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Toyota Plattform MC

| Redakteur: Jens Meiners

Was auf dem Weltmarkt der Corolla ist – Toyotas absolutes Volumenmodell –, das ist in Nordamerika der Camry. Seit 1997, mit Ausnahme des Jahres 2001, ist er das meistverkaufte Auto auf dem US-Markt überhaupt.

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Toyotas Erfolgsrezept ist die konsequente Orientierung auf Kundenwünsche – genauer gesagt, auf Kriterien und Geschmack der führenden Verbrauchermagazine, die größten Wert auf Qualität und standardisierte, narrensichere Bedienbarkeit legen. Der Erfolg des Camry in Nordamerika steht in scharfem Kontrast zu seinem Mißerfolg in Europa. Als große, aber relativ einfach wirkende Limousine tat sich der Camry ausgesprochen schwer gegenüber den deutschen Premium-Modellen. Von unten wiederum erfuhr der Camry hauseigene Konkurrenz durch den teilweise überlegenen, europäischer wirkenden Avensis, weshalb Toyota ihn schließlich komplett vom Markt nahm.

Unterschiedliche Strategien auf unterschiedlichen Märkten

Toyota fährt auf den verschiedenen Märkten eine differenzierte Strategie. Während in Nordamerika und Europa derzeit das Öko-Image befördert werden soll, sind in Australien nach wie vor Hochleistungsfahrzeuge gefragt. Dementsprechend ist der Aurion technisch und optisch auf Sportlichkeit getrimmt. Toyota will nicht zuschauen, wie sich Holden und Ford den lukrativen und imageträchtigen Markt aufteilen.

Auch in den USA leistet sich Toyota ein auf den ersten Blick politisch inkorrektes Engagement: Man nimmt dort an der Nascar-Serie teil, bei der technisch völlig identische Fahrzeuge gegeneinander antreten, die jedoch mit Designelementen des jeweils teilnehmenden Herstellers beklebt sind. So trifft der „Toyota Camry“ in der Nascar-Serie auf einen „Dodge Avenger“, einen „Chevrolet Impala SS“ und einen „Ford Fusion“. Darunter steckt in allen Fällen das vorsintflutliche, irreführend bezeichnete „Car of Tomorrow“. An der Entwicklung waren die Hersteller kaum beteiligt.

Zwar hat die altväterlich geprägte Nascar-Fangemeinde wenig mit umweltfreundlichen Ökomobilen wie dem Prius am Hut. Aber Toyota möchte ja auch große Pickups verkaufen - und man möchte sich als genuin amerikanischer Hersteller präsentieren.

Große Flexibilität der MC-Plattform

Dazu ist das Nascar-Engagement, das selbst bei den „Big Three“ zunehmend kritisch beurteilt wird, bestens geeignet. Die Flexibilität der MC-Plattform wird durch die verschiedenen Geländewagen veranschaulicht, die optisch nichts mehr mit der Limousine gemein haben. Gerade wurde der Kluger bzw. Highlander präsentiert, der fast so groß wie ein LandCruiser, aber erheblich leichter ist. Auf der gleichen Plattform steht der RAV4, der das Segment der Soft-SUV in den 90er-Jahren begründet hat. In Europa ist er nur mit Vierzylinder-Motoren lieferbar, in Nordamerika auch mit einem 269 PS starken V6. Eine luxuriöse Variation ist in Japan unter der Bezeichnung Vanguard im Angebot.

Außerdem gibt es auf der MC-Plattform den noblen Lexus ES und den größeren Avalon, der traditionell mit einem gewissen Zeitversatz zum Camry erscheint. In Japan werden darüber hinaus vier weitere Derivate der Plattform angeboten.

Stückzahlen für 2007 (geschätzt)

1 659 980

Produktionsstandorte

Kyushu/Japan

Tsutsumi/Japan

Motomachi/Japan

Kanton/China

Georgetown/USA

Lafayette/USA

Blue Springs/USA

Princeton/USA

Cambridge/Kanada

Woodstock/Kanada

Altona/Australien

Chung Li/Taiwan

Shushary/Rußland (Montage)

Changchun/China (Montage)

Gateway/Thailand (Montage)

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