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Maserati Gran Cabrio Platz für vier

| Autor / Redakteur: SP-X / Andreas Grimm

Die Edelitaliener erweitern ihr Produktangebot. Vom Gran Cabrio wollen sie im ersten vollen Verkaufsjahr 2012 rund 2.000 Einheiten abgesetzen.

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Einen neuen Maserati gibt es nicht alle Tage, nur zwei Baureihen hatte die zum Fiat-Konzern zählende Nobelmarke bisher im Angebot. Einen solchen Maserati gab es sogar noch nie: Das neue Gran Cabrio ist das erste offene Fahrzeug der Unternehmensgeschichte, das vier Personen Platz bietet.

Ein 4,7-Liter-Ottomotor mit 323 kW/440 PS treibt das Fahrzeug über die Hinterachse auf 283 km/h Spitzengeschwindigkeit an. Allerdings nur, wenn das Stoffdach geschlossen ist. Hat es sich ins Heck gefaltet, sind immerhin noch 274 Spitze drin. Und den Standardspurt absolviert das Gran Cabrio in 5,3 Sekunden. Ab März kommt der Zweitürer auf den Markt; zu Preisen, die rund 11.500 Euro über dem gleich motorisierten Coupé Gran Turismo liegen: Maserati verlangt für sein Cabriolet auf dem deutschen Markt stolze 132.770 Euro.

Verkaufsziel 2.000 Einheiten

Auch mit dem neuen Viersitzer wird Maserati keine Massenmarke werden: Nur 5.000 Fahrzeuge haben die Italiener - hart getroffen von der Absatzkrise bei teuren Autos - im vergangenen Jahr verkauft. Vom Gran Cabrio will man in diesem Jahr ab März noch 1.500 Stück absetzen, davon 150 in Deutschland. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2011 sollen es dann etwa 2.000 Einheiten werden.

Viersitzer zu sein, rühmen sich in dieser Liga einige Cabriolets, nicht wenige halten im Fond aber höchstens Notsitze bereit, wie beim BMW Sechser. Im Gran Cabrio nehmen dagegen zwei Erwachsene durchaus bequem Platz – vorausgesetzt, die Vorderleute sind nicht zu groß gewachsen und die Fahrt dauert nicht zu lange. Das würde auch deshalb nicht gut gehen, weil mit 179 Litern ein doch nur sehr beengtes Kofferabteil zur Verfügung steht. Um den knappen Raum optimal zu nutzen, hat Maserati eigens für das Gran Cabrio ein fünfteiliges Lederkofferset entwickelt, das für bescheidene 4.300 Euro zu haben ist.

Versenkter Überrollbügel gibt Sicherheit

Auf das innerhalb von 28 Sekunden öffnende, vom deutschen Hersteller Edscha produzierte dreilagige Stoffdach sind die italienischen Ingenieure besonders stolz. Und auch darauf, dass das Gran Cabrio nur rund 100 Kilogramm schwerer ausgefallen ist als das Coupé. Mit knapp zwei Tonnen Leergewicht ist der Viersitzer allerdings alles andere als ein Leichtfuß. Dafür stört im offenen Zustand keine B-Säule und natürlich auch kein Überrollbügel die von Pininfarina mit sicherer Hand gezeichnete klassisch-elegante Silhouette.

Für Sicherheit im Fall eines Überschlags sorgt ein in weniger als zwei Zehntelsekunden ausfahrender, hinter den Rücksitzen versteckter Überrollbügel. Schade allerdings, dass sich das schöne Dach von Außen nicht über die Fernbedienung öffnen lässt, sondern nur, indem man den Schlüssel wenig elegant ins Türschloss steckt und dreht. Größer gewachsene Personen müssen dabei eine eher demütige Haltung einnehmen - die große Show vorm Café fällt damit aus.

Wie immer bei Maserati gilt eben auch für neue Baureihe: einem tollen Motor und dem wunderschönen Design stehen ein paar Mängel im Detail gegenüber. Doch darüber muss man beim Dolce Vita halt großzügig hinwegsehen.

Schwergewicht für die Langstrecke

Der offene Maserati ist trotz seiner dynamischen Motorisierung kein Fahrzeug für Alpenpässe. Dazu ist das Fahrzeug mit seinem Leergewicht von 1.980 Kilogramm schlicht zu schwer. In Kurven schiebt das Fahrzeug deutlich über die Vorderräder, was nicht gerade sportlich rüberkommt. Und die Bremsen packen zwar zu, der richtige Druckpunkt ist aber nur schwer zu finden. Zudem geben sie zu wenig Rückmeldung.

Dafür wirkt der schöne Italiener aus Modena auch auf schlechten Straßen sehr robust und verwindet kaum. Maserati behauptet gar, dass derzeit kein anderes Cabriolet dieser Preisklasse so steif gebaut ist – und das könnte tatsächlich stimmen. Wirklich Spaß macht im Gran Cabrio aber letztlich vor allem das schnelle Gleiten oder die souveräne Langstreckenfahrt.

ZF-Automatik schaltet fehlerfrei

Nicht, dass der Achtzylinder zu wenig Leistung hätte oder sich einer sehr schnellen Gangart verweigern würde. Das Ferrari-Aggregat grummelt im Stand betörend wie eh und je; wird der Gasfuß durchgetreten, faucht der Saugmotor noch immer wie ein aufgestörter Luchs. Lieber aber als dem rasanten will man im Gran Cabrio aber dem süßen Leben frönen.

La Dolce Vita unter freiem Himmel wirkt sich im Übrigen auch positiv auf den Verbrauch aus, denn wenn die 440 Pferde frei laufen, wollen sie auch mit 20 Litern oder mehr pro 100 Kilometer gefüttert werden. Ganz gleich aber wie man fährt, die sechsstufige ZF-Automatik trifft wie schon im Gran Turismo oder beim Quattroporte fast immer die richtige Entscheidung, so dass man auf die Betätigung der Schaltpaddel hinterm Lenkrad getrost verzichten kann.

Maserati GranCabrio – Technische Daten

  • Zweitüriges, viersitziges Cabriolet
  • Länge: 4,88 Meter; Breite: 1,92 Meter; Höhe: 1,35 Meter
  • Radstand: 2,94 Meter
  • Kofferraumvolumen: 173 Liter
  • 4,7-Liter-Ottomotor mit acht Zylindern, 323 kW/440 PS
  • maximales Drehmoment: 490 Nm bei 4.750 U/min,
  • 0-100 km/h: 5,3 Sekunden, Vmax: 283 km/h,
  • Verbrauch: 15,4 Liter Super, CO2-Ausstoß: 358 g/km
  • Preis: 132.770 Euro

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