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Elektromobilität

Neues Batterieforschungszentrum in Ulm eingeweiht

| Redakteur: Jens Scheiner

Am 26. September ist in Ulm eine neue Forschungsplattform eingeweiht worden. Dort werden künftig führende deutsche Industrieunternehmen Verfahren zur Herstellung großer automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen entwickeln.

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In dem neuen Forschungszentrum sind die Voraussetzungen geschaffen, um automobiltaugliche Lithium-Ionen-Zellen zu entwickeln.
In dem neuen Forschungszentrum sind die Voraussetzungen geschaffen, um automobiltaugliche Lithium-Ionen-Zellen zu entwickeln.
(Foto: ZSW)

Für die High-Tech-Produktionsanlagen im industriellen Maßstab wurde im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) das Labor für Batterietechnologie (eLaB) um einen vierten Gebäudeteil mit 3.600 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. Hier werden neue Aktivmaterialien hergestellt, Komponenten evaluiert und nun auch die seriennahe Produktion großer Lithium-Akkus entwickelt. Die besten Batterien für Elektroautos sollen künftig aus Deutschland kommen. Dies ist das Ziel der aktuellen Forschungen. Schon ab Januar 2015 starten in der Ulmer Forschungsplattform BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens mit den ersten Projekten. Derzeit laufen in dem dreigeschossigen Neubau die ersten Tests. Bis Ende des Jahres soll der komplette Herstellprozess, von der Pastenherstellung bis zur Formierung der Zellen, planmäßig in Betrieb genommen werden.

Deutsche Fertigung von großen Lithiumakkus vorantreiben

„Die Zahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge steigt weltweit rasant an. Damit wächst auch der Bedarf an Produktionskapazitäten und der Wettlauf um die besten Batterien ist in vollem Gange“, sagt Prof. Dr. Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien in Ulm. Die neuen Anlagen erlauben eine Fertigung von einigen hundert Zellen pro Tag mit reproduzierbarer, hoher Qualität. Der modulare Aufbau der Produktionsanlagen bietet Unternehmen und Forschungsorganisationen die Möglichkeit, neue Verfahren und Anlagenkomponenten in einer prozesssicheren Testumgebung zu erproben. Die Forschungsplattform umfasst alles, was für die seriennahe Herstellung automobiltauglicher Zellen benötigt wird: Eine temperierbare 60-Liter-Mischanlage zur Herstellung der Elektrodenpasten, eine doppelstöckige Elektrodenbeschichtungsanlage zur beidseitigen Beschichtung mit 500 Millimetern Beschichtungsbreite, sowie einen Präzisionskalander für die Verdichtung der Elektroden. Die voll automatisierte Zellassemblierung in einem 200 Quadratmeter großen Trockenraum und die daran anschließende Befüll- und Aktivierungsanlage sind ausgelegt auf eine Taktzeit von einer Zelle pro Minute. Zur ebenfalls vollautomatischen Zellformierung steht auf 70 Quadratmetern Fläche ein sauerstoffreduzierter Raum mit 240 temperierbaren Zyklisierplätzen sowie 1.920 Lagerplätzen zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Anlagenausrüstung mit 25,7 Millionen Euro gefördert. Die Gebäudeerweiterung erfolgte mit einem Zuschuss des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft (MFW) des Landes Baden-Württemberg in Höhe von sechs Millionen Euro.

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