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Fahrbericht

Schon gefahren: Volkswagen Jetta Hybrid

| Autor/ Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Mit einem Voll-Hybrid greift Volkswagen direkt den Toyota Prius an. Der Jetta ist in einigen Punkten überlegen.

Angriff auf den Toyota Prius: Mit dem Jetta Hybrid präsentierte Volkswagen auf der Detroit Motor Show einen Voll-Hybriden. »Automobil Industrie« konnte den „grünen“ Jetta bereits fahren. Soviel vorab: In Sachen Fahrleistungen steckt er den Prius in die Tasche.
Angriff auf den Toyota Prius: Mit dem Jetta Hybrid präsentierte Volkswagen auf der Detroit Motor Show einen Voll-Hybriden. »Automobil Industrie« konnte den „grünen“ Jetta bereits fahren. Soviel vorab: In Sachen Fahrleistungen steckt er den Prius in die Tasche.
( Daniel Byrne/Volkswagen )

Den Toyota Prius gibt es seit 15 Jahren, jetzt kommt der erste Volkswagen-Hybrid in der Mittelklasse. Haben die Deutschen, wie die Politik behauptet, wieder einmal alles "verschlafen"? Tatsächlich handelt es sich beim Jetta Hybrid zunächst einmal um ein Auto für den US-Markt, der sich bekanntermaßen durch eine geradezu irrationale Abwehrhaltung gegenüber dem Diesel auszeichnet.

Zwar gibt es einen harten und loyalen Kern von Diesel-Kunden – der sich übrigens durch ein erheblich höheres Durchschnittseinkommen, ein erheblich niedrigeres Alter und eine deutlich niedrigere Frauenquote auszeichnet. Das bringt aber noch keine befriedigenden Stückzahlen – und die Marktforschung von Volkswagen hat ergeben, dass Prius-Kunden den Jetta TDI als Alternative nicht einmal erwogen haben.

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Basis: Der Europa-Jetta

Es blieb also nichts übrig, als einen großen Anlauf zu nehmen – und zwar mit typischer Gründlichkeit. Dazu haben die Wolfsburger den Jetta in der Europa-Ausführung gewählt, die in den USA sonst nur als Basis des 147 kW/200 PS starken Spitzenmodells GLI dient. Die anderen Jetta-Modelle verfügen über eine simplere Hinterachse und eine einfachere Elektronik-Architektur. Unter dem Blech des Jetta Hybrid steckt der neue 1,4-Liter-TSI-Motor der Baureihe EA211, und zwar in seiner mit 110 kW/150 PS stärksten Ausbaustufe. Daran gekoppelt ist ein von ZF Sachs zugelieferte E-Motor, der maximal 20 kW/27 PS erzeugt.

Spritziger als der Prius

Die maximale Systemleistung liegt bei 125 kW/170 PS, die bei 5.000 U/min anliegen. Das maximale Drehmoment liegt bei 250 Nm, was auf den ersten Blick enttäuschend ist; mehr Drehmoment kann das trockene Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DQ200 nicht wegstecken. Dafür liegen die 250 Nm im Bedarfsfall bereits bei 1.000 U/min an.

Die Kombination eines Turbo-Benziners mit einem Hybrid-Modul ist in dieser Klasse ein Novum. Und die Fahrleistungen sind mehr als konkurrenzfähig: Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 8,6 Sekunden, die Spitze liegt bei abgeregelten 207 km/h – ohne den künstlichen Begrenzer wären dem Vernehmen nach sogar 222 km/h möglich. Dem steht ein Zyklusverbrauch von 4,2 Litern pro 100 Kilometer gegenüber - das entspricht knapp 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Zum Vergleich der Toyota Prius: abgeregelte 180 km/h, 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 4,0 Litern pro 100 Kilometer und 92 g/km CO2 – marginal günstigere Verbrauchswerte stehen hier erheblich schlechteren Fahrleistungen gegenüber.

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