Motorsport Neuer Audi R8: Volle Offensive

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Als Audi vor acht Jahren den R8 eingeführt hat, war das eine Kriegserklärung an den Porsche 911. Jetzt legt Audi noch einmal nach. Kurz vor dem offiziellen Debüt auf dem Genfer Salon durften wir ein paar extrem schnelle Runden absolvieren – als Beifahrer.

Firmen zum Thema

Audi schärft den R8 nach: Kurz vor dem offiziellen Debüt auf dem Genfer Salon durfte »Automobil Industrie« ein paar extrem schnelle Runden damit absolvieren – als Beifahrer.
Audi schärft den R8 nach: Kurz vor dem offiziellen Debüt auf dem Genfer Salon durfte »Automobil Industrie« ein paar extrem schnelle Runden damit absolvieren – als Beifahrer.
(Foto: Audi)

Inspiriert von der Studie Le Mans quattro aus dem Jahre 2003 und mit der Plattform des Lamborghini Gallardo zielte der Supersportwagen aus Neckarsulm direkt auf den Porsche 911. Mit dramatischen Mittelmotor-Proportionen und relativ niedrigem Gewicht kombinierte er sehr hohe Fahrleistungen mit einem formschönen und zeitlosen Package. Obwohl das Design im Prinzip vor zwölf Jahren zum ersten Mal gezeigt wurde, sieht der R8 noch immer frisch aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Testfahrt vor dem Debüt

Wärend der Laufzeit des R8 führte Audi neben dem 4,2-Liter-V8-Motor zusätzlich einen 5,2-Liter-V10 ein; das automatisierte Einkupplungs-Getriebe wich einem Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe, während die Handschaltung mit offener Kulisse noch heute im Angebot ist. Zum Coupé gesellten sich ein offener Spyder und Varianten für den Rennsport. Zuletzt kam mit dem R8 LMX das Laserlicht auf den Markt. Nicht in die Serie hat es der vollelektrische e-tron geschafft, und auch der Diesel blieb ein Traum. Einen V12 TDI hat Audi sogar einmal als Studie gezeigt, die intern aufgebauten Prototypen mit V8-TDI-Motor blieben hinter verschlossenen Türen. Wenige Wochen vor dem offiziellen Debüt auf dem Genfer Salon und ein gutes halbes Jahr vor dem Verkaufsstart durften wir ein paar extrem schnelle Runden auf der Ascari-Rennstrecke im südlichen Spanien absolvieren – als Beifahrer von Entwicklungs- und Rennfahrer Frank Stippler.

Aggressiver Stil

Von außen wirkt der nach wie vor leicht camouflierte R8 niedrig, aggressiv und hochmodern. Scharf gezogene Linien und Kanten unterstreichen die Familienähnlichkeit mit den jüngsten Audi-Modellen; die vertikale Kontrastfläche der aktuellen Modellgeneration weicht einem kleineren Element unterhalb der Gürtellinie, das sich in der Verlängerung der Seitenfenster spiegelt. Die futuristische Lichtsignatur verweist auf die serienmäßigen LED-Scheinwerfer – oder wahlweise auf die Laser-Lichtquellen, die erheblich weiter reichen und die von Audi für ein erstaunlich moderates Aufgeld von circa 3.000 Euro angeboten werden sollen. Der R8 wurde komplett neu gezeichnet, ohne dabei das Vorgängermodell zu dementieren.

50 Kilogramm leichter

Der neue Supersportwagen von Audi steht auf 225er-Reifen vorn und 295er-Reifen hinten, die auf 19-Zoll-Räder aufgezogen sind; optional gibt es 20-Zoll-Räder mit 245er/305er-Bereifung. Die Fahrzeugarchitektur, eine Evolution der Vorgängerplattform, hört auf die Bezeichnung MSS (Modulares Sport-System) und dient gleichtzeitig als Basis für den Lamborghini Huracán. Die Arbeit an ihr hat begonnen, bevor Porsche in den Konzern integriert wurde. Der R8 kann davon fahrdynamisch nur profitieren, denn der Mittelmotor sitzt hier genau dort, wo er hingehört – und dank einer rigorosen Diät hat der Sportwagen deutlich über 50 Kilogramm an Gewicht verloren.

(ID:43213335)