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Visiocorp Notverkauf nach Indien

| Redakteur: Thomas Weber

Der Stuttgarter Autospiegelhersteller, der bis Dezember 2007 unter dem Namen Schefenacker firmierte, ist nach einem Zeitungsbericht nicht mehr allein handlungsfähig. Die Unternehmensführung stimme sich bereits in sämtlichen wesentlichen Entscheidungen mit einem potenziellen Käufer aus Indien ab. Der Verkaufspreis soll bei rund 50 Millionen Euro liegen.

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Visiocorp ist nach einem Zeitungsbericht nicht mehr allein handlungsfähig. Die finanziellen Reserven des Unternehmens seien aufgebraucht, berichtet das „Handelsblatt“ in seiner heutigen Freitagausgabe mit Verweis auf Firmenangaben. Die Unternehmensführung stimme sich bereits in sämtlichen wesentlichen Entscheidungen mit dem potenziellen Käufer, dem indischen Automobilzulieferer Motherson Sumi Systems, ab. Der Verkaufspreis soll bei rund 50 Millionen Euro liegen.

Es gehe vor allem darum, dass Motherson Sumi mit Visiocorp eine Lösung findet, wie das Geschäft weiter laufen kann, sagte Finanzchef Just Spee der Zeitung. Er räumte Liquiditätsprobleme ein. Motherson Sumi würde laut Verhandlungskreisen jedoch nur dann investieren, wenn die Gläubiger von Visiocorp auf erhebliche Teile ihrer Forderungen verzichten. Hauptgläubiger und Eigentümer sind die Hedge Fonds Blue Bay und Davidson Kempner. Ihnen gehören 77 Prozent des Unternehmens. Firmengründer Alfred Schefenacker hält die restlichen 23 Prozent der Anteile und hatte erst vor kurzem 20 Millionen Euro nachgeschossen.

Visicorp sei mit rund 300 Millionen Euro verschuldet und könne seine Kredite kaum noch bedienen. „Der Verkauf an die Inder wäre die einzige Rettung“, sagte der Betriebsratsschef Andreas Liebelt der Zeitung. Der Stuttgarter Autospiegelhersteller, der bis Dezember 2007 unter dem Namen Schefenacker firmierte, beschäftigt laut Zeitungsangaben weltweit 5.300 Mitarbeiter, 300 davon in Deutschland. Zu den Hauptkunden gehören die Hersteller Daimler und Ford. Der Umsatz liegt bei 600 Millionen Euro pro Jahr.

dpa

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