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Schaeffler Personalkosten im Visier

| Redakteur: Thomas Weber

Der angeschlagene Zulieferer aus Herzogenaurach will in Deutschland Personalkosten von rund 250 Millionen Euro einsparen.

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Schaeffler will in Deutschland Personalkosten von rund 250 Millionen Euro einsparen. Dies entspreche etwa einem Abbau von bundesweit 4.500 Stellen, teilte das Unternehmen am heutigen Mittwoch am Stammsitz Herzogenaurach mit. Das Unternehmen werde aber versuchen, mit anderen Maßnahmen die Personalkosten in Deutschland zu verringern, heißt es in einer Mitteilung.

Geplant seien unter anderem Altersteilzeit, freiwillige Aufhebungsverträge, die weitere Nutzung der Kurzarbeit und eine Arbeitszeitverkürzung. Bei den „Kostenanpassungen“ soll auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden, heißt es. Das Unternehmen reagierte damit auf die Umsatzrückgänge infolge der Wirtschaftskrise seit Spätherbst vergangenen Jahres und auf die niedrigeren Umsatzerwartungen der kommenden Jahre.

Einem Pressebericht zufolge will Schaeffler zudem Staatshilfen in Höhe von vier Milliarden Euro. Am Montagabend hatte die Firmenspitze Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) einen Sanierungsplan vorgestellt. Eine Bürgschaft über vier Milliarden Euro soll Teil des Konzeptes sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer heutigen Mittwochausgabe. Der Plan sei allerdings nicht mit den Gläubigerbanken des Konzerns abgestimmt.

Schaeffler soll Unterstützung aus dem 100 Milliarden-Euro-Bürgschaftsprogramm der staatlichen Förderbank KfW anstreben. Der Bund und jene Bundesländer, in denen Schaeffler Werke hat, sollen je zur Hälfte das Risiko tragen. Es gibt offenbar Pläne, dass Bayern mit einem Betrag von 1,2 Milliarden Euro bürgen soll.

Im Lager der Schaeffler-Banken zeigte man sich überrascht. Die endgültigen Pläne würden erst im Sommer stehen, heißt es. Was Schaeffler präsentiert habe, könne nur eine vorläufige Skizze gewesen sein. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zeigte sich irritiert, dass Schaeffler das Vorgehen nicht mit allen Beteiligten abgestimmt habe.

dpa

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