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Mobilität PAL-V will fliegendes Auto Ende 2018 ausliefern

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Thomas Günnel

Die Vorstellung klingt zu schön, um wahr zu sein: Mit dem eigenen Fahrzeug über verstopfte Straßen hinwegfliegen. Genau das verspricht das niederländische Unternehmen PAL-V bereits für Ende des Jahres 2018.

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Das niederländische Unternehmen PAL-V will zum ende des Jahres 2018 das erste fliegende Automobil ausliefern.
Das niederländische Unternehmen PAL-V will zum ende des Jahres 2018 das erste fliegende Automobil ausliefern.
(Bild: PAL-V)

Ab sofort können Kunden beim niederländischen Unternehmen PAL-V (Personal Air and Land Vehicle) ein fliegendes Auto bestellen. Der Hersteller will Ende 2018 damit beginnen, mit dem „PAL-V Liberty Pioneer“ das nach eigenen Angaben erste fliegende Auto auszuliefern. Interessenten ohne Privat-Piloten-Lizenz will PAL-V schnell auf die Sprünge helfen: Im Kaufpreis des Gefährts sind Flugstunden enthalten. Für die Straße soll PAL-V für den Liberty Pioneer eine Zulassung als Motordreirad bekommen und in der Luft als Klein-Hubschrauber (CS 27). Laut PAL-V-Geschäftsführer Robert Dingemanse erfüllt das fliegende Auto „nicht nur die Sicherheitsbestimmungen sondern auch bestehende Gesetze und Regularien in der Luft wie auch auf der Straße“

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Vom Dreirad zum Gyrokopter

Im Fahrbetrieb ist das Modell genaugenommen ein motorisiertes Dreirad mit zwei Sitzen. Angetrieben wird das Fahrzeug von zwei Benzinmotoren, in der Spitze sollen 170 Stundenkilometer möglich sein. Will der Fahrer zum Pilot werden und die Straße gegen die Luft eintauschen, muss er sein Modell umbauen, laut PAL-V soll das allerdings nur zwischen fünf und zehn Minuten dauern. In der Luft wird es dann zu einem sogenannten Gyrocopter. Dabei versetzt der Fahrtwind den Rotor in Bewegung, ein Triebwerk wie etwa bei Helikoptern ist nicht nötig. PAL-V verspricht seinen Kunden, dass sein in der Luft bis zu 180 km/h schnelles Modell dadurch wesentlich leichter zu fliegen sei. Allzu lange Strecken sollten sich die Piloten allerdings nicht vornehmen, nach maximal 350 bis 400 Kilometern ist der Tank leer.

Die Zielgruppe für das Gerät hat PAL-V-Marketingchef Markus Hess bereits klar definiert: „Vermögende Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich was gönnen möchten, aber es auch im Alltag nutzen können, etwa um ihre Fabriken schnell zu erreichen.“ Vermögend ist dabei noch vorsichtig ausgedrückt: PAL-V ruft für jedes der auf 90 Modelle limitierten Auflage einen Kaufpreis von 499.000 Euro auf. Im kommenden Jahr sollen 20 Einheiten an Kunden gehen. Für etwas preissensiblere Kundschaft haben die Niederländer bereits ein günstigeres Modell angekündigt. Ab 2020 soll die „Sport“-Edition verfügbar sein, verglichen mit dem Liberty Pioneer ist sie mit 299.000 Euro Kaufpreis ein echtes Schnäppchen. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt laut PAL-V lediglich in der längeren Wartezeit.

Wer zu den ersten PAL-V-Kunden gehören möchte, muss eine Anzahlung von 25.000 Euro leisten, für die Sport-Edition werden 10.000 Euro fällig. Eine Reservierungsnummer kostet 2.500 Euro. Wer sich für eine Vorbestellung entscheidet, geht übrigens ein gewisses Risiko ein: Sollte PAL-V insolvent gehen, gibt es kein Geld zurück.

Weitere Unternehmen tüfteln am fliegenden Auto

Auch andere Unternehmen haben bereits fliegende Autos angekündigt. Das US-Unternehmen Terrafugia arbeitet an seinem Zweisitzer „Transition“, die ersten Auslieferungen peilen die Gründer für das Jahr 2019 an. Anders als bei PAL-V sind aber noch keine Preise bekannt, zudem soll die Zulassung für das Gefährt noch ausstehen. Auch das slowakische Unternehmen Aeromobil ist in Sachen fliegendes Auto aktiv. Über das Produkt ist allerdings erst wenig in Erfahrung zu bringen, der Preis soll „mehrere hunderttausend Euro“ betragen, der Marktstart „in den nächsten zwei bis drei Jahren“ erfolgen. Für 2020 plant zudem der Israeli Rafi Yoeli mit seinem Unternehmen Urban Aeronautics die Markteinführung des „Cormorant“, einer autonom fliegenden Drohne für Passagiere. Dieses fliegende Gefährt ist allerdings nur für militärische Zwecke gedacht.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«