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Conti Neuer Player im Turboladermarkt

| Redakteur: Jan Rosenow

Der Wachstumsmarkt Turbolader zieht neue Anbieter an. Die Continental AG hat einen eigenen Lader entwickelt, der im Jahr 2011 im tschechischen Werk Trutnov in Serie gehen soll. Die Techniker der Division Powertrain haben das Produkt in nur drei Jahren entwickelt. Der kleine Lader eignet sich für Ottomotoren um die 1,4 Liter Hubraum.

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Dieselboom und Downsizingtrend beim Ottomotor sorgen für ein stetiges Wachstum des Turboladerabsatzes. Besaßen 2007 noch rund 17 Millionen von insgesamt 51 Millionen Fahrzeugen in Deutschland einen Lader, sollen es 2012 schon 28 Millionen (von 52,5 Millionen) sein (Quelle: Motair).

Die wachsenden Nachfrage bringt die etablierten Anbieter wie Garrett (Honeywell-Konzern), KKK (Borg Warner), IHI und Mitsubishi an Kapazitätsgrenzen und macht Neulingen die Entscheidung leichter, in diese komplexe Technik und die aufwendige Fertigungstechnologie zu investieren. Einer dieser Neulinge ist der deutsche Automobilzulieferer Continental.

Lader für 1,4-Liter-Motoren

Das Unternehmen hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass es seinen ersten Turbolader zur Marktreife gebracht hat. Erster Einsatz soll ein „Otto-Motor einer europäischen Fahrzeugplattform“ sein. Die Techniker der Division Powertrain haben das Produkt in nur drei Jahren entwickelt. Die Turbine misst 38 Millimeter im Durchmesser, damit eignet sich der Lader für Ottomotoren um die 1,4 Liter Hubraum.

Modularer Aufbau

Dass Continental die Entwicklungsarbeiten zuerst mit diesem kleinen Turbolader begann, ist laut Unternehmensangaben das Ergebnis von Marktanalysen. Kleine aufgeladene Benzinmotoren stehen im Entwicklungsfokus fast aller Motorenhersteller; Conti sieht in diesem Segment in den kommenden Jahren ausgezeichnete Wachstumschancen. Ein modularer Aufbau macht den Turbolader zudem skalierbar, er lässt sich also an andere Motorgrößen anpassen.

Zwei Millionen Lader im Jahr 2014

Das Unternehmen hat bei der Konstruktion darauf geachtet, das Produkt möglichst wirtschaftlich fertigen zu können. Alle Hauptbauteile sind so konstruiert, dass sie sich in einer Achse vollautomatisch montieren lassen, während konventionelle Lader laut Conti in mehreren Arbeitsschritten zum Teil manuell zusammengebaut werden müssen. Diese vollautomatische Montage bringe geringere Fehlerquoten mit sich und habe Kostenvorteile.

Produktion in Tschechien

Die Serienproduktion soll 2011 im Werk Trutnov in der Tschechischen Republik starten. Im gleichen Jahr will auch ein weiterer neuer Wettbewerber, das Joint Venture Bosch Mahle Turbo Systems, die Produktion aufnehmen. Die Produktionsplanung bei Continental sieht einen zügigen Aufbau der Fertigungskapazität auf rund zwei Millionen Stück im Jahr 2014 vor.

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