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OEM Opel-Lager laufen voll – Kurzarbeit

| Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Scheiner

Für Rüsselsheim und Eisenach hat Opel Kurzarbeit beantragt. Der Verkauf läuft eigentlich nicht schlecht, aber die ursprünglich für Russland vorgesehenen Einheiten sprengen offenbar die Lager.

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Wegen des Russland-Rückzugs muss Opel nun doch akut sparen.
Wegen des Russland-Rückzugs muss Opel nun doch akut sparen.
(Foto: Opel)

Für seine Werke in Eisenach und Rüsselsheim will Opel bis Jahresende voraussichtlich 25 beziehungsweise 15 Tage Kurzarbeit beantragen. Das hat der Hersteller am Freitag (17. Juli) in einer Presseerklärung bekannt gegeben. Aufgrund des Rückzugs aus Russland und der weiter nur moderaten Entwicklung des gesamteuropäischen Fahrzeugmarktes passe man nun die Volumenplanung für einzelne Modelle an, hieß es. Die Maßnahme soll die Lager entlasten und Kosten sparen.

Absatzwachstum trotz Russland-Krise möglich

Opel hatte für dieses Jahr ursprünglich mit dem Verkauf von mehr als 80.000 Fahrzeugen in Russland geplant. Rüsselsheim kann dieses Volumen aber nur zum Teil über Absatzzuwächse in anderen Märkten kompensieren. Man sei jedoch zuversichtlich, das Gesamtjahr mit einem Absatzzuwachs abschließen zu können. Im vergangenen Jahr verkaufte GM in Europa 1,076 Millionen Fahrzeuge. Von Januar bis Juni 2015 verkaufte das Unternehmen mit 582.300 Fahrzeugen drei Prozent oder rund 18.400 Einheiten mehr als im Vorjahreszeitraum. Der gesamteuropäische Automobilmarkt lag mit rund 18,7 Millionen Einheiten im vergangenen Jahr um fast 4,5 Millionen Einheiten unter dem Rekord-Niveau von 2007. Marktbeobachter erwarten auch für dieses Jahr – vor allem aufgrund der anhaltend schwierigen Lage in Russland – keine nennenswerte Erholung.

Mitte März hatte GM entschieden, sich mit seinen Volumenmarken Chevrolet und Opel aus dem russischen Krisenmarkt zu verabschieden. Das GM-Werk in Sankt Petersburg mit rund 1.000 Mitarbeitern wird derzeit komplett heruntergefahren. Der Marktausstieg hat für den Hersteller nach früheren Angaben voraussichtlich Netto-Sonderbelastungen von bis zu 600 Millionen US-Dollar zur Folge. Diese Summe beinhalte Ausgaben für Verkaufsförderprogramme und für Ausgleichszahlungen sowie Belastungen für Vertragsauflösungen und Abfindungen.

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