Suchen

Lichttechnik Opel forscht an Eye-Tracking-Technologie

| Redakteur: Jens Scheiner

Den Scheinwerferstrahl mit den eigenen Augen lenken? Was sich im Jahr des Lichts noch wie Zukunftsmusik anhört, ist so weit gar nicht entfernt. Schon heute arbeiten Opel-Ingenieure am Autolicht von übermorgen.

Firmen zum Thema

Mit der so genannten „Eye-Tracking-Technologie“ stellt Opel die Zukunft des situationsgerechten Lichts vor.
Mit der so genannten „Eye-Tracking-Technologie“ stellt Opel die Zukunft des situationsgerechten Lichts vor.
(Foto: Opel)

Mit der so genannten „Eye-Tracking-Technologie“ stellt Opel die Zukunft des situationsgerechten Lichts vor und übernimmt erneut eine Vorreiterrolle in Sachen Lichttechnik. Damit arbeiten die Ingenieure an der dritten Generation wegweisender adaptiver Lichttechnik fürs Auto – nach dem bereits mehrfach ausgezeichneten und hochgelobten AFL+-Sicherheitslicht, das bis zu zehn automatische Modi bietet und in den meisten Opel-Modellen erhältlich ist, und dem LED-Matrix-Licht, das in Kürze Eingang in die Serienproduktion findet.

Nahe an der Augenblick-Steuerung

Im Gegensatz zu Hochleistungs-Eye-Tracking-Systemen mit fünf bis zehn Kameras kam zu Beginn der Forschung lediglich eine einfache Webcam zum Einsatz. Diese nimmt den Kopf des Fahrers ins Visier. Anhand der Scans markanter Punkte wie Nase und Augen lässt sich die Bewegungs- und damit die Blickrichtung erkennen. Diese Informationen transferiert das System in Datenbefehle für Aktuatoren, die wiederum die elektronisch gesteuerten Stellmotoren der Licht-Projektoren blitzschnell ausrichten. Dieser Forschungsansatz führte die Ingenieure und Wissenschaftler schon ganz nahe an die Augenblick-Steuerung von Autoscheinwerfern heran. Allerdings nahm in diesem Stadium zum einen die Berechnung der Daten noch zu viel Zeit in Anspruch und zum anderen war die Aufnahmefrequenz der Webcam zu niedrig für die Anforderungen im Straßenverkehr.

Schnelle Reaktion und intelligente Verzögerung

Durch Optimierung der Kameraparameter und die Anpassungen des Eye-Tracking-Algorithmus wurden diese Verzögerungen laut Unternehmen abgestellt: Bei Dämmerung und Dunkelheit tastet die reaktionsschnelle Kamera mit Infrarot-Sensoren an den Rändern und Fotodioden in der Mitte das Auge des Fahrers mehr als 50 Mal pro Sekunde ab. Dank der beschleunigten Datenaufbereitung und -weiterleitung reagieren die Scheinwerferstellmotoren quasi in Echtzeit – horizontal und vertikal gleichzeitig.

Bleibt ein Problem: Das Auge springt ganz natürlich unbewusst von einem Punkt zum nächsten. Würde das System dies genauso nachvollziehen, wären hektische Lichtkegelsprünge die Folge. „Deshalb haben wir einen Verzögerungsalgorithmus entwickelt, der für eine fließende Führung des Lichtkegels sorgt“, erläutert Ingolf Schneider. „Der Eye-Tracker muss nicht jedes Mal neu kalibriert werden. So können sich Menschen jeder Größe hinters Lenkrad unserer Autos setzen und das System funktioniert bei allen problemlos.“

(ID:43256500)