IAA Nutzfahrzeuge 2012

Nutzfahrzeugantriebe: Die Kosten senken

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Kühlmittelpumpe mit Viscokupplung

Mahle und Behr senken die Leistungsaufnahme der Kühlmittelpumpe auf eine andere Art und Weise: mit einer Viscokupplung, die Behr seit Jahren bereits bei Lüfterantrieben einsetzt. Seit dem Jahr 2011 ist die bedarfsorientiert arbeitende Viscokupplung bei der Kühlmittelversorgung des Mercedes Actros in Serie. Sie variiert mithilfe der Drehzahl die Fördermenge der Kühlmittelpumpe. Die Energieübertragung vom Riementrieb auf die Pumpe erfolgt in der Viscokupplung durch die Scherkräfte eines Silikonöls – ohne Kontakt von Metallflächen oder Reibbelägen.

Zusammen mit der stufenlosen Regelung ist so laut Behr ein sehr hoher Pumpsystem-Wirkungsgrad von 85 Prozent möglich – dieser ist damit deutlich höher als bei starren (25 Prozent), drosselnden (50 Prozent) oder zweistufigen (60 Prozent) Pumpenantrieben. Im Autobahnbetrieb soll diese bedarfsgerechte Kühlmittelversorgung im Vergleich zu einer starren etwa ein Prozent Kraftstoff einsparen.

Abgasenergie bringt bis zu fünf Prozent

Bis zu fünf Prozent weniger Kraftstoffverbrauch versprechen sich Behr und Bosch durch die Nutzung der Abgasenergie. Sie erzeugt Dampf, der in einer Expansionsmaschine Arbeit verrichtet. Die aus diesem Prozess erhaltene mechanische Energie kann direkt oder über ein Getriebe an die Kurbelwelle abgegeben werden. Ein ähnliches Sparpotenzial sieht Bosch auch in der Hybridisierung des Antriebsstrangs.

Kompakte Parallel-Vollhybridtechnik

Dazu arbeitet das Unternehmen an der Parallel-Vollhybridtechnik, die sich kompakt in den Triebstrang eines Nutzfahrzeugs integrieren lässt. Rekuperation und elektrisches Boosten sollen den Kraftstoffverbrauch bei mittleren und schweren Lkw künftig um sechs (Fernverkehr) bis 20 (städtischer Verteilerverkehr) Prozent senken.

Bosch setzt seit diesem Jahr ein druckübersetztes Common-Rail-System mit 2.500 bar Einspritzdruck bei Mercedes-Benz-Lkw in Serie ein.
Bosch setzt seit diesem Jahr ein druckübersetztes Common-Rail-System mit 2.500 bar Einspritzdruck bei Mercedes-Benz-Lkw in Serie ein.
(Bosch)

Für Länder mit entsprechender Infrastruktur bietet man auch Komponenten für monovalente und bivalente Erdgasantriebe an. Bei ihrer Kernkompetenz der Einspritzung, setzen die Schwaben mit dem aktuellen Common-Rail-System auf einen nochmals erhöhten Einspritzdruck von 2.500 bar und erforschen bereits 3.000-bar-Systeme. In Verbindung mit AGR-Systemen sowie SCR-Katalysatoren will Bosch so den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen reduzieren.

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