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Automobilmesse

New York Auto Show: Leistung im Überfluss

| Autor/ Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Die New York Auto Show (NYIAS) lockte bis zum 23. April PS-Fans an den Hudson River. Dabei warben die Automobilhersteller teils mit abnormen Motorleistungen.

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Die New York Auto Show lockte bis zum 23. April PS-Fans an den Hudson River. Teils abnorme Motorleistungen gehörten dazu.
Die New York Auto Show lockte bis zum 23. April PS-Fans an den Hudson River. Teils abnorme Motorleistungen gehörten dazu.
(Bild: FCA US)

Auf der New York Auto Show vom 14. bis zum 23. April haben etliche Automobilhersteller ihre neuen Autos gezeigt und dabei teilweise erstaunliche Leistungsdaten präsentiert – nicht nur die aus den Motoren. Ford hat allein im Monat März über 80.000 Fullsize-Pickups der Baureihe F150 verkauft. Jeep präsentierte mit dem Grand Cherokee Trackhawk das stärkste SUV der Welt. Der Geländewagen, den ein Reporter des Nachrichtensenders Fox-News stolz „Trump-Car“ nannte, trägt einen 6,2-Liter-Achtzylinder-Kompressormotor mit 717 PS unter der Haube. Das gleiche Aggregat, auf nunmehr 808 PS gesteigert, sitzt auch im Dodge Challenger SRT Demon, ein Muscle Car reinsten Kalibers, ausgelegt besonders für die in Amerika beliebten Beschleunigungsrennen „Drag Racing“.

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Luxus und Leistung laufen

Eine offensichtliche Huldigung an den neuen US-Präsidenten lieferte Toyota. Deren Mittelklasse-Limousine Camry, immerhin der meist verkaufte Pkw in den USA, zierte eine der amerikanischen Flagge nachempfundene Lackierung, bedruckt mit der großen Aufschrift „Made in America“. Wie gut in den USA Luxus und Leistung laufen, spürt besonders AMG: Die Mercedes-Tochter, die in diesem Jahr 50 Jahre alt wird und ihrer Mutter einen Rekordabsatz nach dem nächsten beschert, hatte zwei Hochleistungsmodelle am Hudson River. Die Affalterbacher PS-Profis packten den bekannten Vierliter-V8-Biturbo aus dem AMG-GT unter die Haube des Mittelklasse-SUVs GLC sowie des GLC Coupés. Und dürften damit sicher für etwas Nervosität bei ihren Mitbewerbern in München und Ingolstadt sorgen. Weder die kurz vor Serienstart stehenden Modelle BMW X3 M und X4 M, noch der Audi SQ5 können hier mithalten.

Power-SUVs auf Porsche-Carrera-Level

„Wir bieten den ersten und einzigen Achtzylinder im gesamten Segment an“, sagt AMG-Chef Tobias Moers. In Zahlen heißt dies: 476 oder 510 PS, je nach dem, für welche Variante sich der Kunde entscheidet. Moers verspricht eine Beschleunigung von nur 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Das hat Porsche-Carrera-Niveau. Zu erkennen sind die beiden Power-SUVs hauptsächlich an ihrem sogenannten Panamericana-Grill, den bislang nur die AMG-GT-Varianten tragen durften. Der Grill ist eine Hommage an die berühmten SL-Rennfahrzeuge aus den 50er-Jahren.

Bereits am Vorabend der Messe ließ Mercedes im angesagten Viertel Tribeca und unter striktem Fotografier-Verbot das Tuch von der komplett überarbeiteten S-Klasse ziehen. Nicht zuletzt wohl auch deswegen, um seinen US-Händlern wie prominenten Gästen einen Vorgeschmack zu geben, wohin es mit dem Flaggschiff künftig geht. Die offizielle Weltpremiere fand auf der Auto Shanghai statt.

Debüt haben die neu entwickelten Dreiliter-Sechszylinder-Reihenmotoren als Diesel und als Benziner, letztere sogar mit elektrischem Verdichter und 48-Volt-Teilbordnetz. Innen verfügt die S-Klasse nun über das riesige, jetzt durchgehende Display, wie es optional bei der E-Klasse erhältlich ist. Und es gibt deutlich mehr Assistenz, was das Thema Autonomes Fahren angeht. Von außen erkennt man die neue S-Klasse sofort an ihren dreifachen Tagfahrleuchten, von Spöttern auch „Admiralitätsstreifen“ genannt. Die Markteinführung der S-Klasse wird im Juli sein.

Zeit und Service definieren Luxus

Big Car, Big Money, Big Apple. Die Messe in New York nutzt Fords Premiummarke Lincoln als Schaufenster für den Navigator. Das Riesen-SUV, bei dem fürs Einsteigen ein Trittbrett ausfährt, treibt ein 3,5-Liter-V6-Biturbo mit 450 PS an. Lincoln will künftig Luxus nicht mehr über das eigentliche Auto definieren, sondern über Zeit und Service. So kommt der Verkäufer mit dem gewählten Modell zur Probefahrt zum Kunden ins Haus oder ins Büro. Sollte später der Wagen zum Service oder zur Reparatur müssen, wird er abgeholt und dem Kunden auch wiedergebracht. Selbst ein Chauffeur lässt sich bei Lincoln bestellen, falls es beispielsweise zum Flughafen gehen soll.

Nicht ganz groß gibt sich die Studie von Subaru. Der Ascent ist ein Siebensitzer-SUV und soll nächstes Jahr das Flaggschiff der Marke werden. Klein geht es nur unterm Blech zu: Den Japanern reicht ein 2,4-Liter-Vierzylinder-Boxer. Und dies, obwohl es einen 3,6-Liter-Sechszylinder im Portfolio gibt. Aber bis zur Serienversion kann sich ja noch einiges ändern. Der Ascent wird allerdings nicht nach Deutschland kommen.

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Kaum alternative Antriebe

Durchaus auch auf europäische Kunden fokussiert ist der Toyota FT-4X. Die SUV-Studie, entstanden in Kalifornien, spielt den coolen Outdoor-Aktivisten. Fürs spontane Übernachten in der Pampa haben die Designer sogar einen Schlafsack in der Mittelkonsole platziert. Ob aus der Studie FT-4X der nächste RAV4 wird, mochte uns Toyota auf der Messe nicht verraten. Aber zumindest erhält das Design mehr Ausdruck und Profil als dies derzeit der Fall ist. Das lässt hoffen.

Das Nachsehen haben auf der NYIAS die alternativen Antriebe. Was wenig wundert, bei Spritpreisen von umgerechnet rund 50 Euro-Cent pro Liter. Honda zeigt zumindest etwas Engagement mit dem Clarity. Die eigenwillig gestylte Brennstoffzellen-Limousine gibt es ab Sommer auch als reines Batterie-Auto und später im Herbst als Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von knapp 65 Kilometern. Bislang ist der Verkauf nur in den USA geplant.

Aufgefrischte Liebe zum Kombi?

Einen Trend meinen manche Branchen-Beobachter im sogenannten Station Wagon zu erkennen, bei uns profan Kombi genannt. Diese Fahrzeuggattung stand in den 50er- und 60er-Jahren auf Millionen von Garageneinfahrten und ist heute vom Markt verschwunden, komplett verdrängt von SUVs und Crossover-Modellen.

Doch Versuch macht bekanntlich klug. Mercedes bietet die E-Klasse als T-Modell E 400 an, AMG das entsprechende Pendant als E63, Audi den A4 Allroad, BMW den Dreier Touring, Volvo den V90 und Porsche den Panamera Sport Turismo. Von amerikanischen Herstellern reagiert allein die GM-Marke Buick. Deren Modell Regal Tour X ist derzeit der einzige US-Kombi. Allerdings einer mit deutschen Wurzeln. Der Tour X wird in Rüsselsheim gebaut. Sein Schwestermodell heißt Opel Insignia Country Tourer.

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