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Jahresbericht DPMA

Patente: Automobilbranche bleibt erfinderisch

| Autor/ Redakteur: Yvonne Simon / Sven Prawitz

Wenn es um Patente geht, ist die Automobilbranche nach wie vor das Maß der Dinge. Neun der zehn beim Deutschen Patent- und Markenamt aktivsten Unternehmen waren im vergangenen Jahr Hersteller oder Zulieferer. Vor allem Anmeldungen aus dem Inland konnten zulegen.

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Im Technologiefeld „Transport“ wurden neun Prozent mehr Patente angemeldet als im Vorjahr.
Im Technologiefeld „Transport“ wurden neun Prozent mehr Patente angemeldet als im Vorjahr.
(Foto: Europäisches Patentamt)

Der Automobilbranche mangelt es nach wie vor nicht an Ideen. Wie der Jahresbericht des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) zeigt, führen gleich neun Hersteller und Zulieferer die Liste der im Jahr 2017 in Sachen Patent-Anmeldung aktivsten Unternehmen an.

Unangefochten an der Spitze ist Bosch mit 4.038 Anmeldungen, gefolgt von Schaeffler und Ford mit 2.383 und 2.047 neuen Patenten. BMW, Daimler und Audi sowie ZF Friedrichshafen, GM Global Technology Operations und Volkswagen belegen die restlichen Top-Ränge. Der Bereich „Transport“ konnte sich damit an der Spitze der Technologiefelder behaupten. 11.469 von insgesamt 67.707 Patentanmeldungen bedeuten einen Anstieg um neun Prozent im Vergleich zu 2016.

Die zehn aktivsten Unternehmen

  • 1. Bosch 4.038 Anmeldungen
  • 2. Schaeffler 2.383
  • 3. Ford 2.047
  • 4. BMW 1.776
  • 5. Daimler 1.588
  • 6. Audi 1.266
  • 7. ZF Friedrichshafen 1.157
  • 8. GM 1.128
  • 9. Volkswagen 1.077
  • 10. Siemens (ohne „Healthcare“) 972

Auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren vermeldet das DPMA erstmals seit 2013 einen leichten Rückgang der neu angemeldeten Patente um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings stieg die Anzahl der Anmeldungen aus Deutschland und Korea um 15 beziehungsweise 23 Prozent an. Insgesamt haben Anmeldungen aus dem Ausland im Bereich Verbrenner nur noch einen Anteil von 50,3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 57 Prozent gewesen.

Fokus auf SCR-Technik

Die Entwickler beschäftigen sich dabei hauptsächlich mit der Herstellung kosten- und betriebsoptimierter Motoren. Ein großer Teil der Anmeldungen thematisiert seit Jahren die Abgasnachbehandlung mittels SCR-Technologie. Schwerpunkte sind die Entwicklung neuer Verfahren in Form des Zusammenwirkens mit anderen Katalysatoren sowie Weiterentwicklungen der peripheren Vorrichtungen wie Tank, Leitungen, Düsen und Pumpen.

Bei den Hybridantrieben gingen die Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent zurück. Ein wichtiges Thema ist auf diesem Gebiet die Optimierung des Zu- und Abschaltens des Verbrennungsmotors. Außerdem beschäftigen sich die Entwickler intensiv mit der Verbesserung des Akkulademanagements von Plug-in-Hybriden und mit der Integration informationstechnischer Daten zur energetisch optimierten Antriebssteuerung.

Deutsche Anmeldungen bei E-Motoren signifikant gestiegen

Im Bereich der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge meldet das DPMA einen Rückgang um 6,6 Prozent. Wie bei den Verbrennern stellen Anmeldungen aus Deutschland eine positive Ausnahme dar – hier verzeichnete die Behörde einen signifikanten Anstieg um 14,9 Prozent.

Die Unternehmen und Institutionen befassen sich vorrangig mit der Frage, wie Elektromotoren einfach, kostengünstig und platzsparend angeordnet werden können und wie somit der Fahrkomfort erhöht werden kann. Eine nach wie vor große Rolle im Bereich Energiemanagement spielen laut DPMA außerdem Doppelschichtkondensatoren (sogenannte Superkondensatoren).

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