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AZT Neuer Standard für Stoßfänger

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Ein neuer Crashtest des Allianz-Zentrums für Technik bewertet, wie effektiv die Stoßfänger das Fahrzeug schützen. Die Ergebnisse beeinflussen die Typklasse und damit die Versicherungsprämie.

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Die meisten Auffahrunfälle ereignen sich im Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten und verursachen Schäden an Front und Heck der Unfallgegner. Um diese Schäden zu verringern und die Reparaturkosten zu senken, entwickelte das Allianz-Zentrum für Technik (AZT) in den 80er Jahren einen Crashreparaturtest, der bis heute für die Versicherungen die Grundlage für die Typklasseneinstufung bildet. Die Fahrzeughersteller berücksichtigen ihn bei der Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle.

Analysen des AZT haben allerdings gezeigt, dass oftmals schmale und zu tief oder zu hoch angebrachte Querträger dazu führen, dass sich die Stoßfänger (Bumper) von Unfallgegnern nicht treffen und stattdessen teure Fahrzeugteile wie den Kühler beschädigen. Die Reparaturkosten können in diesen Fällen zwei- bis dreimal höher sein als bei Fahrzeugen, deren Stoßfänger sich treffen und die Aufprallenergie wie vorgesehen aufnehmen.

Ausreichend Überdeckung gefordert

Um zu prüfen, ob die Stoßfänger neuer Fahrzeuge kompatibel miteinander sind, hat das AZT deshalb einen neuen Crashversuch entwickelt: den Bumpertest. Dabei fährt das Fahrzeug mit zehn km/h gegen eine Barriere, die in Form, Bodenfreiheit und Aufbau von modernen Fahrzeugstoßfängern abgeleitet ist. Die Crashstruktur hinter der Außenhaut des getesteten Autos darf nicht über oder unter der Barriere aufprallen und auch nicht von ihr abrutschen. Gefordert ist eine Überdeckung von 75 Millimetern.

Seit dem 1. Januar 2010 ist der AZT-Bumpertest beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als Testverfahren ergänzend zum Typklasseneinstufungstest in Deutschland Pflicht.

Grundlage für geringere Schäden

„Mit dem AZT-Crashreparaturtest ist die Grundlage geschaffen, ein gutes Deformationsverhalten durchzusetzen. Unser Ziel muss es sein, dass sich die Stoßfänger beider Fahrzeuge bei einem Unfall treffen und ein Abgleiten in die Fahrzeugstruktur verhindern“, erklärt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz-Zentrums für Technik.

„Seit dem 1.1.2010 ist der Bumpertest für alle neu auf den Markt kommenden Fahrzeuge zusätzlich zu dem üblichen Typklasseneinstufungstest verbindlich. Je nach Ergebnis kann sich die Versicherungseinstufung um bis zu zwei Klassen verändern“.

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