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Audi Neue Sicherheitstechnik

| Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Audi erweitert die Funktionen der bekannten Assistenzsysteme erheblich, um auf unterschiedliche Verkehrssituationen angepasst reagieren zu können.

Die Unfallstatistik liefert seit Jahren ein ermutigendes Bild, doch zufrieden kann niemand sein: Noch immer sterben pro Jahr rund 3.800 Personen im Straßenverkehr; über 90 Prozent davon fallen menschlichem Fehlverhalten zum Opfer, referiert Audi-Entwickler Christian Hilpoltsteiner bei einer Veranstaltung in München. Hier will die Premium-Marke ansetzen: Neue Konzepte zur aktiven Sicherheit sollen den Fahrer unterstützen und notfalls eigenständig handeln, um Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Unfallfolgen zu lindern.

Der Schlüssel zu aktiver Sicherheit – und zu mehr Komfort – ist die Elektronik. Neuartige Sensoren und die zunehmende Vernetzung der Systeme können das Auto und sein Umfeld permanent überwachen. Das Ziel: Es soll dem Fahrer eines Tages überlassen werden, ob er selbst fährt oder sich vom Auto fahren lässt.

Die ersten Schritte dahin sind mit Abstandsradar- und Spurhaltesystemen längst getan; schon heute gibt es Radarsysteme und optische Kameras am Auto. In Zukunft könnten Laserkameras hinzukommen. Audi erweitert die Funktionen der bekannten Systeme erheblich, um auf unterschiedliche Verkehrssituationen angepasst reagieren zu können.

Ein Beispiel: Wird erkannt, dass der Fahrer mit großem Geschwindigkeitsüberschuss auf ein stehendes oder langsam rollendes Hindernis zufährt, so wird bislang relativ spät gewarnt und verzögert, um ein Ausweichen zu ermöglichen. Zukünftige Systeme überblicken aber auch das Umfeld und die Nebenspuren. Erkennt das Fahrzeug, dass ein Ausweichen nicht möglich ist, wird deutlich früher gebremst.

Das Fahren im Stop-and-Go-Verkehr könnte in Zukunft sogar völlig automatisiert ablaufen – bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h. Und an Kreuzungen erkennt das Auto dank Radarsensoren und Car-to-Car-Kommunikation schon vor dem Fahrer, ob Querverkehr naht – in unübersichtlichen Situationen ein erheblicher Vorteil.

Gleiches gilt beim Rückwärtsfahren: Die bereits vorhandenen Radarsensoren geben Warnung, wenn Querverkehr auf Kollisionskurs ist. Und auch beim Aussteigen aus einem parallel zur Fahrbahn parkenden Wagen wird gewarnt; das System erkennt übrigens auch Fahrräder. Wer mag, kann auch den gesamten Ein- und Ausparkvorgang dem Auto überlassen, in Zukunft soll auf diese Weise sogar in engste Lücken eingeparkt werden können: Fünf Zentimeter Luft auf jeder Seite genügen.

Der Anhängerrangierassistent

Ungeschicktere Gespannfahrer werden sich über ein weiteres Assistenzsystem freuen: Den Anhängerrangierassistenten. Er hält ein- und doppelachsige Anhänger, beispielsweise Wohnwagen, beim Rückwärtsfahren sicher in der Spur und erlaubt präzises Einparken. Der Lenkwinkel kann über das MMI-System eingestellt werden, alles andere erledigen der Rechner und die elektrische Servolenkung von alleine.

Sollte es doch einmal zum Unfall kommen, so werden adaptive Rückhaltesysteme künftig die Folgen mildern können. Das Fahrzeug kann die Unfallschwere vorab mit hoher Genauigkeit abschätzen - und die Charakteristik von Gurten und Airbags entsprechend anpassen. Doch Airbags sind nur die ultima ratio: Wenn die von den Ingolstädtern gezeigten Systeme zur aktiven Sicherheit in die Serie einfließen, könnte das zu einer ähnlichen Reduzierung der Unfälle wie die Einführung des Stabilitätsprogramms ESP führen. Audi-Sprecher Christian Bangemann bringt es auf den Punkt: „Wir wollen mehr Intelligenz, nicht noch mehr Airbags.“

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