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Motorsport Engineering Nissan überarbeitet LMP1-Projekt – Rückzug aus WEC

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Aufgrund massiver technischer Probleme zieht sich das Nissan-Werksteam auf unbestimmte Zeit aus der WEC zurück und beschränkt die Arbeit auf Testeinsätze.

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Nissan zieht sich zu Test- und Überarbeitungszwecken aus der WEC zurück.
Nissan zieht sich zu Test- und Überarbeitungszwecken aus der WEC zurück.
(Foto: Nissan)

Nissan hat angekündigt seinen Einsatz in der Sportwagen-Weltmeisterschaft auf unbestimmte Zeit auszusetzen und den LMP1-Prototypen stattdessen weiterzuentwickeln. Grund für die Maßnahme sind massive technische Probleme mit dem Frontmotor-Hybrid-Prototypen, der bei seinem ersten Einsatz im französischen Le Mans beim 24-Stunden-Rennen kläglich gescheitert war.

Programm soll fortgesetzt werden

„Wir wissen, dass unsere Fans über den temporären Rückzug aus der Top-Klasse der WEC enttäuscht sein werden, doch niemand ist enttäuschter als wir selbst", bekennt Shoichi Miyatani, Präsident der Nissan Motorsportabteilung Nismo. „Wir sind Motorsportler und wollen uns mit den anderen Teilnehmern messen. Doch das macht nur Sinn, wenn wir auch wettbewerbsfähig sind. Daher haben wir uns entschlossen, das Testprogramm fortzusetzen und den GT-R LM Nismo besser auf die extrem starke Wettbewerbssituation in der WEC vorzubereiten. Wenn man etwas Innovatives entwickelt, gibt man nicht gleich an der ersten Hürde auf. Wir haben uns dazu verpflichtet, diese Herausforderung zu meistern."

Wettbewerb stärker aufgestellt

Der Wettbewerb von Porsche, Audi und Toyota ist mit den herkömmlichen Konzepten der Mittelmotor-Hecktriebler samt funktionierender Hybrid-Systeme deutlich stärker aufgestellt. „Wir haben einen LMP1-Wagen gebaut, der sich konzeptionell radikal von allen anderen Fahrzeugen unterscheidet", sagt Darren Cox, Nismo-Marketingchef und verantwortlich für die weltweiten Motorsportaktivitäten von Nissan und Nismo. „Wir haben Entscheidungsträger, die weiter hinter uns stehen und die wollen, dass wir Erfolg haben. Daraus schöpfen wir neue Motivation, um unseren LMP1-Wagen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz zu bringen."

Neuer Anbieter für ERS-System gesucht

Der Technische Direktor Ben Bowly ergänzt: „Wir haben viele Bereiche am Auto, an denen wir arbeiten müssen. Vor allem geht es aber darum, das bestmögliche ERS-System für unser Fahrzeug zu bekommen. Das Team arbeitet extrem hart - auf der Rennstrecke, im Windkanal und in den verschiedenen Nismo Entwicklungsbüros weltweit. Es geht um die Abarbeitung einer langen Liste von Verbesserungen."

Das Testprogramm soll verstärkt in den USA fortgeführt werden. Eine Auswirkung des temporären Stopps in der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf andere Rennprogramme des japanischen Automobilherstellers sollen nicht bestehen.

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