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Formel-1 Pirelli baut Team auf

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Eine eigene Mannschaft entwickelt und fertigt bei Pirelli die Reifen für die Königsklasse. Viel Zeit hat das Unternehmen nicht mehr: Ab März 2011 rollt die gesamte Formel 1 auf Pirelli-Reifen.

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Pirelli kehrt in die Formel 1 zurück. Ab der Saison 2011 beliefern die Italiener alle Teams der Königsklasse mit Rennreifen. Damit bekennt sich die Marke, die vor allem für ihre sportlichen Straßenreifen bekannt ist, zum Rennsport als Kommunikationsmittel und „Visitenkarte“ des Unternehmens, wie es in einer Mitteilung hieß. Pirelli fungiert vorerst in drei Rennsaisons von 2011 bis 2013 als exklusiver Reifenlieferant für die Formel 1.

Derzeit baut der italienische Konzern ein eigenes Team für Entwicklung und Produktion der Formel-1-Reifen auf. Damit will er sicherstellen, dass die anderen Divisionen des Unternehmens sich weiter auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren können. Um die Ansprüche der Formel-1-Teams an die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Performance zu entsprechen, arbeiten die Ingenieure von Pirelli bereits jetzt an Simulationsmodellen und Reifenmischungen für Grand-Prix-Rennen.

Das Formel-1-Team wird in Mailand stationiert sein, dem Hauptsitz der Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung von Pirelli Tyre. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1.000 Entwicklungsingenieure, verteilt auf fünf Entwicklungszentren in der ganzen Welt. Pirelli investiert jedes Jahr etwa drei bis vier Prozent seines Umsatzes in die Forschung. Um die Fertigung der Pneus kümmert sich ein eigenes Sportreifenwerk im türkischen Izmit.

Sechs verschiedene Reifenmodelle

Wie von der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) festgelegt, enthält der Liefervertrag von Pirelli für die Formel 1 die Entwicklung von sechs verschiedenen Reifenmodellen für die gesamte Saison. Vier von ihnen werden Slicks sein, mit unterschiedlichen Mischungen für die verschiedenen, trockenen Asphaltoberflächen. Hinzu kommen ein Regenreifen, der bei starken Niederschlägen eingesetzt wird, sowie ein Intermediate-Reifen für feuchte Witterungsverhältnisse und leichten Regen.

Zudem ist Pirelli nach eigenen Angaben bereit, in Kooperation mit den Rennteams technische Neuerungen zu entwickeln, insbesondere hinsichtlich der Reifengröße. Die Kosten für die Produktion und die Logistik sollen laut Pirelli „fair geteilt werden“.

Die Formel 1 soll ein wichtiges Vorzeigeprojekt der Marke Pirelli werden, jedoch ohne die existierende Finanzstrategie des Unternehmens zu beeinflussen. Das Unternehmen erwartet, dass die Formel 1 in den kommenden Jahren etwa zwei Milliarden Fernsehzuschauer pro Saison anziehen wird. Durch die Berichterstattung in den Medien will der italienische Hersteller gerade in aufstrebenden Märkten wie Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Asien-Pazifik, in denen der Formel-1-Zirkus immer häufiger zu Gast ist, seinen Bekanntheitsgrad steigern. Das soll der Wachstumstrategie von Pirelli, die sich auf diese Regionen konzentriert, zugute kommen.

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