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Bosch Mobility Experience 2017 Ohne Stress durch die Stadt

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Jens Scheiner

Null Emissionen, null Stress, null Unfälle: Das sind die drei Visionen von Bosch für die künftige urbane Mobilität. Neue Entwicklungen auf den Weg dorthin stellte der Zulieferer jetzt auf seinem Prüfgelände in Boxberg vor.

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Dr. Rolf Bulander, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bosch Mobility Experience am 4. Juli 2017 in Boxberg: „Die Vision der urbanen Mobilität wird Realität.“
Dr. Rolf Bulander, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bosch Mobility Experience am 4. Juli 2017 in Boxberg: „Die Vision der urbanen Mobilität wird Realität.“
(Bild: Bosch)

Die Zukunft von Bosch liegt in der vernetzten Stadt. Der Zulieferer will sich zum Mobilitätsdienstleister für Metropolen entwickeln und künftig verstärkt Produkte und Dienstleistungen für die Mobilität in intelligenten Städten anbieten.

Immer mehr Menschen ziehen wieder bzw. leben künftig in Städten. 2050 wird es weltweit mehr als sechs Milliarden Großstadt-Einwohner geben, doppelt so viele wie heute. Der urbane Verkehr wird sich bis dahin verdreifachen. 2050 sollen rund zwei Drittel der Weltbevölkerung in Metropolen leben. Mit anhaltender Urbanisierung nehmen auch die Probleme zu: Immer mehr Menschen auf engem Raum, das bedeutet auch mehr Verkehr und damit mehr Umweltbelastung, weniger Grünflächen, mehr Lärm und mehr Zeitverlust im Straßenverkehr. „Bosch kann mit technischen Lösungen zu mehr Lebensqualität in Metropolen und Megacities beitragen. Wesentlicher Hebel dazu ist die emissionsfreie, stressfreie und unfallfreie Mobilität“, sagte Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, zu Beginn der Bosch Mobility Experience 2017, bislang bekannt als Motorpressekolloquium, das alle zwei Jahre vor der IAA stattfindet.

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Der Zulieferer zeigte technische Entwicklungen rund um die Megatrends Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung, mit denen er die neue städtische Lebenswelt mitgestalten will. Für Bosch steht dabei der stressfreie Weg von A nach B im Fokus. Um das selbst in einer hektischen Großstadt zu ermöglichen, müssen öffentliche Verkehrsmittel, Autos, selbstfahrende Sharing- und Lieferfahrzeuge sowie andere Verkehrsträger nahtlos vernetzt sein. Kurzum: Es braucht eine Vernetzung von allem, was sich in der Stadt bewegt. „Intermodale Mobilitätsangebote, die für Nutzer mit wenigen Klicks buchbar sind, werden wesentlich zur Reduzierung von Stau- und Verkehrsbelastungen beitragen“, erklärte Bulander.

Die zunehmende Automatisierung des städtischen Verkehrs wird auch zu mehr Sicherheit und damit weniger Unfällen beitragen. Bereits heute bietet Bosch mit der Motorradstabilitätskontrolle MSC eine Art ESP für Motorräder. Auch die kürzlich vorgestellte Weltneuheit ABS für eBikes kann ein wichtiger Lebensretter sein. „Die Vernetzung von Autos, Zweirädern und anderen Verkehrsteilnehmer sowie der Infrastruktur kann helfen, Unfälle zu vermeiden und rettet damit Leben. Gerade in sich entwickelnden Märkten leben beispielsweise Zweiradfahrer gefährlich“, ergänzt Bulander. So hat Bosch beispielsweise einen digitalen Schutzschild für Motorradfahrer entwickelt. Auch der automatische Notruf eCall, speziell für Motorräder, kann im Ernstfall Menschenleben retten.

E-Mobilität und saubere Verbrenner für mehr Luftqualität

Gerade in Metropolen bleibt Luftqualität ein wichtiges Thema. Deshalb verfolgt Bosch das Ziel eines emissionsarmen Verkehrs. „Sowohl die Elektromobilität als auch der Verbrennungsmotor sind in Städten der Zukunft ein Teil der Lösung“, betonte Bulander. Schon heute sei das Unternehmen mit seinem eBike-Geschäft Marktführer beim Antrieb für das erfolgreichste Elektrofahrzeug der Welt. Auf chinesischen Straßen fahren mehr als 200 Millionen Elektroroller, ein Teil davon mit Bosch-Antrieb.

Für leichte Elektrofahrzeuge mit zwei, drei oder vier Rädern hat der Zulieferer ein kompaktes Antriebssystem entwickelt, das Zweiräder wie die E-Schwalbe und kleine Fahrzeuge wie den e.Go antreiben kann. Auch die Paketauslieferung wird in Großstädten zunehmend elektrisch. Dies zeigt die Deutsche Post schon heute mit dem Streetscooter. Neben der Forcierung der Elektromobilität in allen Fahrzeugklassen und -segmenten arbeitet der Zulieferer an der weiteren Optimierung des Verbrennungsmotors. Rund die Hälfte seines Forschungs- und Entwicklungsetats wendet Bosch für Umwelt- und Ressourcenschonung auf – insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig verfolgt der Konzern schon heute weltweit 14 Leitprojekte mit vernetzten Städten. Dazu zählen Stadtprojekte in Singapur, San Francisco, Berlin und Hamburg. Sieben Projekte schließen Konzepte für urbane Mobilität mit ein. Dazu gehören neben vernetztem Parken und Flottenmanagement auch E-Mobilität und intermodaler Transport.

Drei Mal mehr Wachstum als der Markt

Bei der Entwicklung hin zum Dienstleister für urbane Mobilität profitiert Bosch nach eigenen Angaben von seiner technischen Expertise und von seiner wirtschaftlichen Stärke: Der Unternehmensbereich Mobility Solutions erzielte 2016 mit weltweit 227.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 43,9 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr wird das Wachstum der Mobilitätssparte voraussichtlich bei sieben Prozent liegen. Dieser Wert liegt knapp dreimal so hoch wie das Plus der weltweiten Automobilproduktion. „Wir wachsen schneller als der Markt und bleiben als Systemzulieferer fürs Auto ein starker und vor allem innovativer Partner der Automobilindustrie. Überdies entwickeln wir uns zum Serviceprovider für alle Menschen, die unterwegs sind“, resümierte Bulander. Im Jahresverlauf stärke man dafür auch die Forschung und Entwicklung des Bereichs Mobility Solutions. Ende 2017 werden dort 48.000 Mitarbeiter forschen und entwickeln, rund 4.000 mehr als zu Jahresbeginn.

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