Stahlhersteller Neue Stranggießanlage bei Tata Steel

Redakteur: Marie-Madeleine Aust

Der Stahlhersteller hat in den Niederlanden eine neue Stranggießanlage für die Stahlproduktion eröffnet. 220 Millionen Euro hat das Unternehmen in diese investiert.

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Tata Steel produziert die erste Bramme auf der neuen, dritten Stranggießanlage im Stahlwerk im niederländischen Ijmuiden.
Tata Steel produziert die erste Bramme auf der neuen, dritten Stranggießanlage im Stahlwerk im niederländischen Ijmuiden.
(Bild: Tata Steel)

Tata Steel hat in seinem Stahlwerk in IJmuiden, Niederlande, eine neue Stranggießanlage in Betrieb genommen. 220 Millionen Euro hat Tata nach eigenen Angaben in die neue Anlage investiert. Das sei die bisher größte Investition des Unternehmens in seine Produktionsanlagen in IJmuiden, so der Hersteller. Die neue Anlage soll die Produktion eines breiten Spektrums an Stählen ermöglichen, einschließlich hochfester und ultrahochfester Stähle.

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Weniger Emissionen

Die neue Stranggießanlage verfügt laut Pressemitteilung über eine fortschrittliche Kokille und ein Kühlsystem, das Risse in der Bramme verhindern soll. Zudem verfügt sie über eine Temperaturregelung sowie 2.500 Temperaturmesspunkte für einen optimierten Durchfluss und eine kontrollierte Erstarrung der Brammen. Die Temperatur wird mit Glasfasertechnik gemessen – laut dem Unternehmen eine Neuheit in der Stahlproduktion. Weitere technische Möglichkeiten wie dynamische Soft Reduction und Weich- und Trockenkühlung sollen die Herstellung neuer Stahlsorten ermöglichen. Die Anlage sei effektiv bei der Vermeidung von kleinen Rissen und anderen Defekten in der Stahloberfläche, heißt es. Auch werde ein Großteil der Abfälle durch sogenannte Ausbeuteverluste vermieden, die sonst bei der Stahlverarbeitung auftreten. Da weniger Schrott anfällt, verursache der Prozess entsprechend weniger Emissionen, so Tata Steel.

Arthur van Dijk, Repräsentant des Königshauses in der Provinz Nordholland (r.), gab den Startschuss für die neue Stranggießanlage von Tata Steel im Beisein von Hans van den Berg (l.), Vorstandsvorsitzender von Tata Steel Netherland.
Arthur van Dijk, Repräsentant des Königshauses in der Provinz Nordholland (r.), gab den Startschuss für die neue Stranggießanlage von Tata Steel im Beisein von Hans van den Berg (l.), Vorstandsvorsitzender von Tata Steel Netherland.
(Bild: Tata Steel)

Des Weiteren wird der Zustand aller Anlagenteile durch ein System von Sensoren kontinuierlich überwacht, so dass eine Wartung zum richtigen Zeitpunkt realisierbar wird. Durch diese Art der Wartung sollen weniger ungeplante Ausfallzeiten sowie eine effizientere Produktion möglich sein. Darüber hinaus kommen Technologien zum Einsatz, die einen einfachen und sicheren Austausch von Teilen ermöglichen. Mit Inbetriebnahme einer dritten Stranggießanlage kann Tata Steel nun auf zwei Stranggießanlagen kontinuierlich Brammen produzieren, während eine dritte gewartet wird

Fundament mit 12.000 Kubikmeter Beton

Die neue Anlage im Werk IJmuiden ist etwa 35 Meter lang. Die Brammen, die dort hergestellt werden, sind 8 bis 12 Meter lang und 22,5 Zentimeter dick. Für den Bau wurde im Stahlwerk eine Baugrube von 40 Meter Breite, 195 Meter Länge und 14 Meter Tiefe ausgehoben. Für das Fundament wurden 12.000 Kubikmeter Beton gegossen und außerdem rund 2 Millionen Kilogramm Stahl verarbeitet. Zu Höchstzeiten waren bis zu 200 Bauarbeiter gleichzeitig im Einsatz. Das Großbauprojekt wurde im laufenden Betrieb umgesetzt.

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Das Stahlwerk von Tata Steel produziert jährlich mehr als sieben Millionen Tonnen Stahl. Dieser kommt hauptsächlich in der Automobil-, Bau-, Maschinenbau- und Verpackungsindustrie zum Einsatz. Das Material wird außerdem in Batterien, Rohren, Industriefahrzeugen und in weißer Ware wie Kühlschränken verwendet. Tata Steel verfügt in IJmuiden bereits über zwei Stranggießanlagen.

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