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Personalie Opel: Aufsichtsratschef auf dem Sprung

| Redakteur: Jens Rehberg

In Zusammenhang mit dem Umbau der Konzernspitze hat General Motors bekannt gegeben, dass Steve Girsky das Unternehmen im kommenden Frühjahr verlassen wird.

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GM-Strategiechef Steve Girsky kommt mit seiner direkten Art gut in Rüsselsheim an.
GM-Strategiechef Steve Girsky kommt mit seiner direkten Art gut in Rüsselsheim an.
(Foto: Opel)

Der Vice Chairman von General Motors (GM) Steve Girsky verlässt das Unternehmen. Diese Personalie ging in den Pressemitteilungen des US-Automobilherstellers zum Umbau der Konzernspitze am Dienstag nahezu unter. Im April, so hieß es, gehe Girsky. Er werde dann nur noch in beratender Funktion für den Hersteller tätig sein. Das dürfte allerdings bedeuten, dass er auch den Aufsichtsratsvorsitz der Adam Opel AG niederlegen wird. Ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim wollte dies jedoch am Mittwoch auf Anfrage nicht näher kommentieren.

Girsky sitzt seit knapp vier Jahren im Opel-Aufsichtsrat. Die Zentrale in Detroit schickte damals ihren besten internen Berater, um die Kostenstruktur der deutschen Tochter in Ordnung zu bringen, Margen zu verbessern und dafür zu sorgen, dass potenzielle Skaleneffekte innerhalb der Konzernstruktur optimal ausgenutzt werden. Ende 2011 löste Girsky schließlich Nick Reilly an der Spitze des Aufsichtsrats ab. Zudem entsandte Detroit zwei weitere GM-Vorstände – darunter Konzernfinanzchef Daniel Ammann – in das Opel-Kontrollgremium, um die Sanierung Rüsselsheims mit Nachdruck voranzutreiben.

Unter Girskys Oberaufsicht kommt Opel in finanzieller Hinsicht allmählich wieder auf Kurs. Im dritten Quartal dieses Jahres schrieb GM in Europa ein operatives Minus von nur noch rund 200 Millionen Dollar (145 Mio. Euro) – im Vorjahreszeitraum hatte Opel/Vauxhall noch knapp eine halbe Milliarde Dollar Verlust gemacht. Die Fixkosten des Herstellers wurden mittlerweile um rund 300 Millionen Euro verringert und es wurden 2.300 Stellen abgebaut – allein durch normale Fluktuation, Altersteilzeitverträge oder freiwillige Abfindungen.

Im Vorstand von GM trägt Girsky die Verantwortung für die Unternehmensstrategie, geschäftliche Allianzen, neue Geschäftsentwicklung und andere verwandte Bereiche. Er galt lange als einer der wahrscheinlichsten Nachfolger von GM-Chef Dan Akerson. Nun jedoch zog Akerson Mary Barra vor.

Vor seiner GM-Laufbahn war Steve Girsky Präsident einer unabhängigen Beratungsfirma mit Sitz in New York. Rechnet man seine Tätigkeit als Managing Director bei Morgan Stanley und als Senior Analyst des Morgan Stanley Global Automotive and Auto Parts Research Teams mit ein, so kommt er auf insgesamt 25 Jahre Erfahrung im Automobilgeschäft.

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