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Motorsport Engineering Neue Konkurrenz beim Fuel-Flow-Meter

Autor / Redakteur: Annette Laqua / Wolfgang Sievernich

Gill Sensors hat mit Sentronics einen neuen Konkurrenten in Sachen Durchflussmengenbegrenzer für die LMP1-Klasse bekommen.

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Sentronics hat einen neuen Durchflussmengenbegrenzer vorgestellt, der für die LMP1-Motoren von Porsche (im Bild), Audi oder Toyota verwendet werden könnte.
Sentronics hat einen neuen Durchflussmengenbegrenzer vorgestellt, der für die LMP1-Motoren von Porsche (im Bild), Audi oder Toyota verwendet werden könnte.
(Foto: Porsche)

Seit 2014 wird die Anpassung der unterschiedlichen Konzepte der LMP1-Fahrzeuge über die Durchflussmengenbegrenzung erreicht und diese muss natürlich auch kontrolliert werden. Das geschieht mit Hilfe eines Fuel-Flow-Meters oder Durchflussmengenbegrenzers. Bisher war die Firma Gill Sensors der einzige Anbieter und hatte damit ein Monopol. Doch wie Auto Motor und Sport berichtet, ist mit Sentronics nun ein Konkurrent auf dem Markt erschienen.

Durchflussmenge mit Ultraschall messen

Technisch wird die Durchflussmenge mittels Ultraschalltechnologie gemessen, was die Durchflussmengenbegrenzer aufgrund fehlender mechanischer Teile quasi verschleißfrei macht. Dennoch gab es auch Schwierigkeiten. So ist die Erfassung von Diesel für die Ultraschallgeräte allein schon deshalb eine größere Herausforderung, weil dieser Kraftstoff trüber ist als Benzin. Außerdem ist bei Dieselmotor-Begrenzern im Gegensatz zu denen für die Benziner ein zweiter Sensor verbaut, der den Rückfluss des unverbrannten Kraftstoffs misst – doch der zurückfließende Diesel weist eine für den Sensor zu hohe Temperatur auf. Die Folge: Er muss gekühlt werden, was neben der Temperatur auch die Ermittlung der Dichte und schließlich der Masse beeinflusst. So könnten Berechnungsfehler entstehen, die bei der Dichte des Feldes in der LMP1-Klasse durchaus zu entscheidenden Performance-Unterschieden führen könnten.

Doppelt so viele Messwerte

Ein zweites Problem ist die Anzahl der gemessenen Signale pro Sekunde. Die FIA hat festgelegt, dass der Fuel-Flow-Meter mindestens 1.000 Signale pro Sekunde erfassen muss, also mit einer Frequenz von 1.000 Hz arbeiten muss. Und hier setzte Sentronics, der neue Wettbewerber auf dem LMP1-Markt, an. „Unser Produkt arbeitet mit 2.000 Hz, erfasst also doppelt sie viele Messwerte wie der Begrenzer von Gill. Denn wir denken, dass die Probleme bei der Genauigkeit damit zusammenhängen, dass der Sensor zu langsam ist“, so Neville Meech, Technikdirektor bei Sentronics. Er meint dabei den sogenannten Treppeneffekt und erklärt: „Wenn die Messung der Signale nicht schnell genug erfolgt, verpasst der Sensor die Wechsel beim Kraftstofffluss. Die höhere Messrate ist gleichbedeutend mit größerer Genauigkeit und damit können die Teams auch stärker an das vom Reglement gesetzte Limit herangehen, ohne sich wegen zu hoher Werte und eventueller Strafen Sorgen machen zu müssen.“

Alternative für Luftmengenbegrenzer?

Welcher der drei Hersteller Porsche, Audi und Toyota nun wechseln wird, steht noch nicht fest. Man munkelt aber, dass Audi ein Kandidat für den Wechsel zu Sentronics sein könnte. Und bei Sentronics kann man sich sogar vorstellen, dass der Fuel-Flow-Meter in Zukunft auch in anderen Motorsport-Kategorien den bisher noch genutzten Luftmengenbegrenzer ersetzen könnte. Doch FIA-Technikdirektor Bernard Niclot gibt zu bedenken: „Die Regelkonformität eines Luftmengenbegrenzers ist relativ einfach zu überprüfen - bei Fuel-Flow-Metern ist das viel aufwendiger. Alle Daten müssen von Ingenieuren interpretiert werden, was es kostenintensiver macht.“

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