Workshop Innenraum-Emissionen Optimierung entlang der Wertschöpfungskette

Redakteur: Christian Otto

Der Zulieferer Bilic Fortune bietet in China Nano-Materialien gegen Gerüche im Fahrzeuginnenraum an. Das berichtete Bilic-Geschäftsfüherer Xing Yu. Nach ihm rundete Dr. Holtkamp den ersten Workshop-Tag mit zwei Fallbeispielen ab.

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Die Teilnehmer folgten aufmerksam den Ausführungen der chinesischen und internationalen Redner.
Die Teilnehmer folgten aufmerksam den Ausführungen der chinesischen und internationalen Redner.
(Foto: Benecke-Kaliko/ Mick Ryan)

Einen weiteren Beitrag zum Emissions-Workshop brachte Xing Yu von der Firma Bilic Fortune Technology ein. Er berichtete über Lösungen beim Thema flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Gerüche im Fahrzeuginterieur.

Yu machte deutlich, dass viele Quellen für VOCs und Gerüche im Fahrzeug geben kann, die sowohl von Außen- als auch Innenteilen herrühren können. Es sei daher zwingend eine Systematik und umfassende Lösungen vorzuhalten.

Eigene Nano-Materialien

Der Zulieferer Bilic Fortune kombiniert laut Yu, entsprechend der Quellen der Luftverschmutzung im Innenraum, traditionelle und eigenen Nano-Materialien. Damit will man die Luftqualitätsproblem systematisch lösen und eine kontinuierliche Reinigung von drei Aspekten erreichen. Erstens die Plastik-Komponenten im Innenraum, zweitens die dort verwendeten Textilien und drittens die Klimaanlage.

Die technischen Lösungen die Bilic Fortune hierzu bietet, stellte der Ingenieur ebenfalls vor. So könne man effektiv die VOC-Verflüchtigung von Plastik-Teilen und –Textilien verringern. Zudem könne das Unternehmen mit seinem System Formaldehyde, Aldehyde und andere VOCs in den Interieurteilen positiv neutralisieren. Als dritte Lösung, ist es Bilic laut Yu möglich das Wachstum und die Verbreitung von Bakterien und Pilzen durch automobile Plastik-und Textilteile im Fahrzeug zu hemmen.

Bilic an Formulierung von Standards beteiligt

Die Material-Technologie des Zulieferers, die nano-unorganische Materialien nutzt, wurde laut Yu in verschiedenen Experimenten auf ihre Wirksamkeit hin geprüft. Bilic beteilige sich demnach auch an der Formulierung der zukünftigen GB Standards, die Grundlage für den Produkttest sind, den ein zertifizierungs-pflichtiges Produkt in China durchlaufen muss. Dies organisiert das chinesische Ministerium für Umweltschutz.

Gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren

Dr. Dieter Holtkamp führte in seinem zweiten Vortrag aus, dass sich Polymermaterialien und -teile im Innenraum stetig steigenden Anforderungen hinsichtlich der Emissionen und Gerüche stellen müssen. Daher sei eine sorgfältige Kontrolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette unvermeidlich. Sowohl in der Primärproduktion der Materialien als auch in der Weiterverarbeitung der Halbzeuge und Bauteile können Beeinträchtigungen in Bezug auf Emissionen und Geruchseigenschaften auftreten.

Prozessparamter beachten

Dr. Holtkamp präsentiere zwei Fallstudien die sich mit Emissionen und Geruchsminderungsmaßnahmen beschäftigen. In der ersten beschreibt er die Emissionsminderung von PC/ABS-Mischungen. Dank der modernen Technologie können emissionsarme Rohstoffe hergestellt (bzw. verarbeitet) werden. Allerdings könnte dieser Vorteil aufgrund unzureichender Prozessparameter während der Mischherstellung oder des Spritzgusses verloren gehen. Deshalb ist es aus Holtkamps Sicht enorm wichtig, neben einer sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe auch die Prozessparameter bei den verschiedenen Weiterberarbeitungsschritten zu kontrollieren. Insbesondere hohe (lokale) Temperaturen seien zu vermeiden, um thermooxidative Schädigungen des Materials, die häufig mit zusätzlichen Emissionen und Geruch verbunden sind, zu vermeiden.

Ausgefeilte Analyseverfahren

In der zweiten Studie befasste sich Dr. Holtkamp mit der Geruchsoptimierung von PUR-Weichschaum. Mittels GC-O Gas (Gaschromatographie gekoppelt mit Olfaktometrie) und einem ausgefeilten Analyseverfahren, lässt sich prüfen ob ein Werkstoff oder Bauteil Geruchsstoffe enthält. Die Geruchseigenschaften eines PUR Teils sind zum einen durch den Rohstoff selbst und die Zusatzstoffe bestimmt und zum anderen durch die Verarbeitungsbedingungen beim Schäumen. Auch hier müsse darauf geachtet werden, dass bei allen Verarbeitungsschritten eine thermooxidative Schädigung des Materials vermieden wird. Bei den PUR Systemen sei es besonders wichtig,

Verunreinigungen in den Rohstoffen und/oder den Zusatzstoffen sorgfältig zu kontrollieren, da die entsprechenden thermooxidativen Reaktionsprodukte z.T. extrem niedrige Geruchsschwellen haben.

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