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Elektromobilität

OEMs errichten Netz mit Schnellladesäulen

| Autor/ Redakteur: Christian Otto / Christian Otto

BMW, Daimler, Ford, der VW-Konzern sowie Porsche und Audi wollen 400 Schnellladestationen errichten. Das soll die Langstreckentauglichkeit der E-Mobilität erhöhen und mehr Kunden zum Kauf von E-Fahrzeugen animieren.

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Die Hersteller reagieren auf die noch schleppende E-Fahrzeug-Nachfrage und investieren in ein eigenes Schellladesäulen-Netz.
Die Hersteller reagieren auf die noch schleppende E-Fahrzeug-Nachfrage und investieren in ein eigenes Schellladesäulen-Netz.
( Bild: BMW )

Die BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und der Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche planen ein Joint Venture zur Errichtung des leistungsstärksten Ladenetzes für Elektrofahrzeuge in Europa. Hierzu haben die Partner eine Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach wollen sie in kurzer Zeit eine größere Zahl an Ladestationen errichten und so die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität deutlich erhöhen. Dadurch wollen die Hersteller auch die Kundenakzeptanz gegenüber den E-Fahrzeugen erhöhen. Die Notwendigkeit in diesem Feld zusammenzuarbeiten, betont auch Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG: „Das Gemeinschaftsprojekt ist für uns ein weiterer bedeutender Meilenstein, der klar zeigt, dass die Automobilhersteller ihre Kräfte bündeln, um die Elektromobilität weiter voranzubringen.“

Netz entlang von Autobahnen

Die geplante Infrastruktur soll eine Ladeleistung von bis zu 350 kW unterstützen und somit ein wesentlich schnelleres Laden als derzeitige Schnellladenetze ermöglichen. Der Aufbau beginnt im kommenden Jahr. In einer ersten Etappe sind circa 400 Standorte in Europa geplant. Bis zum Jahr 2020 sollen aber Tausende von Hochleistungsladepunkten zur Verfügung stehen. In ähnlicher Form ist der E-Auto-Pionier Tesla schon unterwegs: Das US-Unternehmen hat europaweit mehr als 700 Ladestationen mit fast 5.000 Ladeplätzen installiert. Sie sind entlang von Autobahnen platziert. Die Ladestationen des neuen Joint Ventures sollen ebenfalls an Autobahnen und hoch frequentierten Durchgangsstraßen öffentlich zugänglich sein und damit das elektrische Fahren über längere Strecken ermöglichen. Das Laden wollen die beteiligten Unternehmen so weiterentwickeln, dass es in Zukunft ähnlich bequem funktioniert wie herkömmliches Tanken. Parallel zum Vorstoß der Automobilhersteller laufen die Bemühungen des Bundesverkehrsministeriums, das für die Ladeinfrastruktur 300 Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung stellt – davon sind zwei Drittel für Schnellladesäulen eingeplant.

Offen für weitere Hersteller

Das Ladenetz soll auf dem Combined Charging System (CCS) Standard basieren und die bestehenden technischen Standards des AC- und DC-Ladens auf die nächste Leistungsstufe gehoben werden, so dass die geplante Infrastruktur DC-Schnellladen mit einer Kapazität von bis zu 350 kW ermöglicht. Für diese Leistung ausgelegte Fahrzeuge können dann im Vergleich zu heutigen Elektrofahrzeugen wesentlich schneller geladen werden. Konkret würden so ausgerüstete E-Autos innerhalb weniger Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden. An einer normalen Steckdose dauert das Laden einer Batterie hingegen sieben bis acht Stunden. Alle Fahrzeuge, die mit dem CCS-Standard ausgerüstet sind, sollen markenunabhängig das Ladenetz nutzen können.

Unklar ist allerdings noch, wieviel die Stationen und das Aufladen kosten, welche Gesellschaftsform das Joint Venture haben wird und welchen Betrag die jeweiligen Partner investieren. Klar ist, dass sich die OEMs zu gleichen Teilen beteiligen – weitere Automobilhersteller sind zudem zur Partnerschaft eingeladen. Darüber hinaus sei das Projekt nach Angaben der Unternehmen offen für die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.

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