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New York Auto Show 2015: Licht und Schatten

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Kein großer Wurf

Lincoln

Die teure Ford-Tochter, längst vom Cadillac-Herausforderer zum Buick-Konkurrenten abgestiegen, hat sich von der New Yorker Messe einen Neustart versprochen. Doch dazu hätte ihr mehr einfallen müssen als die Studie einer frontgetriebenen Limousine, die mit ihrem von Bentley abgekupferten Design als automobiler Tiefpunkt der Messe figurierte. Immerhin wurde so die Aufmerksamkeit vom Crossover MKC abgelenkt, für dessen Design allzu offensichtlich der Audi Q5 Pate stand.

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Audi

Dass Audi dem zahlungskräftigen New Yorker Publikum in der Abverkaufsphase gerne noch einmal den auslaufenden R8 präsentiert, ist nachvollziehbar. Dass der Mittelmotor-Methusalem jedoch auch auf den Pressetagen gezeigt wurde – einen Monat nach der Weltpremiere des Nachfolgers in Genf – beweist, dass die steigende Bedeutung der New Yorker Messe in Ingolstadt noch nicht aufgefallen ist. Oder glaubte man, die Substitution würde dem Fachpublikum gar nicht auffallen?

Jaguar

Nach den Callum‘schen Paukenschlägen der letzten Jahre hätte man sich vom neuen XF etwas mehr erwartet als eine vorsichtige Variation stilistischer Themen des Vorgängers und des kleineren XE. Das Interieur ist sogar ein veritabler Rückschritt. Dafür hat der Brite technisch einen großen Sprung nach vorn vollzogen.

Tesla

Der kalifornische Hersteller hochmotorisierter Elektromobile glänzte durch Abwesenheit, doch an dem Thema kam auch in der Jarvits Hall am Hudson River keiner mehr vorbei. Fachwelt und Publikum sind sich uneins, ob man es mit dem „Apple der Automobilbranche" zu tun hat – oder inzwischen nur noch „des Kaisers neue Kleider" bestaunt werden. Entsprechend oszilliert der Börsenkurs mit hoher Amplitude.

Exoten

Auf internationalen Automessen darf ein Hersteller seinen Händlern nicht zu viel Entscheidungsspielraum lassen. Sonst passiert dabei so etwas wie der Exotenstand, der zwei Lamborghini, einen Bugatti und einen Koenigsegg in trauter Einig- und Einfallslosigkeit nebeneinander aufreihte. Dass der Huracan und der Aventador dabei eine etwas unglückliche Figur machten, lag unter anderem daran, dass der hydraulische Frontlift nach dem Abstellen der Fahrzeuge in aktivierter Position stehenblieb. Ein Lamborghini darf seine Nase vielleicht etwas höher tragen, aber im Interesse der Ästhetik vielleicht lieber im übertragenen Sinne.

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