung leuchten, oder an aktiv gelagerten Bauteilen, welche Lärm und Vibration gezielt verringern können.

Doch nicht nur in den Fraunhofer-Instituten wird die Forschung und Entwicklung von intelligenten Werkstoffen vorangetrieben. Weltweit beschäftigen sich Forschungseinrichtungen und Universitäten mit der Entwicklung von intelligenten Werkstoffen. Das Ziel des Fraunhofer IAO ist es, diese Entwicklungen systematisch zu identifizieren, zu bewerten und das Generieren von Innovationen gezielt zu forcieren.

Wettbewerbsvorteile für Netzwerkpartner

Dazu hat das Fraunhofer IAO das Innovationsnetzwerk iWerk ins Leben gerufen. Teilnehmende Unternehmen sollen im Rahmen von iWerk dabei unterstützt werden, technologische Entwicklungen auf dem Gebiet intelligenter Werkstoffe weltweit zu identifizieren sowie ihr technisches und wirtschaftliches Einsatzpotenzial für die eigenen Produkte zu bewerten. Dabei sollen innovative Produkte auf Basis von Werkstoffentwicklungen entstehen, die den Netzwerkpartnern klare Wettbewerbsvorteile einbringen können.

Das Konzept des Innovationsnetzwerks eignet sich besonders gut, um unternehmensübergreifende Fragestellungen im vorwettbewerblichen Bereich zu erforschen. Durch das Zusammenwirken von Forschungseinrichtungen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen in einem Netzwerk wird die Realisierung neuartiger Konzepte und Lösungen mit einer enormen Schubkraft vorangetrieben. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der beteiligten Unternehmen sorgen in Verbindung mit Spitzenforschung für effiziente Innovationsprozesse. Jedes teilnehmende Unternehmen stellt dabei ein überschaubares Budget zur Verfügung und soll von ungleich umfangreicheren Forschungsergebnissen peofitieren als dies bei einem bilateralen Projekt möglich wäre.

Start im Juni 2009

Die erste Phase des Innovationsnetzwerks iWerk soll im Juni 2009 starten und Unternehmen zwei Jahre lang dabei unterstützen, Potenziale und Einsatzmöglichkeiten intelligenter Werkstoffe gezielter für sich zu nutzen. Ein erster Workshop zum Innovationsnetzwerk iWerk fand im Rahmen des Forums „Intelligente Werkstoffe“ am 19. und 20. März 2009 am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart statt. Weitere Informationen zum Innovationsnetzwerk und zum Forum sind im Internet unter www.intelligente-werkstoffe.de zu finden.

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