Suchen

Studie zur IT-Dienstleiterbranche Optimismus bei den IT-Dienstleistern

| Redakteur: Christian Otto

Eine aktuelle Untersuchung bildet die Entwicklungen auf dem Markt der IT-Dienstleister ab. Ein positiver Geschäftsausblick, der bleibende Fachkräftemangel und sich verschiebende Budgets sind wesentliche Erkenntnisse, die auch von führenden Köpfen der Branche geteilt werden.

Firma zum Thema

Die IT-Diensleister sind unter anderem gefragte Partner der Automobilindustrie.
Die IT-Diensleister sind unter anderem gefragte Partner der Automobilindustrie.
(Foto: Fotolia © Melpomene)

Der Blick auf das Geschäftsjahr 2013 stimmt die IT-Dienstleistungsbranche positiv. Dies ist ein Ergebnis, dass die Studie „Führende IT‐Beratungs‐ und IT‐Service‐Unternehmen in Deutschland“ des Marktforschungs- und Marktberatungsunternehmens Lünendonk bestätigt. Ursächlich für die gute Stimmung sind die gestiegenen Ausgaben der Unternehmen für den externen Betrieb der IT‐Prozesse sowie zur Umsetzung von IT‐Projekten. Dort ergab sich im Durchschnitt ein Plus von 5,9 Prozent. Profiteure dieser Entwicklung seien dabei laut Lünendonk die auf das Projektgeschäft fokussierten IT‐Beratungs‐ und Systemintegrationsunternehmen.

Gerade die Investitionsplanungen der CIOs der Kundenunternehmen bestärke den Optimismus der Branche. Doch Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Studienautor relativiert auch: „Es werden nicht alle Anbieter von der hohen Dynamik des IT‐Marktes profitieren. Laut den Planungen der von Lünendonk befragten CIOs und IT‐Einkaufsverantwortlichen sind deutliche Verschiebungen der IT-Budgets zu erwarten.“

Und dabei zeige sich auch eine Tendenz: Die befragten IT-Entscheider planen eine deutlich stärkere Steigerung der Ausgaben für IT‐Projekte als für IT‐Betriebsleistungen. Die Hälfte der untersuchten Großunternehmen und Konzerne gehe sogar von rückläufigen Ausgaben für den IT‐Betrieb aus.

Geteilter Optimismus

Infolgedessen blicken die Dienstleister auch unterschiedlich auf das Jahr 2015: Während die IT‐Beratungs‐ und Systemintegrationsunternehmen eine Steigerung ihrer Umsätze um 9,3 Prozent erwarten, sehen die von Lünendonk befragten IT‐Service‐Unternehmen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,3 Prozent.

Auch hier hat Studienautor Zillmann eine Erklärung: „Die vor Jahren angestoßenen Maßnahmen, die Effizienz der IT‐Landschaft durch Virtualisierung, Automatisierung und Standardisierung zu erhöhen und weniger Kapital in den IT‐Prozessen zu binden, zeigen nun ihre Wirkung.“ Und er ergänzt: „Die IT hat durch enorme Kraftanstrengungen dazu beigetragen, Ressourcen für Innovations‐ und Transformationsprojekte auf dem Weg zum digitalen Unternehmen zu schaffen. Darauf müssen sich auch die IT‐Dienstleister einstellen.“

Der Fokus der CIOs bleibe weiterhin aber auf dem Betrieb der IT. Zwei Drittel ihres IT‐Budgets wollen sie laut Studie dafür reservieren. Das umfasse auch die Kosten für die Weiterentwicklung der Applikationslandschaft ﴾neue Releases, Konsolidierung, Standardisierung etc.﴿.

Budgets aus verschiedenen Quellen

Aus diesen Entwicklungen ziehen die Branchen-Experten den Schluss, dass sich die IT‐Dienstleister stärker als Innovationspartner positionieren und Beratungs‐ und Implementierungskompetenzen in aktuellen Technologiethemen, wie Business Analytics, mobile Geschäftsprozesse oder digitale Produkt‐ und Service‐Strategien, aufbauen müssen.

Beim Thema Budgetierung scheinen nicht nur die Umfänge zuzunehmen, sondern auch die Quellen, aus denen die IT‐Dienstleister diese schöpfen. Neben dem CIO-Topf für IT‐Projekte, sollen auch die IT‐nahen Budgets der Fachbereiche steigen. Konkret erwarten die Hälfte der von Lünendonk Befragten, dass die Fachbereiche für 2014/2015 mit höheren IT‐Budgets rechnen können.

Im Gegenzug steigt aber auch die Erwartungshaltung an die Anbieter, die nun neben dem Technologie‐Know‐how immer stärker auch detaillierte Kenntnisse des Geschäftsmodells des Kunden sowie seiner Geschäftsprozesse mitbringen sollen. „Kundenunternehmen achten daher viel häufiger auf ein breites Leistungsspektrum ihrer Dienstleistungspartner und erwarten neben IT-Services immer stärker Kompetenzen in der Strategieberatung, Organisations‐ und Prozessberatung sowie Berater, die branchenspezifisches Fachwissen mitbringen“, kommentiert Zillmann die Marktveränderungen.

(ID:42959867)