Suchen

Mercedes Neue Motorenfamilie

| Autor / Redakteur: SP-X / Bernd Otterbach

Mercedes startet im Sommer mit einer neuen Familie von Sechs- und Achtzylindern, die alles besser können als ihre Vorgänger: mehr Kraft, mehr Drehmoment und weniger Verbrauch.

Firma zum Thema

Bei den Motoren ist Mercedes in den letzten Jahren ein wenig ins Hintertreffen geraten: Die kleinen aufgeladenen Direkteinspritzer aus dem Volkswagen-Konzern und die großen Diesel von BMW haben den Schwaben arg zugesetzt. Doch jetzt schlägt Stuttgart zurück. Mit dem OM 651 zum Beispiel für den C 250 CDI hat Mercedes bei den Dieseln bereits wieder Boden gut gemacht, und im Sommer gehen sie bei den Ottomotoren in Vorlage – und zwar genau dort, wo man es von Mercedes erwartet: In der Oberklasse. Dort starten sie – zunächst im überarbeiteten CL und danach in S-Klasse und CLS – mit einer neuen Familie von Sechs- und Achtzylindern, die alles besser können als ihre Vorgänger: Sie haben etwas mehr Kraft, deutlich mehr Drehmoment und vor allem machen sie einen gewaltig Sprung beim Verbrauch – bis zu 24 Prozent weniger sind damit realisierbar, verspricht Motorenchef Leopold Mikulic.

Bündel an technischen Kunstgriffen

Möglich wird der Fortschritt, der den Vielzylindern vielleicht erst das Überleben sichert, durch ein ganzes Bündel an technischen Kunstgriffen – von der serienmäßigen Stopp-Start-Automatik über die nächste Generation der Direkteinspritzung mit strahlgeführter Verbrennung, Mehrfacheinspritzung und -zündung bis hin zu reduzierten Reibwerten, neuen Kettentrieben und anderen Nockenwellenverstellern. Außerdem kommt beim V8-Motor noch ein Turbolader ins Spiel, der leicht über die 0,8 Liter verlorenen Hubraum hinweg tröstet.

Denn statt 5,5 haben die acht Zylinder nur noch ein Volumen von 4,7 Litern, aus denen sie aber deutlich mehr Kraft schöpfen. So steigt die Leistung von 285 kW/388 PS auf 330 kW/450 PS und das Drehmoment macht einen Sprung um fast 200 auf 700 Nm. Dennoch geht der Verbrauch rund ein Fünftel zurück. Für den überarbeiteten CL 500, wo der Motor nach den Sommerferien seine Premiere gibt, stehen deshalb nur 9,5 statt 12,3 Liter in der Liste.

Deutlich geringerer Verbrauch

Noch eindrucksvoller ist der Verbrauchsvorteil beim neuen Sechszylinder, der ohne Downsizing auskommt und weiterhin bei 3,5 Litern Hubraum bleibt. Er ist im S 350 mit 24 Prozent weniger Sprit zufrieden und kommt bei 7,6 Litern nun verdammt nahe an einen Diesel. Trotzdem stellen die Entwickler deutlich bessere Fahrleistungen in Aussicht. Schließlich klettert die Leistung von 200 kW/272 PS auf 225 kW/306 PS, und die Drehmomentkurve gipfelt nun bei 370 statt 350 Nm.

Natürlich weiß auch Motorenchef Mikulic, dass Verbrenner im Allgemeinen und große Motoren derzeit besonders in der Kritik stehen und von vielen bereits als Auslaufmodell gehandelt werden. Doch erstens gibt es vor allem in Amerika und Asien noch immer viele Kunden, die nicht mit weniger zufrieden sind. Zweitens braucht man auch für Hybrid-Autos neben dem Elektromotor immer noch einen Verbrenner und drittens gibt es genug technische Kniffe, mit denen man den Verbrauch senken und die Effizienz steigern kann, sagt Mikulic: „Heavy Metal mag gestern gewesen sein. Doch Hightech ist die neue Formel für die Zukunft.“

(ID:346735)