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Wirtschaft Opel: Neumann soll Cadillac auf Kurs bringen

| Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Detroit hat Opel-Chef Karl-Thomas Neumann offenbar beauftragt, das Cadillac-Desaster in Europa zu regeln. Eine neue Opel-Gesellschaft steuert zudem künftig das verbliebene Chevy-Geschäft in Russland.

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Opel-Chef Karl-Thomas Neumann soll Cadillac in Europa auf Kurs bringen. Eine neue Opel-Gesellschaft steuert zudem künftig das verbliebene Chevy-Geschäft in Russland. Der Sitz der neuen Firma ist Rüsselsheim.
Opel-Chef Karl-Thomas Neumann soll Cadillac in Europa auf Kurs bringen. Eine neue Opel-Gesellschaft steuert zudem künftig das verbliebene Chevy-Geschäft in Russland. Der Sitz der neuen Firma ist Rüsselsheim.
(Foto: Opel)

Bereits seit 1. Juli trägt Opel offenbar die volle Verantwortung für das Europa-Geschäft aller Marken des Mutterkonzerns General Motors (GM). Das bestätigte ein Opel-Sprecher am Montagabend auf Nachfrage des »Automobil Industrie«-Schwestermagazins »kfz-betrieb«. Demnach gehen insbesondere die Zuständigkeiten für Cadillac in Europa und das verbliebene Chevy-Geschäft in Russland, die bislang noch bei der Chevrolet Europe GmbH in Glattpark bei Zürich lagen, auf Rüsselsheim über. Was mit dem GM-Standort in der Schweiz oder auch mit dessen Chef Thomas Sedran passiert, dazu gibt Rüsselsheim noch keine Auskunft. Eine Sprecherin der Schweizer GM-Niederlassung sagte auf Anfrage, man gehe davon aus, dass der Standort bestehen bleibe.

Cadilla mit Schwächen im Heimatmarkt

Das Cadillac-Geschäft in Europa bewegt sich nach wie vor unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Dabei stellt die Premiummarke eine wichtige strategische Säule in der GM-Produktpolitik dar. Die Marke kommt jedoch seit Jahren nicht vom Fleck. Gerade hat ein ehemaliger Audi-Manager, Johan de Nysschen, die weltweite Gesamtverantwortung für das Fabrikat übernommen. Kurz zuvor hatte mit Bill Pfeffer der dritte amerikanische Vertriebschef in zwei Jahren das Unternehmen verlassen. Denn sogar auf dem US-Heimatmarkt schwächelt Cadillac. Während BMW, Mercedes und Lexus im ersten Halbjahr 2014 teilweise zweistellige Zuwachsraten feierten, ging der Cadillac-Absatz in den Staaten zurück. Cadillac ist in den USA mit großem Rückstand auf Lexus bereits seit langem nur noch die viertstärkste Premiummarke.

Neuaufbau des Cadillac-Vertriebs

In Europa soll es nun Karl-Thomas Neumann richten. Dazu braucht der Opel-Chef aber erst mal ein schlagkräftiges Partnernetz. In Deutschland zum Beispiel fristet das Fabrikat seit Jahren auf den Fahnen einer Handvoll Vertriebspartner ein trauriges Dasein. Und auch die Produkte an sich stehen hierzulande auf völlig verlorenem Posten. Der erst zum Jahresbeginn eingeführte CTS ist mit sechs Neuzulassungen 2014 das Schlusslicht der KBA-Neuzulassungsstatistik. Zudem dürfte die derzeitige Rückrufkatastrophe von GM das Image der Cadillac-Modelle nicht eben verbessern. Wie „USA Today“ heute (21. Juli) vermeldete, wurden die US-Händler angewiesen, den Verkauf von CTS-Modellen der Jahrgänge 2003 bis 2013 sowie SRX-Fahrzeugen aus dem Fertigungszeitraum 2004 bis 2006 zu stoppen – der Autoriese ist nicht in der Lage, Ersatzzündschlösser aufgrund des bekannten Qualitätsmangels zu liefern.

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