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Ferchau Normalisierung nach Überhitzung

| Redakteur: Peter Steinmüller

Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Jahr setzt die Ferchau Group trotz der Krise auf Wachstum. Ferchau-Chef Frank Ferchau rechnet nach der Überhitzung der vergangenen drei Jahre

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Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Jahr setzt die Ferchau Group trotz der Krise auf Wachstum. Ferchau-Chef Frank Ferchau rechnet nach der Überhitzung der vergangenen drei Jahre mit einer Entwicklung ‚back to normal’.

„Für das laufende Jahr streben wir einen Konzernumsatz von fast 400 Millionen Euro an“, erklärt geschäftsführender Gesellschafter Frank Ferchau. Im Jahr 2008 hatte die Gruppe einen Rekordumsatz von 323 Millionen Euro erzielt.

Auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure erwartet der Sohn des Firmengründers trotz des dramatischen Auftragseinbruchs im Maschinenbau nicht mit einer ernsthaften Verschlechterung. „Die Situation ist sicher nicht mit dem Einbruch in den Jahren 1992 bis 1994 zu vergleichen“, sagt Frank Ferchau. „Ich rechne nach der Überhitzung der vergangenen drei Jahre eher mit einer Entwicklung ‚back to normal’. Wenn ein Absolvent nun fünf statt zwei Bewerbungen schreiben muss, um eine Arbeitsstelle zu ergattern, macht im Ergebnis keinen Unterschied.“

Unternehmen wollen Ingenieure halten

Die Unternehmen hätten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, als sie vor 15 Jahren komplette Jahrgänge entlassen hätten, deren Know-how dann im Aufschwung fehlte. In der aktuellen Situation seien die Betriebe entschlossen, ihre Mitarbeiter in den Entwicklungsabteilungen zu halten, um die Grundlagen für Innovationen im Aufschwung nicht zu verlieren. Zudem legten die Unternehmen angesichts der demographischen Entwicklung stärkeren Wert auf eine ausgeglichene Altersstruktur im Unternehmen.

Zu den Konsequenzen der Krise auf die Gehälter will der geschäftsführende Gesellschafter keine Aussagen machen. „Die Nachfrage entwickelt sich extrem differenziert. Sie unterscheidet sich stark nach Fachbereichen, Branchen, Regionen und selbst zwischen einzelnen Abteilungen im gleichen Betrieb.“

Ferchau will für Ingenieure attraktiv bleiben

Für sein Engineering-Unternehmen befürchtet Frank Ferchau trotz der ungebrochenen Nachfrage aus der Industrie keinen Bewerbermangel. „Für uns spricht die Vielfältigkeit der ingenieurwissenschaftlichen Aufgaben, die größer ist als in einem auf ein Geschäftsfeld spezialisierten Betrieb. Unsere Mitarbeiter schätzen aber auch den Umgang im Unternehmen miteinander.“

Dazu zählten Mitarbeiterführungsgesprächen, die guten Weiterbildungsmöglichkeiten, aber die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Das bekämen auch die Kunden mit, erzählt Ferchau: „Spätestens dann, wenn unsere Mitarbeiter einen Abwerbeversuch abblocken.“

Outsourcing von Ingenieurdienstleistungen kein Thema

Auch aus Zuwandererfamilien rekrutiert Ferchau seine Mitarbeiter. Es bringe Vorteile bei Aufträgen in deren Heimatländer wie der Türkei, wenn sich die Projektingenieure in beiden Kulturen heimisch fühlten. Dem Outsourcing von Ingenieurdienstleistungen in Schwellenländer gibt Ferchau jedoch keine Chance. „Dafür ist die Geschwindigkeit der Entwicklungsarbeit zu hoch, in der noch in der letzten Minute Änderungen üblich sind.“

Zudem hätten die meisten Industriebetriebe zu große Angst vor Plagiaten. Es komme allerdings immer häufiger vor, dass bei der Produktion in Schwellenländern wie China vertraglich festgelegt werde, dass 30% der Wertschöpfung vor Ort stattfinden müssten. In solchen Fällen arbeite Ferchau Engineering mit Ingenieurbüros in den Partnerländern zusammen.

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