Fahrbericht

Opel Corsa 1,0 Turbo: Neuer Angriff auf Polo & Co

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Klasse Motor, zähes Getriebe

Und los geht die Fahrt. In der Stadt fällt besonders die leichtgängige Lenkung auf, die bei Opel City Modus heißt und das rangieren in Parklücken und durch die Stadt erleichtert. Das Sahnestück des Corsa ist definitiv der Motor. Der 1.0 ECOTEC Direkteinspritzer Turbo mit 85 Kilowatt oder auch 115 PS ist ein Dreizylinder der bereits der Euro 6 Norm entspricht und Fahrspaß mit optimiertem Verbrauch kombiniert. Trotz des kleinen Hubraums hängt der Wagen gut am Gas und ist sicher nicht nur auf die urbane Umgebung – also die Stadt – begrenzt. Auch auf der Landstraße und selbst der Autobahn macht die Maschine eine gute Figur. Der Turbo lässt einen den geringen Hubraum vergessen. Getrübt wird die Freude an der Fortbewegung aber sicherlich durch das verbaute Sechsganggetriebe. Die Schaltung ist zäh, Schaltvorgänge müssen mit Druck ausgeführt werden, hier hat der Automobilhersteller am falschen Ende gespart. Der Verbrauch hält sich in Grenzen, der Testwagen pendelte zwischen fünf und sechs Liter Superbenzin auf 100 Kilometer.

Weiterhin fällt auf, dass zwar das Fahrwerk angenehm komfortabel agiert, aber die Sitze – wie bereits erwähnt – viel zu wenig Seitenhalt aufweisen: entspanntes Fahren schaut anders aus.

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Viele Assistenzfunktionen

Ansonsten glänzt der Wagen mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen. Der automatisch lenkende Parkassistent, der per Knopfdruck am Lenkrad aktiviert werden kann, erkennt mittels Ultraschallsensoren geeignete Parklücken, berechnet den Einparkweg und lenkt das Fahrzeug automatisch in parallel oder quer zum Straßenverlauf ausgerichtete Parkplätze. Ihn begleitet ein Toter-Winkel-Warner im Außenspiegel, der immer dann aufleuchtet wenn sich ein Fahrzeug beispielsweise auf der Überholspur nähert. Ab einer Geschwindigkeit von rund 160 Kilometer pro Stunde leuchtet der Warner permanent, sodass der Fahrer wieder selbst verschärft Rücksicht nehmen muss.

Noch lange nicht Klassenstandard ist auch ein Spurhalteassistent. Sind Systeme anderer Hersteller mit einer Rücklenkfunktion mit dem Lenkrad kombiniert und warnen vor dem Verlassen der Spur mit Vibration, so geht man bei Opel einen technisch leichteren Weg. Verlässt der Corsa die Spur, so wird der Fahrzeuglenker lediglich durch einen Ton auf die „Gefahr“ hingewiesen. Weitere Eingriffe erfolgen nicht, sodass man das passive System schneller abschaltet als Opel lieb sein dürfte. Hier gilt es nachzubessern, das können andere Automobilhersteller besser.

Zu viele Warntöne

Überhaupt scheinen sich Piep, Pfeif und Warntöne in den letzten Jahren zum Lieblingsspielzeug der Entwickler gemausert zu haben. Ob für das vergessene Licht, die geöffnete Tür, den Spurassistenten oder die Parksensoren. Speziell letztere warnen vor jeglichem was ihnen zu nahe kommt. Dass dabei noch Verbesserungspotential besteht, bemerkt man spätestens wenn man beispielsweise vorwärts an einer Mauer parkt. Legt man den Rückwärtsgang ein, warnen die Parksensoren mit penetrantem lautem Pfeifton weiter noch vor allem was vor der Motorhaube steht, auch wenn das für den Fahrzeuglenker gar nicht mehr von Belang ist. Hier gilt es intelligentere Systeme zu entwickeln, bei dem Sensoren mit der jeweiligen Gangstufe gekoppelt wären, doch das ist für den Corsa E noch Zukunftsmusik.

Fazit

Opel hat mit dem neuen Corsa ein gutes Fahrzeug entwickelt, was sich mit dem Wettbewerb messen lassen kann. Besonders der Motor kann überzeugen. Pluspunkte gibt es auch für das volle Ausstattungspaket und speziell das Infotainmentsystem. Minuspunkte sammeln das Getriebe, die Sitze und teilweise auch die Assistenzsysteme. Hier liegen die Unterschiede im Detail. Der Grundpreis startet bei 12.730 Euro, der vollausgestattete Testwagen kommt einige Tausend Euro teurer.

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