Neuzulassungen Pkw-Markt vom Vorkrisenniveau noch weit entfernt

Autor: Andreas Wehner

Im ersten Halbjahr lagen die deutschen Pkw-Neuzulassungen rund 15 Prozent über dem Niveau des von der Pandemie geprägten Vorjahres – allerdings etwa ein Viertel niedriger als 2019. Der Juni zeigt: Es geht aufwärts, aber langsam.

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Der deutsche Neuwagenmarkt legt zu, bleibt aber unter dem Vorkrisenniveau.
Der deutsche Neuwagenmarkt legt zu, bleibt aber unter dem Vorkrisenniveau.
(Bild: BMW)

Der deutsche Pkw-Markt erholt sich weiter nur langsam. Zwar stieg die Zahl der Neuzulassungen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,5 Prozent auf 274.000 Einheiten, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Allerdings war auch der Juni 2020 noch stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Vom Vorkrisenniveau ist der deutsche Automarkt noch weit entfernt. Im Juni 2019 lagen die Pkw-Neuzulassungen noch 16 Prozent über dem Niveau des Juni 2021.

Im gesamten ersten Halbjahr steht mit 1,391 Millionen neu registrierten Fahrzeugen ein Plus von 14,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum in der Bilanz. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2019 bedeutet das aber immer noch ein Minus von rund einem Viertel.

Chipmangel sorgt für geringere Rabatte

„Von einer durchgreifenden Markterholung kann immer noch keine Rede sein“, kommentierte Peter Fuß, Partner bei der Unternehmensberatung EY, die KBA-Zahlen. „Die Kauflust der Privatleute und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen kehren zwar langsam zurück. Aber die Produktionsengpässe aufgrund des Chipmangels bremsen den Neuwagenabsatz erheblich“, sagte Fuß. Der Chipmangel führt nach Fuß’ Einschätzung jedoch auch dazu, dass sich die Autokonzerne auf margenstarke Fahrzeuge konzentrieren und weniger bereit sind, hohe Rabatte zur Ankurbelung des Geschäfts zu geben.

Auch im Juni legten die alternativen Antriebe besonders stark zu. So bedeuteten 33.400 neu zugelassene Elektro-Pkw ein Plus von 311,6 Prozent. Somit stieg der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am deutschen Pkw-Markt im vergangenen Monat auf 12,2 Prozent. Hinzu kamen 31.300 Plug-in-Hybride (+191,3 %).

Dagegen wurden weniger Verbrenner neu registriert. Der Marktanteil der Benziner lag nach einem Rückgang von 4,6 Prozent bei 39,5 Prozent. Die Diesel-Neuzulassungen gingen im vergangenen Monat um 18,8 Prozent zurück, der Selbstzünderanteil lag noch bei 19,9 Prozent.

Für das zweite Halbjahr ist Peter Fuß verhalten optimistisch: „Die Konjunkturerholung dürfte sich fortsetzen, und mit dem weiteren Fortschreiten der Impfkampagne werden neue Lockdowns immer unwahrscheinlicher.“ Zudem sorgten die staatlichen Fördermaßnahmen für Elektroautos für einen zusätzlichen Boom. „Unterm Strich dürfte es eine gute zweite Jahreshälfte werden. Im Gesamtjahr werden wir aber das Vorkrisenniveau bei Weitem nicht erreichen“, schätzt Fuß.

Diese Einschätzung teilt der Importeursverband VDIK. „Wir erwarten im zweiten Halbjahr einen stärkeren Markt als in den ersten sechs Monaten“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel laut einer Pressemitteilung. Der Verband erwartet 3,1 Millionen Neuzulassungen für das Gesamtjahr, was einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2020 entspräche. Allerdings läge der Markt dann immer noch etwa vier Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

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Redakteur Newsdesk Automotive