Gesponsert

Entwicklung „Wie will sich ein OEM künftig positionieren?“

Gesponsert von

Ist die Software wichtiger als der Antrieb? Ein wichtiges Kaufkriterium ist sie bereits – und der Anteil der damit möglichen Wertschöpfung wächst spürbar. Für Automobilhersteller heißt es: Jetzt handeln!

Peter Fintl, Director Technology and Innovation bei Capgemini Engineering: „Die Software-Transformation ist längst in vollem Gange und spätestens jetzt müssen Fahrzeughersteller anfangen zu handeln – und zwar in allen Bereichen.“
Peter Fintl, Director Technology and Innovation bei Capgemini Engineering: „Die Software-Transformation ist längst in vollem Gange und spätestens jetzt müssen Fahrzeughersteller anfangen zu handeln – und zwar in allen Bereichen.“
(Bild: Capgemini Engineering)

Die automobile Zukunft wird längst nicht mehr nur über die klassischen Tugenden des Fahrzeugbaus definiert. Neue Kompetenzen, gerade im Bereich der Software und der künstlichen Intelligenz, sind gefragt.

Es steht fest, dass sich die Fahrzeuge der Zukunft viel stärker durch ihre Software definieren werden: Immer mehr Fahrzeugfunktionen, darunter auch das automatisierte Fahren oder das wichtiger werdende Infotainment, benötigen ein starkes Rückgrat an intelligenter Software – und werden stärker von den Kunden als Kaufkriterium gesehen. In vielen Märkten und Segmenten – abgesehen vom Luxusbereich – wird bereits stärker auf Features und Funktionen fokussiert als beispielsweise auf die Farbe der Kontrastnähte im Innenraum.

Milliardenmarkt Software

Die Zahlen sprechen für sich. „Laut der von uns durchgeführten Studie ‚Next Destination: Software‘ wird der Anteil des Softwaregeschäfts am Gesamtumsatz der Automobilhersteller in rund zehn Jahren von heute
8 Prozent auf 22 Prozent wachsen und 2031 einen Gesamtmarkt von 640 Milliarden US-Dollar ausmachen“, erklärt Peter Fintl, Director Technology and Innovation bei Capgemini Engineering.

Für dieses gewaltige Plus ist unter anderem der wachsende Markt an Connected Services verantwortlich, auch in Verbindung mit Over-the-Air-Updates und On-Demand-Funktionen. Darüber hinaus wird natürlich das bereits eingangs erwähnte automatisierte Fahren beim Thema Software eine entscheidende Bedeutung einnehmen. Für OEMs stellt sich die Frage, ob sie eigene Softwarekomponenten entwickeln, auf Open-Source-Software setzen oder ob sie sich für Plattformen von Tech Playern entscheiden. Für alle Vorgehensweisen finden sich Beispiele in der Industrie.

Klar ist: Für jeden der Ansätze gibt es Vor- und Nachteile. Gleichzeitig ist das Rennen noch offen: Schon heute vorherzusagen, welcher Anbieter am Ende die Nase vorne haben wird, ist fast unmöglich. Dabei gilt es jedoch, einen besonderen Vorteil der OEMs nicht zu vernachlässigen: Sie haben den direkten Zugang zur Kundenschnittstelle, haben das Benutzererlebnis in der Hand und können diesen Pluspunkt ausspielen.

Transformation betrifft die gesamte Organisation

Doch hier stehen die OEMs vor einer gewaltigen Transformation. Teil hiervon ist in besonderem Maße das Fahrzeug als solches. Um Fahrzeuge den Kundenwünschen entsprechend noch intelligenter gestalten zu können, ist die Software-Kompetenz unabdingbar. Die besten Sensoren, Prozessoren etc. bringen nichts, wenn sie nicht durch eine smarte Software gesteuert und zu intelligenten Systemen kombiniert werden.

Dafür müssen Fahrzeughersteller jedoch eigene Strukturen überdenken. Das Denken in einzelnen Silos à la Engineering, R&D und IT ist längst überholt. Prozesse und Methoden müssen geprüft werden. „Die vielzitierte Agilisierung der Software-Entwicklung war nur der Anfang. Agiles Systems Engineering sowie Continous Delivery sind einige nächste Schritte“, sagt Peter Fintl. Damit verbunden ist auch die Frage, wie sich ein OEM in Zukunft positionieren will.

Welche Teile der Wertschöpfungskette kann und will er abdecken und wie ist er dafür aufgestellt? „Die Industrie muss nun etwa Halbleiterkompetenz aufbauen. Egal ob für Prozessoren oder Leistungselektronik. Sowohl aus Sicht der Produktentwicklung als auch im Sinne sicherer Lieferketten ist hier mehr Know-how im eigenen Zugriff notwendig“, meint Fintl.

Früher konnten OEMs lediglich an der Herstellung des Fahrzeugs sowie an Reparaturen und Ersatzteilen verdienen. Durch Financial-Services kamen wichtige Ertrags­­bringer dazu. Aber durch digitale Services wie beispielsweise zum Auffinden von Ladestationen, integrierte Abrechnungssysteme sowie On-demand-Freischaltung von Assistenz- oder Komfortsystemen werden softwaredefinierte Komponenten zu immer wichtigeren Bestandteilen des Systems „Fahrzeug“. Den OEMs bieten sich gänzlich neue Revenue Streams. Doch um das zu realisieren, müssen Anbieter die Kombination aus Fahrzeug- und Kundendaten bestmöglich nutzen.

Die Transformation ermöglichen

OEMs müssen die Transformation in diesen drei Bereichen stemmen – in der Fahrzeugarchitektur, in der Organisation von Prozessen und Strukturen und bei der Realisierung von Connected Services. Um diese Transformation voranzutreiben, nutzen OEMs ganz unterschiedliche Herangehensweisen: Während die einen neue Partnerschaften mit Tech Playern schmieden, setzen andere auf angepasste Operating-Modelle und wieder andere bauen gänzlich neue Organisationen auf. Auch hier hat jede Vorgehensweise ihr Pro und Contra.

Doch klar ist auch: Das alte Prozessmodell der klassischen Fahrzeugentwicklung ist in der digitalen Ära nicht mehr zeitgemäß. Daher müssen sich Fahrzeughersteller kritisch damit auseinandersetzen, welchen Weg sie einschlagen wollen. Die Zeit arbeitet in diesem Fall allerdings gegen sie.

Agilität als Schlüssel

Eng hiermit verknüpft ist die agile Transformation. Besonders das Denken in Silos, vor allem in Engineering und IT, muss aufgelöst werden. Im Zeitalter transversaler Technologien und durchgängiger, digitaler Produktlebenszyklen müssen die Bereiche Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Services zusammen agieren. Ohne durchgängige Ansätze lassen sich die Potenziale nicht vollständig heben.

Gerade die vielzitierte „Client Intimacy“ muss hier wirklich im Mittelpunkt stehen. Hersteller müssen es schaffen, ein relevanter Teil des – nicht nur – „digitalen“ Lebens ihrer Kunden zu werden und rasch auf veränderte Bedürfnisse zu reagieren. Nur so ist es möglich, die Kundenzufriedenheit und somit letztlich den Unternehmenserfolg langfristig sicherzustellen.

Neue Talente braucht das Land

Doch agile Strukturen allein reichen bei Weitem nicht aus, alle Probleme zu lösen. Ohne die richtigen Fachleute kann eine Transformation nicht gelingen. OEMs benötigen Software-Entwickler, IT-Architekten, Data Scientists, KI-Spezialisten etc. – die Liste ist lang. Alles Talente, für die die Automobilindustrie heute nicht unbedingt die erste klassische Anlaufstelle ist. Viele Fahrzeughersteller sehen sich entsprechend in einem „War for Talents“ mit Tech Playern, Start-ups oder anderen Industriebereichen. „Daher muss die Autoindustrie nun bewährte Vorgehensweisen aus der IT- und Telekombranche kopieren. Weltweit verteilte Entwicklung in Partner-Ökosystemen ist ein Schlüssel, um das ‚Race to Market‘ effizient gewinnen zu können“, sagt Peter Fintl. Gerade vom Entwicklungspartner wird künftig neben Engineering- auch IT- und Businessmodel-Kompetenz über Branchengrenzen hinweg gefragt sein.

Die Software-Transformation ist längst in vollem Gange und spätestens jetzt müssen Fahrzeughersteller anfangen zu handeln – und zwar in allen Bereichen. Der „Next Destination: Software“-Studie zufolge haben nur 15 Prozent der OEMs das Potenzial, zum Frontrunner zu werden – und nur diese First Mover haben auch die Potenziale, in den nächsten Jahren überdurchschnittlich zu profitieren. Es gilt zu handeln.

(ID:48261587)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung