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Studie Outsourcing kein Königsweg

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Ausgliederung von Betriebsteilen ist nach einer Studie im Auftrag des VDI oft nicht der richtige Wege zu Kosteneinsparungen und höherer Produktivität.

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„Schlanker und schneller ist nicht automatisch besser“, sagte VDI-Präsident Bruno Braun bei der Vorstellung der Analyse des Fraunhofer-Instituts am Dienstag auf der Hannover Messe. Transaktionskosten mit Zulieferern, Abhängigkeiten, Abstimmungsprozesse und Zulieferermargen blieben häufig zu wenig berücksichtigt.

Braun warnte zugleich vor einer breiten Entlassungswelle. Sie würde die Krise in Deutschland verschlimmern, die Unternehmen setzten ihre Konkurrenzfähigkeit aufs Spiel. „Wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt, brauchen wir die Fachleute an Deck.“

In den vergangenen Jahren hatten sich viele Unternehmen auf „Kernkompetenzen“ konzentriert und Betriebsteile daher ausgegliedert. Allein 2008 habe das gesamte Outsourcing von Geschäftsprozessen in Deutschland ein geschätztes Volumen von 16 Milliarden Euro erreicht, berichtete der VDI. „Doch damit erhöhen Unternehmen nicht zwangsläufig ihre Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Steffen Kinkel vom Fraunhofer Institut.

Ausgliederungen zu Lasten der Produktivität

„Die Studie habe vielmehr ergeben, dass weniger Outsourcing die Produktivität um bis zu zehn Prozent erhöhen könne. Vorteile seien geringere Kosten durch weniger Abstimmungsprozesse, erhöhte Flexibilität bei Engpässen und bessere Kapazitätssteuerung. Gerade in Zeiten der Unterauslastung - wie in der aktuellen Krise - könnte damit das „Insourcing“ eine strategische Option sein, meint der VDI.

dpa

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