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Neue Modelle Porsche Cayenne Hybrid: Sparen mit Doppelherz

| Autor / Redakteur: sp-x / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Nach dem feinen Panamera profitiert jetzt auch der Cayenne von der Plug-in-Hybrid-Technik. Der Verbrauch von nur 3,4 Litern klingt sensationell. Und die Praxis?

Porsche Cayenne Plug-In-Hybrid: Den Zuffenhausener Sport-SUV gibt es jetzt auch mit Kabelanschluss.
Porsche Cayenne Plug-In-Hybrid: Den Zuffenhausener Sport-SUV gibt es jetzt auch mit Kabelanschluss.
(Foto: Porsche )

Bei diesem Porsche ist vieles anders. Vergebliches Warten auf das bollernde Fauchen beim Drehen des Zündschlüssels. Der Motor läuft, aber zu hören ist schlichtweg nichts. Beim Losfahren dann ein leichtes Singen, so wie eine U-Bahn aus der Ferne. Trotzdem zählt die Digitalanzeige der Geschwindigkeit hoch. 40, 60, bald sogar 80 km/h. Das Schweigen der Pferde hält an.

Der Cayenne ist ein sogenannter „Plug-in-Hybrid“. Weil er nämlich im Gegensatz zu dem bisherigen Teilzeit-Stromer an der Steckdose aufgeladen werden kann. Die Batterie versorgt den 70 kW/95-PS-Elektromotor mit der nötigen Energie. Vollgeladen sind gut 35 Kilometer abgas- und nahe-zu geräuschloses Fahren möglich. Der jetzt in Rente gehende steckerlose Hybrid-Cayenne schaffte das knapp zwei Kilometer weit.

Porsche Cayenne Hybrid: Sparen mit Doppelherz

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Da die Technik weitgehend aus der ähnlich angetriebenen Limousine Panamera stammt, hat auch der Gelände-Porsche einen Dreiliter-Sechszylinder unter der Haube, der von einem Kompressor beatmet wird und mit 333 PS schon von aus Haus gut im Futter steht. Allein diese Kraft würde für flottes Fortkommen locker ausreichen, aber das ist bei diesem Auto eher zweitrangig. Marschieren nämlich beide Herzen im Gleichschritt, werden 306 kW/416 PS an alle Räder geschickt.

Exzellent aber nicht traumhaft

Aber wie ist das nun mit dem Traumverbrauch von nur 3,4 Litern auf 100 Kilometer. Ein PR-Gag, der der recht undurchsichtigen EU-Norm geschuldet ist? Oder wirklich die ersehnte Symbiose zwischen Sport und Sparen, zwischen Rennwagen und Rationalität? Testfahrt im Frankfurter Indian Summer, hellblauer Postkarten-Himmel über dem Rheingau. Fast symbolisch für den Cayenne, der den Namen Porsche und die Umwelt miteinander versöhnen soll. Es geht gelassen vorwärts, durch viele Orte mit Tempo-30-Zonen, zwischendurch immer wieder auch talwärts, die Erdanziehung lässt das Auto rollen, kein Strom verlässt den Lithium-Ionen-Akku unter dem Boden des Kofferraums. Im Gegenteil, es wird nachgeladen.

Auf der topfebenen Bundesstraße muss immer wieder mal der E-Motor ran, um den Viertürer bei Laune zu halten. Doch dessen Einsatz ist nur für Zwischenspurts vonnöten, etwa wenn es ans Überholen geht. Natürlich ist die „E-Mode“-Taste gedrückt, die den Cayenne dazu zwingt, im elektrischen Betrieb zu verharren. Im Stadtverkehr reichen die 95 Pferde, der Benzinmotor kann weiter vor sich hin dösen. Dann, nach dem Ortsschild und Zucken des rechten Fußes, zählt die Anzeige der elektrischen Restreichweite abwärts, leider im befürchteten Sportwagen-Tempo.

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