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CEO und UFO Neue chinesische Offensive

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Trotz des PR-Debakels um den Geländewagen Landwind und die Brilliance-Limousine BS6 drängen weitere chinesische Marken nach Europa.

Das Design des CEO orientiert sich an BMW-Vorbildern.
Das Design des CEO orientiert sich an BMW-Vorbildern.
( Archiv: Vogel Business Media )

Trotz des PR-Debakels um den Geländewagen Landwind und die Brilliance-Limousine BS6 drängen weitere chinesische Marken nach Europa. Die Großen der Branche wie Geely und Great Wall halten sich allerdings vorerst zurück. Auf der IAA werden gleich mehrere neue Modelle präsentiert, wie der Importeur gegenüber »Automobil Industrie« bestätigte. Auf dem Stand der in München ansässigen China Automobile Deutschland GmbH geben zwei SUV und ein neuer Kleinwagen ihr Stelldichein.

Teuerstes Modell ist der Typ CEO von Shuanghuan, der sich formal an den X-Modelle von BMW orientiert. Seine technische Konstruktion ist allerdings deutlich einfacher. Ein 2,4-Liter-Vierzylinder Benzinmotor mit 125 PS bringt den über 1,7 Tonnen schweren CEO laut Hersteller auf Tempo 165. Der CEO wird in Deutschland etwa 25.000 Euro kosten und auch mit Flüssiggas-Antrieb verfügbar sein. Er hat die europäische Typprüfung COC bereits absolviert.

Preisknüller: Günstiger gehts nicht

Deutlich weniger, nämlich rund 15.000 Euro, wird der UFO von Zhejiang Jonway kosten, dessen Außenhaut mit dem Vorgänger des Toyota RAV4 so gut wie identisch ist. Er verfügt über einen 2,0-Liter- oder einen 2,4 Vierzylinder-Benzinmotor und Frontantrieb. Das Interieur ist eigenständig gestaltet. Als Preisknüller wird ein zweitüriger, viersitziger Kleinwagen gezeigt, der weniger als 7000 Euro kosten soll und damit das billigste Auto auf dem deutschen Markt wird.

Angetrieben wird der Kleinwagen von einem immerhin 80 PS starken Motor. Der Importeur kooperiert außerdem mit der Marke Zhejiang Gonow, die Fahrzeuge konventioneller Bauart produziert. Derzeit stehen in China der Geländewagen GX6-2, der sich optisch am Toyota Land Cruiser orientiert, und der Pickup Alter im Lieferprogramm. Mit dem Europastart will man sich allerdings Zeit lassen, bis die nächste Modellgeneration debütiert. Mitte 2008 soll es soweit sein.

Erste Modelle im Oktober

Schon im Oktober sollen die ersten Modelle ausgeliefert werden - ein paar hundert in 2007, rund 5000 in 2008. China Automobile Deutschland ist auf Händlersuche: Bis jetzt haben 15 Händler unterschrieben, bis zur IAA sollen es 30 bis 35 sein. Die Margen liegen über 15 Prozent, im Vergleich sei das "sehr gut", sagt Karl Schlössl, Geschäftsführer der Importeursgesellschaft.

Sie koordiniert den Vertrieb für verschiedene nord-, mittel- und osteuropäische Märkte. In Italien ist der CEO übrigens schon heute auf dem Markt. Die Geländewagen CEO und UFO dürften vor allem mit den koreanischen Geländewagen Chevrolet Captiva, Hyundai Tucson und Kia Sportage konkurrieren. Der neue Kleinwagen greift im untersten Fahrzeugsegment an.

Abschreckende Sicherheitsdiskussion

Das Thema "Sicherheit", an dem die bislang in Europa gezeigten chinesischen Modelle gescheitert sind, will man in Griff haben. "Die Modelle wurden zwei Jahre lang für Europa getestet, und es hat erhebliche konstruktive Änderungen gegeben," sagt Schlössl.

Wegen der Diskussion um die Sicherheit chinesischer Fahrzeuge haben die Hersteller Geely und Great Wall unterdessen Abstand von einem IAA-Auftritt genommen. Dort konzentriert man sich nun auf den Genfer Salon, wie »Automobil Industrie« von Insidern erfuhr.