Neue Modelle Neuer Ford Mustang: Moderne Legende

Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy / Thomas Günnel

Steve McQueen und Wilson Pickett haben mit einem Kinofilm und einem Soulsong zur Legendenbildung um den Ford Mustang beigetragen. Jetzt hat Ford die neue Auflage des Pony Cars vorgestellt.

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Steve McQueen und Wilson Pickett haben dazu beigetragen, dass der Mustang eine Legende wurde. Jetzt hat Ford die neue Auflage des Pony Cars vorgestellt.
Steve McQueen und Wilson Pickett haben dazu beigetragen, dass der Mustang eine Legende wurde. Jetzt hat Ford die neue Auflage des Pony Cars vorgestellt.
(Foto: Ford)

„Bullitt“ und „Mustang Sally“ erschienen wenige Jahre nach der Markteinführung im Jahr 1964 und spiegelten den automobilen Zeitgeist wieder: Der Mustang war ein erstrebenswertes Auto. Der neue Mustang – mittlerweile die sechste Generation – ist jetzt auch erstmalig offiziell beim Ford-Händler in Deutschland zu erwerben. Und die Latte liegt nicht extrem hoch: 35.000 Euro für den Vierzylindermotor oder 40.000 Euro für den Achtzylindermotor ruft Ford für das Coupé auf. Für das Cabriolet sind 4.000 Euro mehr fällig. Auf dem europäischen Markt legte der Mustang sowohl auf der Straße als auch in den Verkaufsräumen einen rasanten Start hin. Die Sportwagen-Ikone erledigt den Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als fünf Sekunden.

Auch bei den Händlern sorgt die komplett neu entwickelte Generation der „Pony Car“-Legende für ein rasantes Debüt: Seit dem offiziellen Verkaufsstart im Januar 2015 gingen europaweit bereits mehr als 2.600 Bestellungen ein. 60 Prozent davon als Coupé, mehr als 70 Prozent werden von dem 5,0-Liter-V8-Motor angetrieben.

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Star mit acht Zylindern

Obwohl die Einstiegsmotorisierung, der 2,3 Liter Ecoboost-Motor, mit 233 Kilowatt /317 PS Leistung und 432 Newtonmeter Drehmoment auch für genügend Vortrieb sorgt. Allen sportlichen Attributen zum Trotz begnügt sich der Vierzylinder mit einem Normverbrauch von 8,0 Liter auf 100 Kilometer und emittiert im Mittel 179 Gramm CO2 pro Kilometer. In Verbindung mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe beschleunigt das Triebwerk den Mustang als Coupé in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 234 Kilometer pro Stunde. Der Star ist jedoch der Achtzylinder.

Der 5,0 Liter große Motor mit variablen Ansaugwegen und variabler Nockenwellensteuerung vereint eine Leistung von 310 Kilowatt mit einem maximalen Drehmoment von 530 Newtonmeter. In Verbindung mit dieser Maschine und manueller Sechsgang-Schaltung durchbricht der Mustang GT bei Bedarf die magische Tempo 100-Schallmauer aus dem Stand in 4,9 Sekunden. Damit ist der neue Mustang das bislang schnellste europäische Großserienmodell von Ford – lediglich der 2005 in einer Kleinserie angebotene Ford GT absolvierte den Standardsprint in noch kürzerer Zeit.

Vier Fahrmodi zur Wahl

Mit einem Kippschalter in der Mittelkonsole wählt der Fahrer unterschiedliche Fahrprogramme aus. Insgesamt stehen vier Fahrmodi zur Verfügung: von „Normal“ über „Sport+“ und „Track“ bis „Schnee/Nass“ für glatte oder regnerische Fahrbahnbedingungen. Je nach Auswahl ändern sich die Schwellwerte von ESP und ABS sowie die Abstimmung von Gaspedal-Kennlinie, Traktionskontrolle sowie des Automatikgetriebes. Gleichzeitig wird auch das Ansprechverhalten der Sicherheits- und Stabilitätskontrolle angepasst. Bei der elektrischen Servolenkung kann der Pilot zwischen den drei Optionen Normal, Comfort und Sport wählen.

Performance-Paket für Europa

Alle für den europäischen Markt vorgesehenen Mustangs verfügen serienmäßig über ein spezielles Performance-Paket, das Handling und Bremseigenschaften nochmals verbessert. Dieses umfasst unter anderem eine Sportbremsanlage von Brembo, bei der V8-Motorisierung, sowie eine verbesserte Kühlleistung für höhere Dauerlast, zum Beispiel im Rennstreckenbetrieb. An der Vorderachse kommt eine Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen an doppelten Kugelgelenken und Rohr-Querstabilisator zum Einsatz. Die Hinterachse ist eine neu konstruierte Integrallenker-Einzelradaufhängung mit unterem Querlenker, zentralem Integrallenker und Spurstangen aus Aluminium.

Diese Bauweise reduziert laut Ford die ungefederten Massen und verbessert auf diese Weise Handling und Komfort gleichermaßen. Neben der Fahrwerksgeometrie entsprechen auch die Federn, Dämpfer und Lager den besonderen Anforderungen eines Sportwagens. Die Abstimmung erfüllt die speziellen Ansprüche, die europäische Autofahrer auch bei hohen Geschwindigkeiten an die Straßenlage ihres Fahrzeugs stellen. Die für Europa vorgesehenen Mustang-Modelle rollen serienmäßig auf 19 Zoll hohen Rädern.

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Leichtbau an der Legende

Im Vergleich zum Vorgänger hat der neue Ford Mustang eine um 28 Prozent höheren Verwindungssteifigkeit. Möglich macht dies unter anderem der Einsatz hochfester Stähle in Verbindung mit Laser-Schweißtechnik und dem Hydroformverfahren. Dies sorgt ebenso für präzises, sicheres und agiles Handling wie die nahezu perfekte Gewichtsverteilung: Beim Mustang mit V8-Motor lasten 54 Prozent des Gewichts auf der Vorderachse, bei der Vierzylinder-Version sind es 53 Prozent. Die jüngste Generation der Sportwagen-Legende verfügt über eine gewichtsoptimierte Karosserie. Motorhaube und die vorderen Kotflügel werden ebenso aus Aluminium gefertigt wie das hintere Achsgehäuse der Automatikversionen, die hinteren Bremssättel sowie zahlreiche Fahrwerksteile. Eine spezielle Leichtbaukur erhielten auch Komponenten wie der hohlgebohrte hintere Stabilisator oder die Sitze.

Typische Design-Elemente aufgegriffen

Am Ford-Standort Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan hat die Fertigung der speziell für den europäischen Markt produzierten Mustang-Modelle bereits begonnen. Die jüngste Generation greift typische Design-Elemente der „Pony Car“-Legende gekonnt auf. Bestes Beispiel sind die dreidimensionalen, dreigeteilten Rückleuchten, der groß dimensionierte trapezförmige Kühlergrill. Die Kunden haben die Wahl zwischen zehn Außenlackierungen. Die umfangreiche Serienausstattung umfasst unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, Tagfahrlicht und einen Heckdiffusor.

Umfangreiches Entertainment

Bereits die europäische Mustang-Basisversion liefert Ford inklusive des Kommunikations- und Entertainmentsystems Sync 2 mit Acht-Zoll-Touchscreen aus. Es erlaubt die Einbindung mobiler Medienplayer und Smartphones. Besonders sicher lassen sich angemeldete Geräte während der Fahrt auch per Sprachsteuerung bedienen. Hinzu kommen das ebenfalls serienmäßige Audiosystem CD, das einen MP3-fähigen CD-Player und ein Radio mit Doppel-Tuner und digitalem Radioempfang DAB/DAB+ aufweist. Außerdem einen AUX-Eingang, zwei USB-Anschlüsse, SD-Kartenschacht, neun Lautsprecher, Lenkrad-Fernbedienung sowie ein Multifunktionsdisplay mit 10,7 cm Bildschirmdiagonale.

Der Kult um den Mustang geht also weiter. So wie die Blues- und Rockgrößen BB King, John Lee Hooker, Eric Clapton und Bruce Springsteen in den letzten 50 Jahren ihre Version von Mustang Sally veröffentlichten, spielte das Kultmobil in vielen Filmen unter anderem mit Will Smith, Nicholas Cage und Tom Cruise mit.

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