Workshop Innenraum-Emissionen

Optimierung entlang der Wertschöpfungskette

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren

Dr. Dieter Holtkamp führte in seinem zweiten Vortrag aus, dass sich Polymermaterialien und -teile im Innenraum stetig steigenden Anforderungen hinsichtlich der Emissionen und Gerüche stellen müssen. Daher sei eine sorgfältige Kontrolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette unvermeidlich. Sowohl in der Primärproduktion der Materialien als auch in der Weiterverarbeitung der Halbzeuge und Bauteile können Beeinträchtigungen in Bezug auf Emissionen und Geruchseigenschaften auftreten.

Prozessparamter beachten

Dr. Holtkamp präsentiere zwei Fallstudien die sich mit Emissionen und Geruchsminderungsmaßnahmen beschäftigen. In der ersten beschreibt er die Emissionsminderung von PC/ABS-Mischungen. Dank der modernen Technologie können emissionsarme Rohstoffe hergestellt (bzw. verarbeitet) werden. Allerdings könnte dieser Vorteil aufgrund unzureichender Prozessparameter während der Mischherstellung oder des Spritzgusses verloren gehen. Deshalb ist es aus Holtkamps Sicht enorm wichtig, neben einer sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe auch die Prozessparameter bei den verschiedenen Weiterberarbeitungsschritten zu kontrollieren. Insbesondere hohe (lokale) Temperaturen seien zu vermeiden, um thermooxidative Schädigungen des Materials, die häufig mit zusätzlichen Emissionen und Geruch verbunden sind, zu vermeiden.

Ausgefeilte Analyseverfahren

In der zweiten Studie befasste sich Dr. Holtkamp mit der Geruchsoptimierung von PUR-Weichschaum. Mittels GC-O Gas (Gaschromatographie gekoppelt mit Olfaktometrie) und einem ausgefeilten Analyseverfahren, lässt sich prüfen ob ein Werkstoff oder Bauteil Geruchsstoffe enthält. Die Geruchseigenschaften eines PUR Teils sind zum einen durch den Rohstoff selbst und die Zusatzstoffe bestimmt und zum anderen durch die Verarbeitungsbedingungen beim Schäumen. Auch hier müsse darauf geachtet werden, dass bei allen Verarbeitungsschritten eine thermooxidative Schädigung des Materials vermieden wird. Bei den PUR Systemen sei es besonders wichtig,

Verunreinigungen in den Rohstoffen und/oder den Zusatzstoffen sorgfältig zu kontrollieren, da die entsprechenden thermooxidativen Reaktionsprodukte z.T. extrem niedrige Geruchsschwellen haben.

(ID:43502712)