Fahrzeugplattformen Oliver Hoffmann: „Unsere E-Autos können profitabel sein“

Autor: Thomas Günnel

Vielleicht war es frech, Audi-Entwicklungschef Oliver Hoffmann nach dem Recycling des Q6 E-Tron zu fragen – noch vor dessen Präsentation. Der Entwickler fand aber eine Antwort; und verriet noch einige Fakten zur Plattform „PPE“.

Oliver Hoffmann leitet die technische Entwicklung bei Audi.
Oliver Hoffmann leitet die technische Entwicklung bei Audi.
(Bild: Audi)

Herr Hoffmann, in Shanghai hat Audi den A6 E-Tron gezeigt: den ersten Audi, der auf der „Premium Platform Electric“ steht. Wie geht es jetzt weiter – mit dem Modell und der Plattform?

Wir wollen Ende nächsten Jahres das erste Modell vorstellen, das auf der Plattform basiert – den Audi Q6 E-Tron. Danach rollen wir den Baukasten gemeinsam mit Porsche in weiteren Fahrzeugmodellen aus. Wir kommen gut voran. Die Designer sind mit den Möglichkeiten einer dezidierten Elektroplattform glücklich, weil sie mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben; und technologisch gehen wir mit den Fahrzeugen den nächsten Schritt nach vorn. Ich bin sehr begeistert und freue mich darauf, die Fahrzeuge zu präsentieren.

Welche technischen Bereiche standardisiert die Plattform konkret?

Wir konzentrieren uns auf Module und Großbauteile, die besonders kostenintensiv sind und bei denen wir hohe Investitionen über die gesamte Prozesskette reduzieren können. Beispiele hierfür sind die E/E-Architektur, Schnellladesysteme sowie elektrische Antriebe und Hochvolt-Komponenten, also Batteriezelle und -modul. Hier haben wir großen Wert auf Skalierbarkeit und Modularität gelegt. Das ist überhaupt die große Stärke des Konzerns: Wir können diese Skalierbarkeit über die Baureihen und Marken hinweg durchziehen. Ein Beispiel dafür ist der Q4 E-Tron, den wir erst vorgestellt haben und der auf der MEB-Plattform basiert. Er ist ein eigenständiges Fahrzeug mit eigenem Design und Audi-typischen Eigenschaften. Dennoch steht er auf einer Plattform, die im Kompaktsegment ein hohes Skalen-Volumen erreicht.

Über den Autor

 Thomas Günnel

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Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE