Volkswagen-Beteiligung Porsche SE verkauft Softwareschmiede an britischen Investor

Autor Jens Rehberg

Das Geschäft der Verkehrsplanungsspezialisten von PTV aus Karlsruhe wird vom Wolfsburger Beteiligungsmanagement offenbar als nicht mehr besonders chancenreich angesehen. Ein Private-Equity-Investor springt ein.

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Die PTV-Zentrale in Karlsruhe
Die PTV-Zentrale in Karlsruhe
(Bild: PTV)

Die Holding des Volkswagenkonzerns hat die Mehrheit an dem Karlsruher Anbieter von Verkehrssteuerungssoftware an die britische Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint verkauft. Wie PTV am Dienstag mitteilte, wolle die Porsche SE lediglich 40 Prozent ihrer Anteile behalten.

Ziel der Investoren-Partnerschaft sei es, „die Position der PTV als weltweit führender Softwareanbieter für intelligente und umweltfreundliche Mobilität weiter auszubauen“. Warum dies das VW-Beteiligungsmanagement nun nicht mehr im Alleingang erledigen will, bleibt offen.

Die Holding des Wolfsburger Autokonzerns hatte PTV Mitte 2017 für über 300 Millionen Euro übernommen. Wie das „Handelsblatt“ aus Branchenkreisen erfahren hat, liegt der heutige Unternehmenswert von PTV nicht wesentlich höher. Demnach dürfte die Porsche SE für die Anteile weniger als 200 Millionen Euro eingenommen haben. Die Holding selber begründet den Deal mit einer „Überarbeitung der Investitionsstrategie“.

Der Informationsdienstleister PTV mit Hauptsitz in Karlsruhe entwickelt unter anderem Software für Verkehrsplanung. Jede größere deutsche Stadt simuliert mit den Programmen von PTV alle möglichen Verkehrsszenarien – weltweit haben rund 2.500 Städte Software des badischen Anbieters installiert. Für das Unternehmen arbeiten derzeit rund 900 Mitarbeiter.

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