Pkw-Markt Neuwagen: Rekordanteil für Autos mit Stecker

Autor: Andreas Wehner

Die Chipkrise wirkt sich immer stärker auf die Pkw-Verkäufe in Deutschland aus. Im September ging die Zahl der Neuzulassungen verglichen mit dem Vorjahresmonat um mehr als ein Viertel zurück.

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Tesla verzeichnete im September den größten Neuzulassungszuwachs in Deutschland.
Tesla verzeichnete im September den größten Neuzulassungszuwachs in Deutschland.
(Bild: Tesla Motors)

Elektroautos und Plug-in-Hybride trotzen dem Negativ-Trend auf dem deutschen Pkw-Markt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag (5. Oktober) mitteilte, wurden im September knapp 33.700 batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hinzu kamen annähernd 23.000 Plug-in-Hybride (+13,5%). Somit stieg der Anteil der Fahrzeuge mit Stecker an den gesamten deutschen Neuzulassungen auf einen neuen Höchstwert von 29 Prozent.

Der Gesamtmarkt blieb dagegen auch im vergangenen Monat deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. 197.000 neu registrierte Pkw bedeuteten ein Minus von 26 Prozent im Vergleich zum September 2020. Damit drehten die Neuzulassungen auch in Betrachtung des bisherigen Gesamtjahres ins Minus. Nach neun Monaten verzeichnete das KBA mit 2 Millionen Einheiten einen Rückgang um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Pkw-Markt stagniert

„Wir steuern derzeit auf einen stagnierenden oder sogar rückläufigen Pkw-Markt im Jahr 2021 zu. Und das trotz des äußerst niedrigen von Corona geprägten Vorjahresniveaus“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK.

Die Chipkrise schlägt immer heftiger auf den Neuwagenmarkt durch“, sagt Peter Fuß, Autoexperte beim Beratungsunternehmen EY. „Derzeit können Millionen Autos nicht gebaut und ausgeliefert werden, weil Halbleiter fehlen.“ Dabei entwickelt sich die Konjunktur positiv und die Nachfrage ist hoch.

Experte: „Für Zulieferer wird es eng“

Das ist schwierig für die Hersteller, die bereits mit vorübergehenden Werkschließungen reagieren. Andererseits können sie aber höhere Preise durchsetzen. Deutlich schlechter sieht es für die Zulieferer aus, die sich nicht auf margenstärkere Modelle konzentrieren oder Preiserhöhungen durchsetzen können. „Für viele Zulieferer wird es in den kommenden Monaten extrem eng“, erwartet Fuß.

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Redakteur Newsdesk Automotive